Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

St.Galler Stadtrat will mehr über Chancengleichheit wissen

Parlamentarier fragen, wie die Schule Chancengleichheit fördert. Der Stadtrat dämpft die Erwartungen.
Nicht alle Kinder starten mit den gleichen Chancen in ihre Schulkarriere. (Bild: Ralph Ribi)

Nicht alle Kinder starten mit den gleichen Chancen in ihre Schulkarriere. (Bild: Ralph Ribi)

(jw) Der Stadtrat will das Postulat «Das Bildungssystem bleibt ungerecht» vom Parlament erheblich erklären lassen. Folgt das Parlament dem Antrag, wird der Stadtrat einen Bericht zur Chancengleichheit ausarbeiten lassen. Das Postulat war im April von Eva Crottogini, Vica Mitrovic (beide SP), Jacqueline Gasser-Beck (GLP), Franziska Ryser (Junge Grüne) und Karin Winter-Dubs (SVP) eingereicht worden.

Die Postulantinnen und der Postulant möchten unter anderem in Erfahrung bringen, wie es in der Stadt um Chancengerechtigkeit für Schülerinnen und Schüler steht, insbesondere hinsichtlich sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und Geschlecht. Auch über bereits ergriffene und mögliche weitere Massnahmen zur Förderung der Chancengleichheit soll informiert werden.

Fundiertes Wissen ist eine willkommene Grundlage

«Aktuelles Wissen über die Chancengerechtigkeit hat einen wichtigen Stellenwert und ist Grundlage für bildungspolitische Entscheide», sagt der Stadtrat. Deswegen begrüsse er das Postulat. Der Bericht solle in allgemeiner Weise die wichtigsten Erkenntnisse aus bereits vorliegenden Untersuchungen und Publikationen zusammenfassen. Ergänzend solle auch geprüft werden, ob spezifische Aussagen zur Situation in der Stadt St.Gallen gemacht werden könnten. Eigene Daten sollen allerdings nicht erhoben werden, «weil dies mit erheblichem Aufwand und unverhältnismässigen Kosten verbunden wäre», wie der Stadtrat schreibt. Möglich wäre aber, dass Fachleute mit einer entsprechenden Analyse oder Studie beauftragt würden. Und nebst der Auflistung bereits ergriffener Massnahmen soll der Bericht auch zeigen, was darüber hinaus noch getan werden müsste und könnte.

Angesichts der komplexen Problemstellung dämpft der Stadtrat aber die Erwartungen: Eine Stadt könne zwar einen Beitrag zur Verringerung von Chancenungleichheit leisten, sie aber nicht verhindern. Gleiche Start- und damit auch Ausbildungschancen können nicht für alle Schülerinnen und Schüler erreicht werden. «Denn nicht alle haben die gleichen Chancen», hält der Stadtrat fest.

Der Einfluss der Familie ist am grössten

Die Stadt habe bereits viel zur Verringerung der Ungleichheit beigetragen, findet der Stadtrat. Er verweist dabei auf die frühe Förderung in Kindergarten, Schulen, im Rahmen von Praxis- und Begleitprojekten oder durch die Intensivierung der Elternarbeit. Dennoch zeige die Forschung «bei allem Optimismus» eindeutig, dass der Einfluss der Familie auf die kindliche Entwicklung deutlich grösser sei als jener von familienexterner Betreuung und Förderung.

Erst der Stadtrat macht aus dem Vorstoss ein Postulat

Der Stadtrat beantragt nicht nur die Erheblichkeitserklärung des Postulats, sondern auch eine Änderung am Wortlaut. Diese werde nötig, weil die Postulanten anstelle eines Auftrags an den Stadtrat fünf Fragen formulieren. Dieser vertritt aber die Meinung, dass er sich mit der neuen Formulierung eng an der Fragestellung des Postulats orientiert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.