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Doppelt so viele Fehler in ungelüfteten Räumen: Gossauerin erforscht Luftqualität in Schulzimmern

Die Gossauerin Livia Strasser hat die Luftqualität in Schulzimmern erforscht. Mit ihrer Arbeit hat sie sich nun für das Finale des nationalen Wettbewerbs von «Schweizer Jugend forscht» qualifiziert.
Nina Rudnicki
Livia Strasser ist im Finale des Wettbewerbs «Schweizer Jugend forscht». (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Livia Strasser ist im Finale des Wettbewerbs «Schweizer Jugend forscht». (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

«Schlechte Luft hat eine doppelt so hohe Fehlerquote zur Folge», sagt Livia Strasser und packt im Innovationszentrum Startfeld in St.Gallen ein CO2-Messgerät aus. Auf dem Bildschirm des Gerätes erscheint der Wert 485 Parts per Million (PPM). Die Masseinheit gibt an, wie viele CO2-Teilchen in der Umgebungsluft sind. Je höher die Zahl ist, desto schlechter ist die Luftqualität. «Für ein Büro sind 485 PPM ein sehr guter Wert. Draussen an der frischen Luft wären es etwa 350 PPM. Der Grenzwert für Räume liegt bei 1000 PPM», sagt die Gossauerin.

Dann schlägt Livia Strasser ihre Maturaarbeit auf und blättert zu jenen Seiten mit den Messwerten aus den Klassenzimmern der Kantonsschule am Burggraben in St.Gallen: Bis zu 3000 PPM hat sie in den Klassenzimmern dort im Schnitt gemessen. Um aufzuzeigen, wie sich die schlechte Luftqualität auf die Konzentration auswirkt, hat sie zudem 228 Schülerinnen und Schüler sowohl im ungelüfteten als auch im gelüfteten Schulzimmer Konzentrationstest lösen lassen. «Ich habe zwar eine Differenz erwartet, das eindeutige Ergebnis hat mich dann aber doch überrascht», sagt die 19-Jährige.

«Im ungelüfteten Zimmer machten die Probanden im Durchschnitt doppelt so viele Fehler.»

Bedingungen in den Schulzimmern verbessert

Ihre Maturaarbeit hat Livia Strasser bereits im Sommer 2018 abgeschlossen. Da sie das Thema aber weiterhin interessierte, bewarb sie sich mit ihrer Arbeit im vergangenen Herbst für den nationalen Wettbewerb von «Schweizer Jugend forscht». Jährlich präsentieren dort Nachwuchsforscherinnen und -forscher ihre Arbeiten. Livia Strasser hat es durch die Selektionsverfahren ins Finale geschafft. Dieses findet vom 2. bis 4. Mai an der Hochschule für Technik in Rapperswil statt. «Der Wettbewerb ist für mich eine Chance, meine Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen und mich mit Experten austauschen zu können», sagt sie und fügt an: «Es ins Finale geschafft zu haben, ist eine Anerkennung für meine Arbeit.»

Nach dem Wettbewerb ist das Thema für Livia Strasser vorerst abgeschlossen. Ihre in der Maturaarbeit genannten Ziele hat sie erreicht: Einerseits hat sie den Stellenwert von guter Luftqualität für den Schulunterricht aufgezeigt. Andererseits konnte sie dadurch die Bedingungen in den Schulzimmern verbessern. «Einige Lehrpersonen fragten mich nach Tipps. Ich riet ihnen, die Zimmer in den Pausen jeweils mit geöffneten Fenstern und Türen zu lüften», sagt sie. Zudem habe die Informatikgruppe der Kanti am Burggraben in einigen Schulzimmern Messgeräte installiert.

Praktikantin im Biotech-Start-up

Aktuell arbeitet Livia Strasser als Praktikantin im Innovationszentrum Startfeld bei dem St.Galler Biotech-Start-up Mivital, die fettlösliche Wirkstoffe wie etwa verschiedene Vitamine so ummanteln, dass sie wasserlöslich sind und im Körper besser aufgenommen werden können. Zudem bereitet sie sich auf den Eignungstest Numerus Clausus vor. Besteht sie diesen, möchte sie im Herbst ihr Medizinstudium beginnen. «Ich habe mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert und daher in der Kanti den Schwerpunkt Biologie und Chemie belegt», sagt sie. Medizin zu studieren, sei für sie der nächste Schritt.

Von ihrer Maturaarbeit erhofft sich Livia Strasser, dass sie nicht nur zu einem Umdenken in den Schulen, sondern etwa auch in Grossraumbüros beiträgt. «Mit kleinen Massnahmen lässt sich bereits eine grosse Wirkung erzielen», sagt sie. CO2-Messgeräte finde man im Fachhandel. Es müsse ja nicht sein, dass man einen Raum betrete und dabei erstmal denke: «Diese dicke Luft, wer war bloss im Zimmer drin?»

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