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Happy End für entlaufene Schildkröte

Eine Schildkröte aus dem St.Galler Quartier Bruggen hat eine abenteuerliche Reise hinter sich. Sie musste aus einem Kanalbecken der Sitter gerettet werden – was sich als doppelter Glücksfall erwies.
David Gadze
Die Schildkröte aus dem Kanalbecken an der Sitter im Tierheim Sitterhöfli. (Bild: Benjamin Manser)

Die Schildkröte aus dem Kanalbecken an der Sitter im Tierheim Sitterhöfli. (Bild: Benjamin Manser)

Am Mittwoch haben zwei Kinder und ihre Eltern in einem Kanalbecken an der Sitter eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Im Wasser schwamm eine Landschildkröte. Sie sei aber nicht in der Lage gewesen, das Kanalbecken aus eigener Kraft zu verlassen, und sei darin fast ertrunken, teilt die Stadtpolizei St.Gallen mit. Die Eltern informierten sofort die Polizei. Schliesslich hätten Mitarbeiter des Tierschutzes der Stadtpolizei die Schildkröte unter tatkräftiger Mithilfe der Familie retten können. Dazu hätten sie einen Kescher mit einer Stange, die für die Reinigung des Kanalbeckens verwendet wird, verlängert und das Tier aus dem Wasser geholt. Die Schildkröte brachten sie dann ins Tierheim Sitterhöfli.

Die Rettungsaktion mit einem verlängerten Kescher. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

Die Rettungsaktion mit einem verlängerten Kescher. (Bild: Stadtpolizei St.Gallen)

Wie die Schildkröte ins Kanalbecken gelangt sei, sei unklar, sagt Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei. «Wir wissen nicht, ob sie reingefallen ist oder mit der Sitter angeschwemmt wurde.» Ebenso sei unklar, ob jemand das Tier ausgesetzt habe oder ob es entlaufen sei. Das Aussetzen von Tieren sei jedenfalls strafbar und habe eine Anzeige wegen Tierquälerei zur Folge.

Vermutlich auf Liebesreise


Der Schildkröte hat das Abenteuer in der Sitter offenbar nicht allzu viel ausgemacht. «Es geht ihr gut, sie tigert im Gehege herum und ist sehr aktiv», sagt Heinz Staub, Geschäftsführer des «Sitterhöfli». Das Tier habe eine Panzerlänge von etwa 17 Zentimetern, sei etwa zehn Jahre alt und vermutlich männlich. Er gehe davon aus, dass die Schildkröte ausgebrochen sei – das versuche sie auch in ihrem temporären neuen Zuhause andauernd. «Im Sommer ist die Paarungszeit. Dann sind die männlichen Tiere ‹giggerig› und machen sich auf die Suche nach einer Partnerin», sagt Staub. Ihre Liebesreise endet dann regelmässig im «Sitterhöfli». Das sei bereits die vierte Schildkröte, die diesen Sommer abgegeben worden sei. Zwei davon seien inzwischen wieder bei ihren Besitzern.


Das «Sitterhöfli» wartet jeweils 14 Tage darauf, dass sich der Halter eines Findeltieres meldet. Danach sucht das Team diesem einen neuen Platz. Bei Schildkröten sei dies kein Problem, obwohl sie ein grosses Aussengehege bräuchten: «Wir haben immer wieder Interessenten. Und sonst bleiben die Tiere einfach eine Weile bei uns», sagt Staub. Dem Halter des Tieres verrechnet das «Sitterhöfli» die normalen Pensionskosten.

Fünf Wochen lang unterwegs

Für die gefundene Schildkröte hat sich der Zwischenfall im Kanalbecken der Sitter am Ende als Glück im Unglück erwiesen: Noch am Donnerstagnachmittag entdeckten ihre Besitzer, eine Familie aus dem Quartier Bruggen, auf der Homepage des «Sitterhöfli» die Bilder und holten ihr ausgebüxtes Haustier sogleich ab. «Sie war vor etwa fünf Wochen ausgebrochen und seither in der freien Wildbahn unterwegs», sagt Heinz Staub. Dies sei für Schildkröten kein Problem. Nach den Strapazen in der Sitter dürfte das Tier allerdings froh sein, wieder zu Hause zu sein.

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