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St.Galler Stadträtin erwartet zweites Kind: Mami im Rathaus

Stadträtin Sonja Lüthi erwartet im November ihr zweites Kind – ziemlich genau ein Jahr nach ihrer Wahl in die Stadtregierung. Die Planung ihrer Politkarriere tangiert das freudige Ereignis heute noch nicht.
Daniel Wirth
Sonja Lüthi an der Pressekonferenz über die Neuverteilung der Direktionen nach ihrer Wahl. (Bild: Michel Canonica - 30. November 2017)

Sonja Lüthi an der Pressekonferenz über die Neuverteilung der Direktionen nach ihrer Wahl. (Bild: Michel Canonica - 30. November 2017)

Die Meldung aus dem Rathaus der Stadt St.Gallen kam gestern ein wenig überraschend: Stadträtin Sonja Lüthi, seit Anfang Jahr Vorsteherin der Direktion Soziales und Sicherheit, erwartet im November ihr zweites Kind. Die 37-jährige Grünliberale werde bei gutem Verlauf der Schwangerschaft bis zur Geburt des Kindes arbeiten und danach ihren Mutterschaftsurlaub beziehen. In diesen 14 Wochen werde Lüthi eng mit ihrem Stab zusammenarbeiten und auch wichtige Termine wahrnehmen, heisst es im Communiqué der Stadt.

Lüthi will im Kantonsrat bleiben

Sonja Lüthi ist seit 2015 auch Mitglied des Kantonsrats. Dieses Mandat werde sie weiterführen, sagt sie im Gespräch mit dem «Tagblatt». Viele Geschäfte im Kantonsrat hätten Auswirkungen auf die Stadt St.Gallen und auf Aufgaben in ihrem Zuständigkeitsbereich. Aus diesem Grund erachte sie ihr Kantonsratsmandat für sich und die Stadt als wertvoll.

Sie sei überzeugt, Familie, Beruf und politisches Mandat vereinbaren zu können, sagt Lüthi. Ihr Mann sei Unternehmer, arbeite zu Hause und verbringe heute schon viel Zeit mit ihrer Tochter.

«Wie wir uns nach der Geburt unseres zweiten Kindes organisieren, wird wohl nicht viel anders sein als heute.»

Insbesondere zu Beginn werde ihr Mann sich ausschliesslich um die Kinder kümmern. Ihr Mann sei schon heute eine unentbehrliche Kraft im Haushalt, schreibt Sonja Lüthi auch in einem Post auf Facebook.

Kandidatur für den Nationalrat?

Sonja Lüthi ist das Aushängeschild der Grünliberalen in der Ostschweiz. Und im Herbst nächsten Jahres sind eidgenössische Wahlen. Da drängt sich eine Kandidatur der St.Galler Stadträtin bei den Nationalratswahlen fast auf. Sie könne heute nicht sagen, ob sie kandidieren werde oder nicht, sagt die grünliberale Politikerin.

Die Geburt ihres zweiten Kindes werde in ihren Erwägungen für oder gegen eine Nationalratskandidatur aber eine wichtige Rolle spielen. Was Sonja Lüthi nicht unbedingt will, ist ein langer Wahlkampf als schwangere Frau oder Mutter eines Bébés. «Das stelle ich mir anstrengend vor.» Die Stadträtin weiss, wovon sie redet. Im vergangenen Jahr führte sie einen intensiven Wahlkampf gegen Boris Tschirky, den sie im zweiten Wahlgang überraschend deutlich hinter sich liess.

«Kind kein Grund gegen eine Kandidatur»

Sonja Lüthi ist eine gewiefte und ambitionierte Politikerin, die sich nicht in die Karten schauen lässt, was ihre Politkarriere angeht. Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) wird aller Voraussicht nach 2020, Ende der laufenden Legislatur, zurücktreten. Bei Spekulationen um seine Nachfolge bringen Politbeobachter immer wieder auch Sonja Lüthi ins Spiel.

Wie bei der Frage nach einer Nationalratskandidatur gibt sich Lüthi auch bei der Frage nach ihren Ambitionen als junge Mutter für das Stadtpräsidium bedeckt. «Meine Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt meines zweiten Kindes sind heute kein Grund für mich, eine Kandidatur auszuschliessen», sagt die städtische Sozial- und Sicherheitsdirektorin.

Einige Wähler dürften sich wundern

Ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt gibt Sonja Lüthi ihre Schwangerschaft bekannt. Es werde Wählerinnen und Wähler geben, die sich darüber wunderten, gibt sie zu. «Aber», sagt sie, «es gab schon im Wahlkampf Wählerinnen und Wähler, die mir sagten, sie freuen sich auf den Augenblick, in dem ich die Geburt meines zweiten Kindes ankündigen werde.» Stadträtin und Mutter – das müsse heute einfach möglich sein, sagt Lüthi. Sie wird während des Mutterschaftsurlaubs von Stadträtin Maria Pappa vertreten.

Werdende Mütter in Exekutiven sind rar

Carol Mauerhofer, Medienverantwortliche beim Schweizerischen Städteverband, muss ziemlich lange überlegen, bis ihr eine Frau in den Sinn kommt, die als Mitglied einer Stadtregierung schwanger wurde. Aber: Sonja Lüthi ist nicht die erste Frau in der Schweiz, die als amtierende Stadträtin ein Kind zur Welt bringen wird. Sandrine Salerno (SP), Stadträtin in Genf, wurde ebenfalls Mutter, als sie regierte. Eine prominente werdende Mutter und Politikerin der Gegenwart ist Jacinda Ardern, die Premierministerin Neuseelands; sie erwartet ihr erstes Kind in wenigen Tagen. Und Benazir Bhutto war im Jahr 1990 Pakistans Premierministerin, als sie ihre Tochter Bakhtawar bekam. (dwi)

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