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Zu Gast in grossväterlichen Gefilden: CVP-Präsident Gerhard Pfister besucht er seinen Bürgerort Wittenbach

Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz und Zuger Nationalrat, sprach am Freitag an der Neujahrsbegrüssung der CVP-Regionalpartei in Wittenbach. Für ihn war es gewissermassen ein Heimspiel: Pfister ist Bürger von Wittenbach. Dennoch war er zum ersten Mal in seinem Leben in der Gemeinde zu Besuch.
Adrian Lemmenmeier
Heimspiel in der Fremde: Gerhard Pfister vor seiner Rede im Wittenbacher OZ Grünau. (Bild: Michel Canonica)

Heimspiel in der Fremde: Gerhard Pfister vor seiner Rede im Wittenbacher OZ Grünau. (Bild: Michel Canonica)

Orange Papierservietten schmücken silberne Stehtische. Raclette schwängert die Luft. Zwei Plakate auf der Bühne zeigen einen «Wertekompass»: Eigenverantwortung, Anstand, Solidarität, Leistung. Die CVP-Regionalpartei lädt zur Neujahrsbegrüssung ins Wittenbacher OZ Grünau ein.

Angereist ist auch Gerhard Pfister. Als Parteipräsident der CVP Schweiz hält der Nationalrat fast jeden Abend irgendwo eine Rede. Dennoch ist dieser Besuch ein besonderer. Denn Pfister, der in Oberägeri im Kanton Zug wohnt, ist Bürger von Wittenbach. Das Gastspiel ist also auch Heimspiel.

Gewissermassen. Ist Pfister doch das erste Mal in seinem Leben in Wittenbach. «Eine aufstrebende Gemeinde», so sein Fazit nach einem einstündigen Rundgang mit alt Gemeindepräsident Fredi Widmer. Das starke Wachstum der letzten Jahre sei unschwer zu erkennen. Ihm gefalle die hügelige Landschaft und besonders das Schloss Dottenwil.

Grossvater in der Brumenau aufgewachsen

Gleich wird Pfister seine Parteikollegen auf 14 Monate Wahlkampf einschwören – von Würth bis Wahlfrühling 2020. Noch aber hat er Schmelzkäse auf dem Teller. Sein Grossvater sei in der Brumenau auf einem Bauernhof aufgewachsen, sagt Pfister. Später habe er in Zürich studiert und danach im Kanton Zug eine Schule gegründet. «Obwohl er seinen St.Galler Dialekt nie ablegte, wählten ihn die Leute aus Oberägeri in den Kantonsrat.» Für die CVP, natürlich.

Fredi Widmer hatte Pfister bereits vor zwei Jahren eingeladen. Damals hatte er per Zufall erfahren, dass der Präsident seiner Partei auch Bürger seiner Gemeinde ist. Nun, da es mit dem Besuch in Wittenbach «endlich» geklappt hat, ist Widmer im Ruhestand. Die CVP hat das Gemeindepräsidium verloren, wie auch in einigen anderen Gemeinden im Kanton.

Natürlich habe er die Wahl in Wittenbach mitverfolgt, sagt Pfister. «Wir erleben im ganzen Kanton St.Gallen, dass die Parteilosen gute Chancen haben.» Dass der CVP-Kandidat trotz Unterstützung aller Parteien Zweiter machte, habe ihn dennoch überrascht.

Als Vertrauensverlust in die Parteien will Pfister die Wahl in Wittenbach aber nicht deuten. «Gemeindepräsidiumswahlen sind Persönlichkeitswahlen.» Das Parteibüchlein mache die Wahl einfach transparenter. «So wissen die Leute, wo ein Kandidat politisch steht.»

Tipps für den Wahlkampf

Die letzte Runde Raclette. Dann steigt Pfister auf die Bühne. Für den Satz, dass er Bürger Wittenbachs sei, erntet er Spontanapplaus. Dann spricht er über den bevorstehenden Wahlkampf. Darüber, dass nichts erfolgreicher sei als der Erfolg selbst. Gewinne man bei den Nationalratswahlen, wäre klar, dass die Schweiz wieder eine Mitte wolle.

Ein Erfolg dürfte der CVP, deren Wähleranteil seit den 1990er-Jahren schrumpft, indes bald ins Haus stehen, zumindest bei Ma­jorzwahlen. Steigt doch Regierungsrat Benedikt Würth als glasklarer Favorit ins Rennen um freien Ständeratsitz Karin Keller-Sutters. In seiner Vorrede hat Würth davon gesprochen, dass die Wahl kein Spaziergang werde. Pfister sieht es anders.

«Mit dem Teufel müsste es zugehen, wenn Würth nicht gewählt würde.»

Ziel sei nicht der Wahlsieg, sondern der Sieg im ersten Wahlgang. Auf die Ersatzwahl in den Ständerat folgen im Oktober reguläre nationale Wahlen. Im März 2020 die Kantonsratswahlen. Pfister gibt Tipps für den Wahlkampf. Spricht von der Wichtigkeit, andere, aber auch sich selbst zu mögen, von «Street Credibility». Er skizziert den Wandel von der Milieu- zur Wertepartei. Niemand wähle die Mitte. Deshalb müsse man diese mit Inhalten füllen. Es lebe die CVP. Applaus.

Grappa und Käse aus der Region

Dann nimmt der Präsident Geschenke entgegen. Einen Grappa, gebrannt aus Wittenbacher Trauben und Käse aus der Region. «Rhetorisch brillant», hört man auf die Frage, wie die Rede im Saal angekommen sei. Leider habe die Zeit nicht gereicht, um Pfister den Hof seines Grossvaters zu zeigen, sagt Fredi Widmer. Die Zeit ist auch jetzt knapp. Pfister muss los, zurück in die Innerschweiz. Irgendwo wird er bald die nächste Rede halten.

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