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Stiller Schaffer aus Muolen: Stefan Sutter war Sicherheitschef beim Jubla-Kantonslager

Stefan Sutter aus Muolen hat unzählige Stunden seiner Freizeit in ein Projekt investiert:
Er war Sicherheitschef im Kantonslager von Jungwacht Blauring. Die langen Tage und kurzen Nächte haben sich gelohnt.
Sebastian Schneider
Stefan Sutter aus Muolen war Sicherheitsschef beim Kantonslager von Jungwacht Blauring mit weit über 2000 Teilnehmenden.

Stefan Sutter aus Muolen war Sicherheitsschef beim Kantonslager von Jungwacht Blauring mit weit über 2000 Teilnehmenden.

Der Blick ist klar und wach. Augenringe sind keine zu erkennen. Stefan Sutter ist nichts von Erschöpfung anzumerken. Obwohl er in der vergangenen Woche ständig unter Druck stand. Sein Tag begann um 7 Uhr und endete zwischen 1 und 2 Uhr nachts.

Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Muolen, sei er sich gewohnt viel und lange zu arbeiten, sagt der 28-Jährige, der abgeklärt und ruhig wirkt. Seine Lockerheit kam Sutter zu Gute in der vergangenen Woche, als eine riesige Verantwortung auf seinen Schultern lastete: Sutter war Sicherheitschef im Kantonslager (Kala) von Jungwacht Blauring.

Damit war er Hauptverantwortlicher für das Wohlergehen von 2000 Kindern und Jugendlichen sowie über 300 Helfern.

Kaum Anrufe an das 24-Stunden-Telefon

Die Wiesen sind leergeräumt. Nur einzelne braune Flächen erinnern am Dienstagmorgen daran, dass im Balgacher Riet das Kala durchgeführt wurde.

Mitten im Landwirtschaftsgebiet, wo die Ortsgemeinde Balgach einen Hof samt umgebauten Räumen für das Gantlokal besitzt, war während der Lagerwoche das Hauptquartier des Kala-OK und des Sicherheitsstabs.

Unter Stefan Sutter standen insgesamt fast 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Während 24 Stunden betreuten sie ein Notfalltelefon. Oft wurde es nicht benötigt. «Wir haben keine grösseren Zwischenfälle zu beklagen.» Gewissheit darüber hat Sutter, weil jeder Unfall, der sich auf allen Lagerplätzen ereignete, rapportiert werden musste. «Ich habe die Schadensfälle noch nicht gezählt», sagt Sutter. «Es müssen zwischen 50 und 80 gewesen sein.»

Die grösseren Unfälle seien ein Schlüsselbeinbruch oder ein Bruch am Handgelenk gewesen. «Ich bin froh, es ist nichts Schlimmeres passiert», sagt Sutter, der erst am Sonntag richtig erleichtert war. Dann wurde der letzte grosse Lagerbau, ein knapp zehn Meter hohes Eingangstor, abgebaut.

Die Vorbereitungen aufs Lager begannen für Stefan Sutter vor zweieinhalb Jahren mit viel Arbeit im Hintergrund. Bis zum Lagerbeginn ist ein Sicherheitskonzept entstanden, das rund 60 Seiten umfasst. Hinzu kommen Dutzende Seiten zum Verkehr und Brandschutz.

Einen Teil der Sicherheitsvorkehrungen kennt Sutter aus dem Effeff. Als gelernter Architekt und jetziger Bauleiter weiss er etwa, wie der Brandschutz sichergestellt werden kann oder wie Sturzsicherungen eingebaut werden müssen.

Bei all der akribischen Vorbereitung ist sich Stefan Sutter aber bewusst: «Ein Vorfall ist immer einzigartig. Egal, wie gut man vorbereitet ist, im Krisenfall muss man immer in der Situation richtig handeln», sagt er.

Das Wetter hat für einmal mitgeholfen

Der grosse Unsicherheitsfaktor blieb das Wetter. Wenn Böen – im Mittelrheintal können sie Spitzen von 130 Stundenkilometern erreichen – über die Zeltlagerplätze fegten, wäre es mit Spiel und Spass zu Ende.

Auch der Boden in der Nähe des Binnenkanals kann sich rasch sättigen. So hat Sutter eine erste Erleichterung verspürt, als der Wetterbericht vor dem Lager gutes Wetter voraussagte.

Die Sicherheit sei für ihn als stiller Schaffer das richtige Ämtli gewesen, sagt Sutter. Auch wenn es so eine Sache ist mit dieser Arbeit: Wenn alles gut läuft, ist sie gar nicht erst sichtbar.

Ein Kala ist selten

Am Kantonslager (Kala) von Jungwacht Blauring der Kantone St. Gallen, Glarus und beider Appenzell nahmen circa 2000 Kinder und Jugendliche aus 51 Scharen teil. Fürs Gelingen standen über 300 Helfer im Einsatz. Von der Region St. Gallen haben die Jubla-Scharen aus Muolen, Abtwil, Neudorf und Speicher-Trogen teilgenommen. Zudem gingen die noch getrennten Jungwacht- und Blauring-Gruppen aus Herisau und St. Otmar-Riethüsli mit ins Lager. Ebenfalls dabei waren die Jungwacht Heiligkreuz sowie die Blauring-Scharen aus Gossau und St. Martin-Bruggen.
Da der Aufwand für ein Kala enorm gross ist, findet dieses selten statt. Das vorhergehende Lager wurde 2003 verteilt in den beiden Appenzell durchgeführt. Dieses Jahr schlugen die Teilnehmer ihre Zelte in den Mittelrheintaler Gemeinden um Heerbrugg auf. Dass alle Scharen in Zelten übernachten, ist für Jungwacht Blauring eher selten – die meisten Gruppen verbringen ihre Lager in Häusern oder Baracken. Das OK wollte mit dem diesjährigen Kala einen Gegentrend setzen: Es kaufte Zelte für die Scharen und versetzte die Teilnehmer mit hohen Türmen und grossen Zelten aus Hunderten von Militärblachen ins Staunen. (ses)

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