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«Strassenkunst» in St.Gallen: Ein Blick in den Untergrund

Strassenkunst? Polit-Aktion? Seit bald zwei Wochen irritiert ein Gewirr farbiger Linien Passanten auf der Bahnhofstrasse. Nächste Woche sollen hier die Bagger auffahren.
Reto Voneschen
Verwirrende «Strassenkunst» auf der Bahnhofstrasse. (Bild: Reto Voneschen)

Verwirrende «Strassenkunst» auf der Bahnhofstrasse. (Bild: Reto Voneschen)

Was einem dieser Künstler sagen wollte? Viele, die auf der Bahnhofstrasse unterwegs sind, stolpern derzeit auf der Hälfte des Weges ins Zentrum, auf Höhe der Einmündung der Waisenhausstrasse, über bunte Linien und Kringel auf dem Asphalt. Klar ist für die meisten auf den zweiten Blick, dass es sich hier nicht um eine illegale Aktion handeln kann. Dazu sieht die Zeichnung auf Trottoir und Fahrbahn viel zu technisch und offiziell aus.

Da waren also weder kulturell Bewegte noch junge Weltverbesserer mit der Spraydose unterwegs. In Aktion waren vielmehr Mitarbeiter der Technischen Betriebe der Stadt St.Gallen. Ihre bunte Zeichnung auf grauem Asphalt ist die Vorbereitung für eine Baustelle. Gearbeitet wird hier voraussichtlich ab nächster Woche an einer Gasleitung. Dafür muss gelocht werden. Damit die Bauarbeiter wissen, wo das problemlos möglich ist und vor allem auch, wo es Hindernisse im Boden hat, wird gemalt. Sichtbar gemacht wird so der Verlauf aller Werkleitungen im Bereich der künftigen Baustelle.

Viele Detailinformationen für Eingeweihte

Wer genau wissen will, wie es da im Untergrund aussieht, muss jemanden mit Fachwissen fragen. «Dolmetscher» für den Journalisten spielte Christian Rutz, Bauleiter Netz Gas und Wasser bei den St.Galler Stadtwerken. Und siehe da: Wer die Farben und Symbole des Liniengewirrs deuten kann, erfährt viele Details über das Innenleben der Bahnhofstrasse an dieser Stelle.

Die wilden Linien und Kringel auf der Bahnhofstrasse etwa in der Hälfte zwischen Hauptbahnhof und Stadtzentrum. Unten im Text die Erklärungen dazu. (Bild: Reto Voneschen)

Die wilden Linien und Kringel auf der Bahnhofstrasse etwa in der Hälfte zwischen Hauptbahnhof und Stadtzentrum. Unten im Text die Erklärungen dazu. (Bild: Reto Voneschen)

Weiss sind die Umrisse des zu öffnenden Grabens auf die Strasse gemalt. Weiss gestrichelt sind darin Hindernisse umrandet – wie etwa der Dolendeckel mitten im Bild, der zu einer Schmutzwasserleitung gehört.

Zwei Gas-, zwei Wasser- und Stromleitungen

Grün-gelb sind Gasleitungen eingezeichnet. Die, an der gebaut wird, befindet sich 1,15 Meter unter der Strassenoberfläche. Sie verläuft in einem weiten Bogen vom mittleren linken bis zum mittleren oberen Bildrand. Dort verzweigt sie sich, und genau diese Verzweigung wird saniert. Sicher zu erkennen ist diese Leitung an der Markierung «-1.15» am linken Bildrand. Parallel liegt eine zweite grün-gelbe Gasleitung in einer Tiefe von 1,20 Meter.

Blau sind Wasserleitungen eingezeichnet: Links liegt ein Grauguss-Rohr mit 400 Millimeter Durchmesser (GG+400) 1,5 Meter unter Boden, rechts ist es in einem Meter Tiefe ein 225-Millimeter-Kunststoffrohr (PE+225).

Rot sind Stromleitungen eingezeichnet: Im Boden liegt hier allerdings nicht ein Rohr, sondern ein ganzer Rohrblock, der sich aufteilt. Am unteren Bildrand sind es zweimal vier Rohre, die durch kleine Kreise bezeichnet sind. Die Symbole darin zeigen, was sich im Rohr befindet. Ein Punkt bezeichnet eine Leitung, kein Symbol ein sogenanntes Leer- oder Reserverohr.

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