St.Galler Stadtrat sagt Kinderfest 2021 ab: «Es ist nicht nur eine Sparmassnahme», verteidigt Schuldirektor Markus Buschor den Entscheid

Es war absehbar: Für St.Gallerinnen und St.Galler ist das Kinderfest eine emotionale Angelegenheit. Entsprechend wirft die Meldung, dass der Traditionsanlass 2021 abgesagt ist, quer durch die Bevölkerung hohe Wellen. Hier die Gründe des Stadtrats für die Absage.

Reto Voneschen
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Kinderfest 2018: Der Umzug vom Vormittag auf dem Bohl.

Kinderfest 2018: Der Umzug vom Vormittag auf dem Bohl.

Bild: Michel Canonica

Die Absage des Kinderfestes 2021 hat der St.Galler Stadtrat am Dienstagvormittag im Rahmen einer Medienorientierung zur Situation der Stadtkasse nach der Coronakrise als eine von vielen Massnahmen zum Ausgleich des Budgets bekanntgegeben. Konkret einsparen kann die Stadt durch die Absage 1,42 Millionen Franken. Dazu kommen immaterielle Leistungen, die städtische Dienststellen jeweils fürs Fest erbringen.

2024 wird das 200-Jahr-Jubiläum des Kinderfest gefeiert

Das nächste Kinderfest findet regulär 2024 statt. Dann jährt sich die erste Durchführung des Traditionsanlasses zum 200. Mal. Das soll dann nach Angaben an der stadträtlichen Medienorientierung Anlass für «ein speziell grosses und schönes Fest» werden soll.

Auch dem Stadtrat tue die Absage des Kinderfests 2021 ausserordentlich weh, sagt Schuldirektor Markus Buschor im Interview. Der Anlass gehöre zur Tradition der Textilstadt St.Gallen. Und mit den Durchführungen 2015 und 2018 habe man das Fest erfolgreich neu lanciert, unter anderem mit dem verstärkten Einbezug von Textilunternehmen aus Stadt und Region.

Der Verzicht aufs Kinderfest 2021 ist gemäss Schuldirektor Buschor zu einem kleineren Teil eine Sparmassnahme. Beim Entscheid für den Verzicht ausschlaggebend gewesen seien die Unsicherheiten wegen des Coronavirus: Niemand könne sagen, wie sich die Pandemie entwickle, und niemand wisse, wie es mit Grossveranstaltungen weitergehe - und das Kinderfest sei eine Grossveranstaltung mit langer Vorbereitungsphase.

Viel Aufwand für ein Fest, das am Ende nicht stattfinden kann?

Die Vorbereitungen für den Anlass starten jeweils schon im Vorjahr: Das erste Treffen für das Kinderfest 2021 hätte gemäss Markus Buschor bereits diesen April stattfinden sollen. Es fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Vorbereitungsgruppen an den Schulen steigen jeweils im Frühherbst vor dem Fest in die Vorbereitung ein. Im halben Jahr vor dem Fest wird in den Schulhäusern intensiv für den Auftritt geprobt.

Die Schulen stünden derzeit wegen der Coronakrise stark unter Druck. Der Stadtrat sei der Ansicht, dass man ihnen deshalb die Belastung für ein Kinderfest, das am Ende vielleicht gar nicht durchgeführt werden könne, nicht auch noch aufladen dürfe, sagt Schuldirektor Markus Buschor. Das Gleiche gelte für die Unternehmen der Textilindustrie: Angesichts der Coronakrise hätten viele von ihnen zu kämpfen, auch ohne die Zusatzbelastung durch ein Kinderfest.

Das bisher letzte Kinderfest von 2018

(Bild: Hanspeter Schiess)
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Letzte Vorbereitungen, bevor der Kinderfest Umzug durch die Strassen zieht.(Bild: Michel Canonica)
Die Ruhe vor dem Sturm. (Bild: Michel Canonica)
Viel Qualm und Rauch: Die Böllerschüsse ab der Falkenburg wecken die Stadt St. Gallen am Morgen des Kinderfestes.(Bild: Michel Canonica)
Die Kanone wird geladen. (Bild: Michel Canonica)
Die traditionellen Böllerschüsse bei Sonnenaufgang ab der Falkenburg sind der Startschuss fürs Kinderfest 2018.(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Hanspeter Schiess)

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Reto Voneschen und Daniel Wirth