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St.Galler Stadtpolizist zum Schulanfang: «Handbewegungen helfen den Kindern nicht»

Der erste Schultag nach den Ferien ist vorbei. Wie gut haben sich die Kinder im gefährlichen Strassenverkehr zurecht gefunden? Ein St.Galler Stadtpolizist erzählt von seiner Arbeit und wie es um das Verhalten im Strassenverkehr steht.
Alexandra Pavlovic
Stadtpolizist Edi Neuschwander begutachtet mit St.Galler Erstklässlern den Strassenverkehr vor einem Zebrastreifen. (Bild: Raphael Rohner)

Stadtpolizist Edi Neuschwander begutachtet mit St.Galler Erstklässlern den Strassenverkehr vor einem Zebrastreifen. (Bild: Raphael Rohner)

Warte, luege, lose, laufe - wer sich an den ersten Schultag erinnert, dem dürfte dieser Spruch bekannt sein. Dank diesem weiss jedes Kind: Die Strasse darf erst überquert werden, wenn die Fahrzeuge still stehen. «Gerade im Strassenverkehr ist das richtige Verhalten überlebenswichtig», sagt Edi Neuschwander. Als einer von vier Polizisten der Stadtpolizei St.Gallen überwacht der 58-Jährige zum heutigen Schulanfang die Schulwege im Osten der Stadt und richtet sein Augenmerk besonders auf die Kleinsten. «Viele sind noch zu klein, um die Risiken abzuschätzen. Es ist wichtig, ihnen die richtigen Anweisungen mit auf den Weg zu geben. Wenn so Unfälle mit Kindern verhindert werden können, bin ich glücklich.»

Wichtig ist: «Rad steht, Kind geht»

Seine Überwachung startet der Stadtpolizist im Osten St.Gallens, im Stephanshorn-Quartier. Besonders die Kreuzung vor der Stephanshorn-Klinik sei stark frequentiert und daher nicht ungefährlich. Nicht nur Autos würden hier ständig ein und aus fahren, auch der Bus sowie zahlreiche Velofahrer seien unterwegs. «Die Kinder müssen hier besonders achtsam sein», sagt Neuschwander. Ein kurzer Blick und danach loslaufen, das reiche nicht. Wichtig sei, dass die Kinder warten und erst dann die Strasse überqueren, wenn Autos oder Radfahrer still stehen: «Rad steht, Kind geht», heisst die Devise.

Nicht nur das richtige Verhalten im Strassenverkehr ist dem Polizisten ein wichtiges Anliegen, sondern auch, dass die Kinder lernen ihre Umgebung laufend wahrzunehmen. «Auf dem Weg zur Schule erleben sie allerlei und kommen mit vielem in Kontakt», sagt Neuschwander. Diese Erfahrungen würden die Sinne der Kinder schärfen, was ihnen auch im Umgang mit dem Strassenverkehr zugute komme.

Der 58-jährige Stadtpolizist erklärt Schülerinnen worauf im Strassenverkehr alles zu achten ist. (Bild: Raphael Rohner)

Der 58-jährige Stadtpolizist erklärt Schülerinnen worauf im Strassenverkehr alles zu achten ist. (Bild: Raphael Rohner)

Über 25 Erstklässler haben am Morgen dank Edi Neuschwanders Anweisungen sicher die Schule erreicht. Dass Neuschwander seine Arbeit mit viel Hingabe ausführt, zeigt nicht nur die Tatsache, dass er die Verkehrs- und Sicherheitsinstruktionen seit 21 Jahren ausführt, sondern auch sein Umgang mit den Kindern. Der 58-Jährige markiert nicht den strengen Polizisten, sondern geht sehr einfühlsam mit ihnen um. Er wünscht vielen einen guten Start, macht Komplimente für die schönen Rucksäcke und Regenjacken und lobt beim richtigen Verhalten vor dem Fussgängerstreifen. Zudem vergewissert er sich bei allen, ob sie das Prinzip der sicheren Strassenüberquerung verstanden haben. «Wann dürft ihr loslaufen?» ist denn auch eine der häufigsten Fragen, welche die Kinder vom Polizisten zu hören bekommen.

«Wann dürft ihr loslaufen?»: Mit der Frage vergewissert sich der Stadtpolizist immer wieder, ob die Kinder das Prinzip der Strassenüberquerung verstanden haben.

«Wann dürft ihr loslaufen?»: Mit der Frage vergewissert sich der Stadtpolizist immer wieder, ob die Kinder das Prinzip der Strassenüberquerung verstanden haben.

Handbewegungen und Lichthupen nützen nichts

In all den Jahren sei der Schulanfang in seinem Arbeitsgebiet ohne grössere Vorkommnisse verlaufen, sagt der Stadtpolizist. Zu Unfällen sei es bisher zum Glück nicht gekommen. Zu verdanken sei das nicht nur den Eltern und Lehrern, die die Kinder optimal auf den Schulweg vorbereiten, sondern auch der Kampagne, mit welcher die St.Galler Stadtpolizei Verkehrsteilnehmer wie Auto-, Velo- oder Lastwagenfahrer sensibilisiere. «Die meisten verhalten sich richtig, wenn sie Kinder auf der Strasse sehen», sagt er. Dennoch gebe es immer wieder einige, die durch langsames Anrollen, Handbewegungen oder gar auch Lichthupen den Kindern Zeichen zum Überqueren der Strasse geben.

Edi Neuschwander, St.Galler Stadtpolizist.

Edi Neuschwander, St.Galler Stadtpolizist.

All das mache die Aufgabe für die Kinder aber nicht leichter und helfe ihnen auch nicht.«Viel wichtiger ist, einige Meter vor dem Fussgängerstreifen stehen zu bleiben. Wenn die Räder stehen, weiss das Kind, dass der Weg frei ist und es loslaufen könne», so Neuschwander.

Der St.Galler Stadtpolizist wird noch die ganze Woche für die Kinder im Einsatz stehen und aufmerksam mit ihnen das richtige Verhalten im Strassenverkehr üben. Bis auch das letzte weiss: «Rad steht, Kind geht.»

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