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St.Galler Stadtrat will Wasser-Fonds einführen: Ein Rappen für sauberes Wasser in der Dritten Welt

Mit einem Fonds will die Stadt St.Gallen dem Beitritt zur Wasserinitiative «Blue Community» Taten folgen lassen. Pro Kubikmeter Wasser sollen St.Gallerinnen und St.Galler künftig einen Rappen ins neue Kässeli für Wasserprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern fliessen lassen. Versüsst wird die gute Tat mit einer «deutlichen» Senkung der Wassertarife für Städterinnen und Städter.
Reto Voneschen
Auch Schweizer Entwicklungsorganisationen engagieren sich mit Projekten für die Verbesserung der Wasserversorgung in der Dritten Welt. (Bild: PD/Caritas Schweiz)

Auch Schweizer Entwicklungsorganisationen engagieren sich mit Projekten für die Verbesserung der Wasserversorgung in der Dritten Welt. (Bild: PD/Caritas Schweiz)

Wenn es nach dem Willen der Stadtregierung geht, werden alle St.Gallerinnen und St.Galler in Zukunft pro Kubikmeter bezogenem Wasser einen Rappen in einen Fonds einzahlen. Mit dem Geld sollen Trinkwasserprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern unterstützt werden.

Durchschnittlich fünfzig Rappen pro Kopf und Jahr

Eine grosse Belastung wird dieser sogenannte Wasser-Rappen für die Haushalte nicht sein: Beim heutigen Wasserverbrauch wird jede Städterin und jeder Städter pro Jahr im Schnitt mit fünfzig Rappen zur Kasse gebeten. Im neuen Fonds sollen so gemäss Rechnung des Stadtrats in der Vorlage ans Stadtparlament jährlich rund 60'000 Franken zusammenkommen.

Mit Einführung des Wasser- Rappens will der Stadtrat Konsequenzen aus dem Beitritt von St.Gallen zur Initiative «Blue Community» ziehen. Damit hat sich die Stadt – neben der Uni, der Pädagogischen und der Fachhochschule – zur Stärkung der Nachhaltigkeit der Wasserversorgung verpflichtet.

Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht

Mitglieder der «Blue Community» anerkennen den Zugang zu Wasser als Menschenrecht. Aus dem Grund setzen sie sich ein, dass Wasserdienstleistungen in öffentlicher Hand bleiben. Den Punkt unterstützt der St.Galler Stadtrat gemäss Wasser-Rappen-Vorlage ausdrücklich: Als Service Public müsse der Zugang zu Wasser von der öffentlichen Hand gewährleistet werden. Eine Verlagerung der Wasserversorgung zur Privatwirtschaft «ist für den Stadtrat undenkbar».

Stadtrat Peter Jans: Für ihn ist der Wasser-Rappen ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Menschen, die immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. (Bild: Michel Canonica - 14. Januar 2019)

Stadtrat Peter Jans: Für ihn ist der Wasser-Rappen ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Menschen, die immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. (Bild: Michel Canonica - 14. Januar 2019)

Ebenfalls aktiv sind die St.Galler Mitglieder der «Blue Community» bei der Förderung des Konsums von Leitungs- anstelle von Flaschenwasser. Stadt, HSG und PHSG haben dafür schon 7000 mehrfach verwendbare Trinkflaschen unter Studienanfängern verteilt.

Stadtrat Peter Jans: «Ein Akt der Solidarität»

Der «Blue Community» beigetreten sei die Stadt aus Solidarität zu den vielen Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern, die keinen Zugang zu sauberem Wasser hätten, sagt Stadtrat Peter Jans. Mit dem Wasser-Rappen wolle man die Unterstützung für Projekte zu ihren Gunsten institutionalisieren.

Mit 60'000 Franken im Jahr könne man die bestehenden riesigen Probleme nicht lösen, räumt Jans ein. Man könne damit aber Vorhaben unterstützen, die für die Betroffenen sicher sehr wertvoll seien. Zudem sei der Stadtsanktgaller Beitrag an die weltweite Verbesserung der Wasserversorgung nur einer von vielen. Über die Einführung des Wasser-Rappens wird das St.Galler Stadtparlament entscheiden.

St.Galler Wasserpreis soll demnächst «deutlich» sinken

In der Stadt St.Gallen werden pro Kopf und Tag im Schnitt 140 Liter Wasser verbraucht. Abgerechnet wird der Wasserbezug von den Stadtwerken in Kubikmetern. Ein Kubikmeter oder 1000 Liter Trinkwasser kosten seit dem 1. April 2006 unverändert 2.66 Franken.

In der Vergangenheit gab’s an der Höhe des Preises immer wieder einmal Kritik, weil er in Städtevergleichen einer der höchsten der Schweiz ist. Das könnte sich jetzt ändern. Weil die städtische Wasserrechnung in den vergangenen Jahren grössere Überschüsse erwirtschaftet hat, will der Stadtrat den Trinkwasserpreis noch 2019 «substanziell» senken.

Diese Senkung würde durch die Einführung des sogenannten Wasser-Rappens um einen Rappen pro Kubikmeter geschmälert. Auf welchen Zeitpunkt die Preissenkung erfolgen und wie hoch sie sein wird, ist Gegenstand von Diskussionen. Der Stadtrat will demnächst entscheiden. Die Idee ist gemäss Stadtrat Peter Jans eine Senkung «um deutlich mehr als den einen Rappen» für den neuen Fonds zur Unterstützung von Wasserprojekten. (vre)

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