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St.Galler Parlamentariern reisst der Geduldsfaden: Sie gründen eine Interessengruppe für den ÖV

Eine Gruppe von Stadtparlamentariern will den Druck auf den Kanton erhöhen, bei der S-Bahn Verbesserungen an die Hand zu nehmen. Nun hat sie eine Interessengruppe für den ÖV ins Leben gerufen.
Die St.Galler Stadtbahnhöfe sollen einen Viertelstundentakt erhalten. Diese Forderung an den Kanton wird immer lauter. (Bild: Thomas Hary/3. September 2018)

Die St.Galler Stadtbahnhöfe sollen einen Viertelstundentakt erhalten. Diese Forderung an den Kanton wird immer lauter. (Bild: Thomas Hary/3. September 2018)

(pd/dag) Mehreren Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentariern ist «der Geduldsfaden ­gerissen». Weil das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St.Gallen «die Umsetzung einer funktionierenden städtischen S-Bahn weiter auf die lange Bank schieben» möchte, haben sie wie angekündigt die IGÖV Stadt St.Gallen gegründet. Das hat die Interessengruppe am Donnerstag mitgeteilt.

Grund für die Unzufriedenheit der Parlamentarier ist eine Studie von Kanton und Stadt St.Gallen sowie der Regio Appenzell AR–St.Gallen–Bodensee. Sie hatte gezeigt, dass ein Viertelstundentakt an den Stadtbahnhöfen auch ohne drittes Gleis zwischen St.Gallen und Gossau möglich wäre. Die Entscheidungsgrundlagen will der Kanton 2023 vorlegen, konkrete Verbesserungen wären erst 2030 möglich. Dafür erntet er von verschiedener Seite teils harsche Kritik.

«Die Zweifel des Kantons sind verfrüht»

«Die Stadt St.Gallen verliert ein weiteres Jahrzehnt in ihrer Verkehrsentwicklung, wenn es nun nicht gelingt, die Arbeiten zu vertiefen und zu beschleunigen», wird Doris Königer (SP, Co-Präsidentin VCS St.Gallen/Appenzell) in der Medienmitteilung zitiert. Der Kanton habe eine «eindimensionale, pessimistische Sichtweise». Er zweifle an der Wirtschaftlichkeit einer zusätzlichen S-Bahn im Halbstundentakt, die über Durchbindungen bis ins Rheintal reiche und vollständig ins
S-Bahn-Netz integriert sei. Diese Zweifel seien ohne fundierte Abklärungen zu Investitions- und Betriebskosten jedoch verfrüht. Auch Remo Daguati (FDP), Standortberater und Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands St.Gallen, übt in der Mitteilung Kritik am Kanton: Dessen Zaudern schade der Standortattraktivität St.Gallens.

«Die Bedeutung und Dringlichkeit einer optimalen S-Bahn als Standortfaktor und Treiber für die Entwicklung von kantonalen Schlüsselarealen in unserer Region wird vom Volkswirtschaftsdepartement schlicht unterschätzt.»

Es gelte deshalb zu ­prüfen, wie Mehrkosten eines zusätzlichen Halbstundentakts zwischen den Stadtbahnhöfen und Gossau durch Einsparungen beim bestehenden Busnetz kompensiert werden könnten. Das hatten bereits die Stadt, die Regio und der Hauseigentümerverband gefordert.

Eine IG für alle Fragen rund um den ÖV

Die IGÖV will sich nicht nur auf die S-Bahn konzentrieren. «Sämtliche politische Fragen rund um die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs mit Bezug und Wirkung auf die Stadt St.Gallen sollen neu überparteilich koordiniert werden», schreibt sie in der Mitteilung. Zentrale Themen seien etwa die Fahrplangestaltung des Kantons und die Anbindung über die Schiene durch den internationalen und nationalen Fern- sowie Regionalverkehr. Auch die Abstimmung des S-Bahn-Systems mit den Zubringern, die regionale Anbindung über den öffentlichen Verkehr sowie das innerstädtische Netz in die Stadtquartiere und ins Stadtzentrum werde die IGÖV Stadt St.Gallen in ihren Fokus rücken.

Ein überparteilicher Ausschuss der IGÖV koordiniert die Arbeiten und vernetzt sich mit bestehenden Interessengruppen auf kantonaler und nationaler Ebene. Jede Fraktion ist mit mindestens einem Mitglied in der IG vertreten: Guido Berlinger-Bolt, Doris Königer (beide SP), Remo Daguati (FDP), Barbara Hächler (CVP), Donat Kuratli (SVP), Franziska Ryser (Junge Grüne) und Markus Tofalo (GLP). Die Interessengemeinschaft wird zu ihren Sitzungen Fachpersonen und politische Entscheidungsträger einladen. Nebst Vorstössen und Mitberichten findet zudem einmal jährlich ein Informationsanlass statt. Die Mitgliedschaft steht Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentariern offen, welche die Ziele der IGöV Stadt St.Gallen mittragen möchten.

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