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St.Galler Stadtrat will dem ständigen Markt noch eine Chance geben

Die Stadt St.Gallen plant, die Parkplätze auf dem Marktplatz bis Ende Jahr aufzuheben. Auf der freien Fläche will sie die verschiedenen Märkte neu anordnen und sie dadurch stärken. Sie nimmt die Händler des ständigen Marktes damit aber auch in die Pflicht.
David Gadze
Der ständige St.Galler Markt ist heute vom Kubus des «Klipp-Klapp»-Standes bis zur Rondelle verstreut. Der Stadtrat will das mit seiner Konzentration beim «Klipp-Klapp» ändern. Voraussetzung dafür ist die Aufhebung der Parkplätze rechts im Bild. (Bild:Urs Bucher)

Der ständige St.Galler Markt ist heute vom Kubus des «Klipp-Klapp»-Standes bis zur Rondelle verstreut. Der Stadtrat will das mit seiner Konzentration beim «Klipp-Klapp» ändern. Voraussetzung dafür ist die Aufhebung der Parkplätze rechts im Bild. (Bild:
Urs Bucher)

Der Autoverkehr auf dem Marktplatz dürfte schon in einigen Monaten der Vergangenheit angehören. Die Stadt plant, die 22 Parkplätze entlang der Bank Acrevis und des Restaurants Marktplatz spätestens bis Ende Jahr aufzuheben, ebenso die zehn Parkplätze auf dem Blumenmarkt. Damit setzt sie die 2012 vom Parlament angenommene Initiative «Für einen autofreien Marktplatz» um.

Die Aufhebung der Parkplätze auf dem Marktplatz erfolge «zu Gunsten organisatorischer Verbesserungen des Marktes», teilte die Stadt mit. Das Ziel sei, ihn durch ein Zusammenrücken der Häuschen und diversen Märkte nachhaltig zu etablieren. Die Stadt will die seit Jahren provisorische Situation auf dem Markt angehen und eine Zwischenlösung anbieten, bis die neue Platzgestaltung realisiert werden kann.

Ständiger Markt beim «Klipp-Klapp»

«Der ständige Markt ist heute über den ganzen Platz verstreut und bildet keine Einheit. Mit der Neuanordnung wollen wir auf dem Marktplatz einen neuen Schwerpunkt schaffen», sagt Stadträtin Maria Pappa. Es sei vorgesehen, den Markt beim silbrigen «Klipp-Klapp»-Stand von Rita Zenglein zu konzentrieren. Der Bauernmarkt und der Wochenmarkt sollen an ihn anschliessen und bei Bedarf bis vor die Arkade der Bank Acrevis verlängert werden.

Der «Klipp-Klapp»-Marktstand entstammt einem früheren verunglückten Versuch, den ständigen St.Galler Markt attraktiver zu gestalten. Der Kubus (im Bild bei der Montage) litt am Anfang unter Kinderkrankheiten. Dann blieb er aus politischen Gründen ein Einzelstück. (Bild: Hannes Thalmann)

Der «Klipp-Klapp»-Marktstand entstammt einem früheren verunglückten Versuch, den ständigen St.Galler Markt attraktiver zu gestalten. Der Kubus (im Bild bei der Montage) litt am Anfang unter Kinderkrankheiten. Dann blieb er aus politischen Gründen ein Einzelstück. (Bild: Hannes Thalmann)

Die Stadt habe zusammen mit den Markthändlern auch andere Varianten für die Anordnung der Märkte geprüft, sagt die Baudirektorin: «Wir suchen eine Lösung, die für alle passt.» Eine Idee sei gewesen, die permanenten Stände neben der Rondelle zu gruppieren. Dafür hätten aber praktisch alle Markthäuschen gezügelt werden müssen. Das Risiko, sie bei der Verschiebung (zu) stark zu beschädigen, sei jedoch zu gross. Ausserdem hätten sich die Vertreter der diversen Märkte aus verschiedenen Gründen für den Standort beim «Klipp-Klapp» ausgesprochen.

Die grünen Markthäuschen sind marode

Die grünen Markthäuschen sind grösstenteils in einem schlechten Zustand. In den vergangenen Jahren hat die Stadt einige abgerissen, auch weil die Nachfrage danach fehlte. Das hat zur heutigen verstreuten Situation beigetragen. Nun will die Stadt die Markthüsli auffrischen, um sie weiterhin beziehungsweise wieder vermieten zu können. Sie erhofft sich davon, dass in die leer stehenden Häuschen wieder Leben einkehrt: «Wir führen derzeit Gespräche mit Interessenten – und es sieht gut aus», sagt Maria Pappa im Gespräch.

Es gebe aber noch weitere «Aufgaben» zu erledigen. So sei offen, wo die Markthändler wie viel Platz für ihre Lieferwagen und Autos brauchten. Da sie diese oft als «Warenlager» nutzten, müssten sie die Fahrzeuge in der Nähe der Stände abstellen können. Ausserdem müsse die Stadt die Statik der Keller unter dem Marktplatz überprüfen. Diese müssten so geschützt werden, dass Lieferwagen sie künftig nicht mehr befahren können. Auch will die Stadt auf der freien Fläche bei der Rondelle «flexible Sitzmöglichkeiten» anbieten.

«Entweder wir schaffen es schon jetzt, die Attraktivität des ständigen Marktes zu steigern, oder wir müssen ihn hinterfragen.»
Maria Pappa, Baudirektorin Stadt St.Gallen

Ebenso sei offen, wie gross der Renovierungsbedarf für die Markthäuschen sei, wie teuer die Renovierung werde sowie ob und in welcher Höhe sich die Markthändler daran beteiligen würden, sagt Pappa. «Die Stadt wird vermutlich einen Grossteil der Kosten übernehmen, solange es sich um werterhaltende Arbeiten handelt.» Bei wertvermehrenden Massnahmen sei hingegen eine Mieterhöhung denkbar. Das Ziel sei aber, die heutigen tiefen Mieten möglichst beibehalten zu können.

Die Händler stehen in der Pflicht

Mit der Neuorganisation des ständigen Marktes gibt die Stadt den Händlern eine Chance, nimmt sie angesichts der anstehenden Neugestaltung des Marktplatzes jedoch auch in die Pflicht. Baudirektorin Maria Pappa: «Entweder wir schaffen es, jetzt schon die Attraktivität des ständigen Marktes zu steigern, oder dann müssen wir seinen Sinn hinterfragen.»

Maria Pappa, Vorsteherin der Direktion Planung und Bau, der Stadt St.Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Maria Pappa, Vorsteherin der Direktion Planung und Bau, der Stadt St.Gallen. (Bild: Benjamin Manser)



Noch ist nämlich offen, wie genau der ständige Markt nach der Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt aussehen könnte. Die Stadt halte jedoch an den Ergebnissen des partizipativen Prozesses fest, die auf den Verzicht auf eine Markthalle hinaus liefen. «Wir wollen einen frei bespielbaren Platz haben», sagt Maria Pappa.

Weitere Details will die Stadt an einem öffentlichen Info-Anlass vom Mittwoch, 4. Juli, 19 Uhr, im Waaghaus vorstellen.

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