St.Galler Stadtkasse hat 2018 gut gewirtschaftet: 20 Millionen Franken besser als budgetiert

Die Rechnung 2018 der Stadt St.Gallen weist einen Überschuss von 10,9 Millionen Franken aus. Budgetiert war ein Defizit von 9,2 Millionen. Statt 66,6 wurden allerdings auch nur 43,2 Millionen Franken investiert.

Reto Voneschen
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Wolkenspiel am St.Galler Rathaus. (Leserbild: Katharina Nagy - 7. März 2019)

Wolkenspiel am St.Galler Rathaus. (Leserbild: Katharina Nagy - 7. März 2019)

Der Rechnungsabschluss 2018 der Stadt St.Gallen ist gut ausgefallen. Das haben am Montag vor den Medien Stadtpräsident Thomas Scheitlin und Finanzamtchef Michael Urech bei der Vorstellung der Zahlen eingeräumt. Natürlich hat der Stadtpräsident wie schon in den Vorjahren bei der Präsentation der Rechnung in Richtung jener gewarnt, die den Steuerfuss senken wollen.

Zum einen hielt er fest, dass in der nahen Zukunft finanzielle Herausforderungen wegen Einnahmenausfällen, die obere politische Ebenen verursachen, auf die Stadtkasse zukommen werden. Und dass für die nächsten vier bis fünf Jahre viele Investitionen in die Attraktivität der Stadt geplant sind. Wenn man für gute Steuerzahler auch in Zukunft attraktiv bleiben wolle, müsse man sie tätigen.

Überschuss wird auf die hohe Kante gelegt

Soweit das finanzpolitische Ritual. Die Zahlen fürs Jahr 2018 jedenfalls sehen gut auf: Statt einem Defizit von 9,2 resultierte ein Überschuss von 10,9 Millionen Franken, der vollumfänglich ans städtische Eigenkapital geht, also auf die hohe Kante gelegt wird. Das Eigenkapital erreicht damit eine Höhe von 118,4 Millionen Franken.

Der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Ralph Ribi - 27. August 2018)

Der St.Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Ralph Ribi - 27. August 2018)

Der Besserabschluss um rund 20 Millionen Franken gegenüber dem Budget ist vor allem auf Einsparungen bei den Konsumausgaben um rund 18 Millionen, auf höhere Steuereinnahmen bei den juristischen Personen und auf einen Überschuss bei der Grundstückgewinnsteuer zurückzuführen. Der Gesamtaufwand der St.Galler Stadtrechnung 2018 liegt bei 574 Millionen Franken (Vorjahr: 579,5 Millionen), der Gesamtertrag bei 584,9 Millionen (Vorjahr: 591,6 Millionen).

23,4 Millionen Franken zu wenig investiert

Nicht zufrieden können die Verantwortlichen der Stadt mit der Investitionsrechnung 2018 sein. Budgetiert waren Netto-Investitionen von 66,6 Millionen Franken. In Tat und Wahrheit ausgegeben wurden aber 43,2 Millionen Franken.

Hauptursache für den «äusserst niedrigen Wert», wie es an der Medienkonferenz zur Jahresrechnung hiess, sind verschobene Strassen- und Werkleitungsprojekte sowie Schulbauten. Nicht ausgeführt werden können Vorhaben etwa, wenn Einsprachen vorliegen.

Die Planung der Investitionen müsse stringenter werden, sagte Stadtpräsident Scheitlin am Montag selbstkritisch. Wenn geplante Ausgaben in diesem Bereich nicht getätigt würden, entstehe Nachholbedarf. Dieser könne angesichts grosser künftiger Investitionsbedürfnisse zu Engpässen führen.

Auch die Verschuldung sinkt

Immerhin: Dank der tiefen Investitionssumme lag der Eigenfinanzierungsgrad 2018 bei 128,1 Prozent (Vorjahr: 54 Prozent). Damit sank die Verschuldung der Stadt per Ende 2018 um 12,1 auf noch 159,2 Millionen Franken.