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St.Galler Stadtparlamentarier finden: Schlecht ausgebaute S-Bahn bestraft den Westen von St.Gallen doppelt

Zwei Parlamentarier kritisieren Mehrkosten beim öV durch mangelhafte S-Bahn-Anschlüsse. Dadurch entstünden den ÖV-Passagieren zusätzliche Kosten, kritisieren Remo Daguati und Barbara Hächler in einer Einfachen Anfrage.
David Gadze
Der Bahnhof Winkeln: Schlechte S-Bahn-Verbindungen auf überregionale Züge in Gossau. (Bild: Thomas Hary - 3. September 2018)

Der Bahnhof Winkeln: Schlechte S-Bahn-Verbindungen auf überregionale Züge in Gossau. (Bild: Thomas Hary - 3. September 2018)

Das mangelhafte S-Bahn-Angebot im Westen der Stadt St.Gallen hat einen weiteren politischen Vorstoss ausgelöst. Diesmal geht es aber nicht direkt um die schlechten Verbindungen, sondern die daraus resultierenden Mehrkosten für die Fahrgäste: Die beiden Stadtparlamentarier Barbara Hächler (CVP) und Remo Daguati (FDP), die selbst im Westen wohnen, haben beim Stadtrat eine Einfache Anfrage zu dieser «doppelten Bestrafung» eingereicht.

FDP-Stadtparlamentarier Remo Daguati.

FDP-Stadtparlamentarier Remo Daguati.

«Über Jahrzehnte hinweg» seien Stadtbewohner aus dem Westen – womit Hächler und Daguati namentlich die Einzugsgebiete der Bahnhöfe Bruggen und Winkeln meinen – in Richtung Zürich (oder weiter) via Gossau gereist. Dort hätten sie «schnell und unkompliziert» von der S-Bahn auf den Fernverkehr umsteigen können. Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember sei dies aber nicht mehr möglich.

Den Interregion um vier Minuten verpasst

ÖV-Nutzer aus den westlichen Stadtteilen seien wegen langer Wartezeiten oder fehlender Anschlüsse gezwungen, über den St.Galler Hauptbahnhof zu reisen, um dort auf dem Fernverkehr umzusteigen. Eine Fahrplan-Abfrage zeigt: Von den zwei Zügen pro Stunde, die von Bruggen nach Gossau fahren, hat nur einer einen schlanken Anschluss nach Zürich. Der zweite verpasst den Interregio in Gossau um vier Minuten.

Bahnhof Bruggen: Mit der S-Bahn verpasst man von hier aus in Gossau Züge nach Zürich um knappe vier Minuten. (Bild: Ralph Ribi - 3. September 2018)

Bahnhof Bruggen: Mit der S-Bahn verpasst man von hier aus in Gossau Züge nach Zürich um knappe vier Minuten. (Bild: Ralph Ribi - 3. September 2018)

Winkeln hat immerhin vier Züge pro Stunde nach Gossau, aber de facto einen Halbstundentakt, weil jeweils zwei Züge fünf Minuten nacheinander fahren. Von diesen hat nur einer Anschluss in Gossau – mit einer Wartezeit von mehr als 20 Minuten, wodurch sich die Reisezeit auf eineinhalb Stunden verlängert. Eine halbe Stunde später – mit derselben S-Bahn wie vom Bahnhof Bruggen – verpasst man in Gossau den Zug nach Zürich wiederum um vier Minuten.

Ein Preisaufschlag von 14 Prozent

Der Umweg über den Hauptbahnhof führe auch zu erheblichen Mehrkosten bei den Billetten, heisst es im Vorstoss. Ein Retourbillett Bruggen–Gossau–Zürich koste 60 Franken ohne Ermässigungen. Via Hauptbahnhof bezahle man hingegen 64 Franken.

«Da über weite Tagesabschnitte keine oder kaum funktionierende S-Bahn-Verbindungen bestehen, müssten bei der Nutzung der Buslinien aus dem Westen sogar 68.40 Franken für den City-Zuschlag für den örtlichen Nahverkehr bezahlt werden, um Zürich weiterhin mit dem öV zu erreichen.» Mit dem ärgerlichen Umweg seien somit auch noch Mehrkosten von 8.40 Franken oder 14 Prozent verbunden, rechnen Hächler und Daguati vor.

Weichen «Westler» auf andere Verkehrsmittel aus?

Bewohner aus den westlichen Quartieren von St.Gallen, die weiterhin den öffentlichen Verkehr nutzen wollten, müssten also nicht nur «höchst unattraktive Umwege mit ärgerlichen Wartezeiten», sondern teils erhebliche Mehrkosten bei den Billettpreisen auf sich nehmen. In ihrem Vorstoss stellen die beiden Parlamentsmitglieder dem Stadtrat in diesem Zusammenhang verschiedene kritische Fragen.

CVP-Stadtparlamentarierin Barbara Hächler.

CVP-Stadtparlamentarierin Barbara Hächler.

Zum einen möchten sie wissen, wie er sich grundsätzlich zum Umstand stellt, dass die Bewohner im Westen der Stadt für die Umwege über den Hauptbahnhof durch höhere Ticketpreise gestraft werden. Zum anderen erkundigen sie sich, ob der Stadtrat einen Zusammenhang sieht zwischen dieser unattraktiven Preispolitik und dem Umstand, dass «mehr und mehr Stadtbewohner aus dem Westen auf alternative Verkehrsmittel wie Auto, Velo oder sonstiges ausweichen. Einen Beleg für diese These liefern die beiden Parlamentarier allerdings nicht.

Schliesslich fragen Barbara Hächler und Remo Daguati, ob es aus Sicht des Stadtrats prüfenswert sei, dass die Stadt St.Gallen diese «mehrfache Diskriminierung der öV-Nutzer aus westlichen Stadtteilen» durch geeignete Massnahmen aufhebe oder zumindest verringere.

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