Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein kleiner Zustupf für Studenten: Wie die Gemeinden in der Region St. Gallen jedes Jahr Stipendien verteilen

Nicht nur der Kanton unterstützt Studenten oder Lehrlinge finanziell, auch in den Gemeinden gibt es Stipendien.
Michel Burtscher
Ein Studium ist teuer: Blick in einen Vorlesungssaal der HSG. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Ein Studium ist teuer: Blick in einen Vorlesungssaal der HSG. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Eine Ausbildung ist teuer. Und nicht jeder kann sie und alles, was dazu gehört, einfach so aus dem eigenen Sack bezahlen. Darum gibt es Stipendien – und viele junge Menschen sind hierzulande auf sie angewiesen: Im letzten Jahr erhielten gemäss aktuellen Zahlen des Bundes knapp 46000 Studenten und Lehrlinge eine finanzielle Unterstützung von den Kantonen, die grundsätzlich dafür zuständig sind. Zwischen 300 und 350 Millionen Franken geben diese jedes Jahr dafür aus.

Doch die Kantone sind nicht die einzigen, die Stipendien verteilen: Auch in den Gemeinden werden junge Menschen bei ihrer Aus- oder Weiterbildung finanziell unterstützt. Das fällt sofort auf, wenn man in diesen Wochen die Mitteilungsblätter liest. Immer wieder wird dort darauf hingewiesen, dass noch ein Gesuch einreichen kann, wer an einem Stipendium interessiert ist. Die Regeln dafür sind je nach Ort unterschiedlich, meist kommt das Geld jedoch von speziellen Fonds, die es schon lange gibt.

Zwischen fünf und zehn Anträge pro Jahr

Ein Beispiel dafür ist Häggenschwil. Bis Ende dieses Monats können dort noch Anträge an den Gemeinderat gerichtet werden. In Frage für ein Stipendium kommt, wer eine Erstausbildung macht, in Häggenschwil wohnt und nicht älter als 25 Jahre ist. Berücksichtigt werden dabei auch Einkommen und Vermögen des Gesuchstellers beziehungsweise seiner Eltern. Pro Jahr gingen zwischen fünf und zehn Anträge ein, sagt Häggenschwils Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring.

Normalerweise erhält 500 Franken pro Jahr, wer die Voraussetzungen für ein Stipendium erfüllt. «Die Regel ist: 500 Franken oder nichts», sagt der Gemeindepräsident. Das ist kein riesiger Betrag, dem sei er sich bewusst. «Doch die Studenten sind immer dankbar, dass sie diese kleine Unterstützung von ihrer Gemeinde erhalten», betont Eisenring. Das Geld dafür kommt aus dem Ortsbürgerfonds und aus dem Fisch-Albert-Stipendienfonds, die beide schon seit Jahrzehnten bestehen.

Geld von einem verstorbenen Schweizer

Den Namen Albert Fisch kennt man auch in Muolen, denn dort gibt es ebenfalls einen Fonds, dem das Vermächtnis des im Jahr 1960 in den USA verstorbenen Schweizers zugrunde liegt. Geleistet werden Pauschalbeträge, gemäss Reglement in der Höhe von 400 Franken und nur einmal pro Weiterbildung und Person. Im Durchschnitt werden laut Gemeindepräsident Bernhard Keller pro Jahr drei bis fünf Gesuche eingereicht.

Wer war Albert Fisch?

Die beiden Stipendienfonds von Muolen und Häggenschwil tragen seinen Namen. Doch wer war Albert Fisch? Einen Teil der Antwort auf diese Frage gibt eine Meldung, die 1961 in der «NZZ» erschienen ist. Unter dem Stichwort «Vermächtnis» heisst es da: «Der im Jahre 1871 in Häggenschwil geborene Joseph Albert Fisch, Bürger von Muolen, ist in jungen Jahren nach Amerika ausgewandert, behielt aber weiterhin Kontakt mit seiner Heimatgemeinde in der Schweiz. Letztes Jahr ist nun dieser Auslandschweizer in Buffalo (Staat New York) gestorben und hat sein gesamtes Vermögen von rund 160000 Franken zu gleichen Teilen den Lehrlingsfonds der sankt-gallischen Gemeinden Häggenschwil und Muolen letztwillig zurückgelassen. Die Äufnung der beiden Fonds wird es ermöglichen, dass Jünglinge und Töchter der beiden Gemeinden für ihre Berufsausbildung Stipendien erhalten.» (mbu)

Wie das genau funktioniert, erklärt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt: Demnach kann auch hier nur einen Antrag einreichen, wer seinen gesetzlichen Wohnsitz in Muolen und sein 25. Altersjahr noch nicht vollendet hat sowie eine Weiterbildung macht, die auf einem Lehrabschluss oder der Matura aufbaut. Lehrlinge und Mittelschüler erhalten deshalb keine Beiträge.

Kein Ersatz für die kantonalen Stipendien

Nicht aktiv beworben werden die Stipendien in Gossau, doch auch dort erhalten Studenten finanzielle Hilfe. Auch der Stipendienfonds der Ortsbürgergemeinde Gossau sei bereits vor Jahrzehnten gegründet worden, sagt Präsident Matthias Berger. Heute reichen je nach Jahr zwischen zwei und sechs Personen ein Gesuch ein. Wenn sie Ortsbürger sind und die anderen Voraussetzungen erfüllen, erhalten sie einen Betrag von maximal 400 Franken pro Jahr.

«Das ist natürlich kein Ersatz für die kantonalen Stipendien», sagt Berger. Im Gegensatz dazu spielen Einkommen und Vermögen für die Stipendien der Gossauer Ortsbürgergemeinde jedoch keine Rolle. Gedacht sind sie, so steht es im Reglement, als Beitrag an Unterkunfts-, Reise- oder Verpflegungskosten im Zusammenhang mit einer Aus- oder Weiterbildung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.