St.Galler Stadtrat zog während der Coronakrise bewusst keine Alternativen für den Bauern- und Wochenmarkt in Betracht

Der Stadtrat hat einen Vorstoss der Fraktion der Grünen und Jungen Grünen zum Bauern- und Wochenmarkt während der Coronakrise beantwortet.

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Der St.Galler Wochenmarkt auf dem Marktplatz findet jeweils am Mittwoch und am Samstag statt.

Der St.Galler Wochenmarkt auf dem Marktplatz findet jeweils am Mittwoch und am Samstag statt.

Nik Roth (13. Mai 2020)

(woo) Regelmässig machen auf dem St.Galler Marktplatz Märkte Halt. Freitags findet jeweils der Bauernmarkt statt, mittwochs und samstags der Wochenmarkt. Aufgrund der Coronapandemie waren die Märkte jedoch für einige Wochen verboten. So auch noch im April, als manche Gemeinden, unter anderem Altstätten, die Märkte wieder erlaubten – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen.

Die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen im Stadtparlament störte sich daran, dass in St.Gallen die Märkte immer noch sistiert wurden und erkundigten sich Mitte April in ihrer Einfachen Anfrage «Bauern- und Wochenmarkt dezentral noch während der Coronakrise öffnen» beim Stadtrat, ob die Wiederaufnahme der Märkte nicht auch in St.Gallen wieder möglich wäre.

Für die Grünen und Jungen Grünen war klar: Die Stadt hätte genügend Plätze und Gassen zur dezentralen Durchführung von Wochen- und Bauernmärkten.

Stadtrat will Öffnungen nicht unnötig erschweren

Nun liegt die Antwort des Stadtrates vor. Die Fraktion der Grünen und Jungen Grünen wollte wissen, ob der Stadtrat die schnellstmögliche Öffnung des Bauern- und Wochenmarktes unter Beibehaltung der Corona-Massnahmen des Bundes unterstütze. Der Stadtrat beantwortet dies wie folgt: Ihm liege es fern, die Öffnung von Betrieben und Einrichtungen unnötig zu erschweren. Allerdings seien auch die städtischen Behörden gehalten, die Massnahmen des Bundes zu beachten, schreibt der Stadtrat.

Zentrale Bedeutung, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, habe insbesondere die Vermeidung von Menschenansammlungen. Den Zielsetzungen der Massnahmen des Bundes gelte es erst recht in Städten wie St.Gallen, die «eigentliche Ballungszentren» seien, Rechnung zu tragen, heisst es weiter.

In Abstimmung mit dem Kantonsarztamt sei daher vor dem 16. April bewusst davon abgesehen worden, in Bezug auf den Bauern- sowie Wochenmarkt Alternativen im öffentlichen Raum in Betracht zu ziehen. Mit den vom Bundesrat am 16. April in Aussicht gestellten und bis anhin auch verwirklichten Lockerungsschritten habe sich die Ausgangslage indes massgeblich geändert.

Märkte sind seit Mai wieder wie gewohnt offen

Weiter wollte die Fraktion vom Stadtrat wissen, ob dieser bereit sei, mit den Markthändlerinnen und -händlern «unverzüglich» Kontakt aufzunehmen und mit ihnen praktische Lösungen für den Marktbetrieb zu erarbeiten. In seiner Antwort schreibt der Stadtrat, dass die am 16. April präsentierten Lockerungsschritte zum Anlass genommen wurden, die Situation der beiden Märkte erneut zu prüfen. Im Zentrum sei dabei gestanden, einzelne Lebensmittelstände an bestimmten Örtlichkeiten in der Innenstadt zu ermöglich, heisst es weiter.

Unter Einbezug der interessierten Anbieterinnen und Anbieter des Bauern- und Wochenmarktes sei dies schliesslich am 25. und 26. April, am 1. und 2. Mai sowie am 8. und 9. Mai durchgeführt worden. Seit dem 11. Mai sei die Durchführung der Märkte, unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmassnahmen, wieder in ordentlicher Weise möglich.

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