Gesucht: Raum für erste Beachvolleyball-Halle in St.Gallen

In der Stadt gibt es vier Beachvolleyball-Felder. Jedoch gibt es keine Möglichkeit, in den Wintermonaten dieser Sportart zu frönen. Dies will nun ein neu gegründeter Verein ändern: Er sucht eine geeignete Halle.

Christoph Renn
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Eine der wenigen Beachvolleyball-Hallen der Schweiz steht in Bern. Sie dient als Schweizer Leistungszentrum. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Eine der wenigen Beachvolleyball-Hallen der Schweiz steht in Bern. Sie dient als Schweizer Leistungszentrum. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Beachvolleyball erfreut sich immer grösserer Beliebtheit, auch in der Ostschweiz. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es in fast jeder Gemeinde des Kantons St. Gallen Spielfelder gibt. Die Sommermonate sind in unseren Breitengraden jedoch kurz. Deshalb wollen sechs volleyballbegeisterte Männer aus der Region eine bestehende Liegenschaft in der Stadt St. Gallen oder der näheren Umgebung in eine Beachvolleyball-Halle umfunktionieren, in der 365 Tage im Jahr gespielt werden kann. Sie haben kürzlich den Verein Beachfun gegründet.

Damit aus der Idee bald Wirklichkeit wird, hoffen sie auf Inputs der Bevölkerung. Denn das wichtigste Puzzleteil fehlt noch: die Halle. «Innerhalb einer Woche nach dem Start unseres Aufrufes sind bereits acht vielversprechende Vorschläge eingegangen», sagt Vereinspräsident Josua Walt. Er gibt sich optimistisch, dass sie ihr Ziel, eine Beachhalle in St. Gallen im Herbst 2019 zu eröffnen, erreichen. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Doch der Verein will Nägel mit Köpfen machen.

Bestehende Infrastruktur nutzen

«Wir sind immer dankbar um private Initiativen», sagt Marcel Thoma, Leiter des städtischen Sportamts. Eine passende Liegenschaft besitze die Stadt momentan jedoch nicht. «Wir haben dem Verein aber Hand geboten und Tipps gegeben, wo sie sich am Besten melden sollten.» Über eine finanzielle Spritze werde erst entschieden, wenn klar sei, ob, wann und wo die Halle verwirklicht werden könne.

Durch ähnliche private Initiativen sind laut Thoma beispielsweise das Boulodrome an der Werkstrasse 6 entstanden, die Tennishalle in Rotmonten oder das Curling-Center im Lerchenfeld. Und alle drei Projekte wurden durch einen Baubeitrag oder ein Darlehen der Stadt unterstützt. Viel Geld wollen die Initianten der Beachvolleyball-Halle aber nicht in die Hand nehmen.

Anders als dies beim geplanten Beachhouse in Frauenfeld der Fall ist. «Im Gegenteil zum Beachhouse, ein Bauprojekt, das rund 3,5 Millionen Franken kostet, wollen wir eine bestehende Halle umfunktionieren», sagt Walt. Deshalb seien sie auf der Suche nach einer grossen Bauernscheune, einer leeren Lagerhalle oder einer alten Produktionshalle.

74000 lizenzierte Volleyballer

Die Liegenschaft muss jedoch einige Eckdaten erfüllen: «Sie sollte Platz für mindestens zwei Spielfelder bieten, also rund 500 Quadratmeter Fläche haben und mindestens sieben Meter hoch sein.» Bei der Suche setzt der Verein auf ihr Netzwerk. «In der Ostschweiz und Zürich gibt es immerhin rund 74000 lizenzierte Volleyballer», sagt Walt. Dabei seien die Hobbyspieler noch nicht einmal eingerechnet. «Wir haben zudem Kontakt mit den lokalen Volleyballclubs aufgenommen.»

Volleyball hat in der Region eine lange Tradition

In Gesprächen mit den regionalen Volleyballclubs habe sich gezeigt, dass die Nachfrage nach einem entsprechenden Angebot sehr hoch sei. Zumal es in der näheren Umgebung keine Möglichkeit gibt, im Winter Beachvolleyball zu spielen. Eine umgebaute Halle steht in Bern. «Diese dient jedoch als Schweizer Beachvolleyball-Leistungszentrum», sagt Walt. Im Gegensatz dazu soll die St. Galler Halle allen Platz bieten, vom Anfänger bis zum ambitionierten Beachvolleyballer – und zu einem fairen Preis.

Auslöser für das Projekt war eine Diplomarbeit. Diese zeigt das grosse Potenzial in der Region auf. Denn: «Volleyball hat in der Region Tradition und mit dem STV St. Gallen einen gut funktionierenden Stadt- und mit Amriswil gar einen Topverein», sagt Walt.