Strassenverkehr
Für einmal eine positive Coronameldung: 2020 weniger Unfälle und weniger Verletzte auf den Strassen der Stadt St.Gallen

Die Stadtpolizei St.Gallen hat im vergangenen Jahr 434 Verkehrsunfälle bearbeitet; das sind 56 oder 11,43 Prozent weniger als im Vorjahr. Weil die Läden im Coronalockdown geschlossen waren und viele Pendler im Homeoffice arbeiteten, verringerte sich der Individualverkehr auf den Strassen in der Kantonshauptstadt.

Daniel Wirth
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Unfall auf der Kreuzung bei der St.Leonhardbrücke.

Unfall auf der Kreuzung bei der St.Leonhardbrücke.

Bild: Stapo

Nachdem die Zahl der Verkehrsunfälle auf Stadtgebiet 2018 angestiegen war, ging sie 2019 moderat und im vergangenen Jahr etwas stärker zurück, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Statistik 2020 der Stadtpolizei St.Gallen hervorgeht. Laut Anjan Sartory, Leiter Bereich Sicherheit, ist der Rückgang 2020 vor allen Dingen auf das verringerte Verkehrsaufkommen wegen der Coronamassnahmen zurückzuführen.

Hauptmann Anjan Sartory verantwortet bei der Stadtpolizei den Bereich Sicherheit.

Hauptmann Anjan Sartory verantwortet bei der Stadtpolizei den Bereich Sicherheit.

Bild: Stapo

Ebenfalls rückläufig war 2020 die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Zahl um zehn auf 145. Die Anzahl der verletzten Personen sank 2020 um 15 auf 172 im Vergleich mit 2019. Die Bilanz wird dadurch getrübt, dass im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen auf Stadtgebiet zwei Personen das Leben verloren (2019: 1; 2018: 0; 2017: 0). In beiden Fällen wurden gemäss Bericht Fussgängerinnen beim Überqueren eines Zebrastreifens von Autos erfasst.

Der Monatsvergleich zeigt, dass im Juli, August und Dezember leicht mehr Verkehrsunfälle verursacht wurden als im Vorjahr, in allen anderen Monaten ging die Zahl der Unfälle 2020 zurück oder blieb unverändert.

Immer die gleichen Unfallursachen

Wie in den vergangenen Jahren zählten auch 2020 mangelnde Aufmerksamkeit, das Missachten der Vortrittsregeln, nicht angepasste Geschwindigkeit und das Fahren in nicht fahrfähigem Zustand (FinZ) zu den häufigsten Unfallursachen, wie aus der Statistik hervorgeht:

Auffallend ist: Die Zahl der Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit ging im vergangenen Jahr markant zurück, während die Zahl der FinZ-Unfälle ebenso markant anstieg. Die Stadtpolizei stellt in ihrem Bericht zur Statistik 2020 wie in den Vorjahren fest, dass die stationären Geschwindigkeitskontrollen vielen Verkehrsteilnehmern bekannt seien und deshalb präventiv wirkten.

Die fünf stationären Messanlagen waren 2020 an folgenden Standorten positioniert: Heiligkreuz, Neudorf, Teufener Strasse, Sonnenstrasse, Fürstenlandstrasse. Insgesamt massen sie das Tempo von gut 4,5 Millionen Fahrzeugen. Davon waren 2656 zu schnell. Das ergibt gemäss Stadtpolizei eine «sehr hohe» Einhaltungsquote von 99,94 Prozent (2019: 99,97 Prozent).

Weniger «Blaufahrer» aus dem Verkehr genommen

Bei den Unfällen wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand gab es im vergangenen Jahr eine markante Zunahme (siehe Tabelle oben). Die Zahl sank von 28 auf 39. Insgesamt gingen die FinZ-Zahlen im vergangenen Jahr in der Stadt St.Gallen zurück, wie aus der Statistik hervorgeht. Lagen sie 2019 noch bei 266, sanken sie 2020 auf 229. Die Zahlen gingen in allen Kategorien zurück.

Beim Alkohol zeigt sich ein Rückgang von 202 auf 168. Das ist insofern bemerkenswert, als dieser Wert in den Jahren 2017 bis 2019 noch stark nach oben kletterte. Bei den Drogen und beim Mischkonsum (Alkohol und Drogen) gingen die Zahlen 2020 ebenfalls zurück – allerdings weniger stark als beim Alkohol (siehe Grafik oben). Die Polizei freut dieser Trend. Sie schreibt in ihrem Bericht aber: «Die Stadtpolizei St.Gallen wird auch zukünftig auf Kontrollen setzen, um die FinZ-Fälle weiterhin konsequent zu ahnden.»