Kommentar

St.Galler Parkhausprojekt: Der Poker ist aufgegangen

Das lange Ringen um Parkplätze und Parkhäuser in der Innenstadt scheint beendet.

David Gadze
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David Gadze, Ressortleiter Stadt St.Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

David Gadze, Ressortleiter Stadt St.Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

Mit dem gestrigen Entscheid hat der Stadtrat jedenfalls die Türe für eine Lösung weit aufgestossen. Und diese macht Sinn. Ob es von Anfang an ein Pokerspiel von Iso Senn war, lässt sich nicht schlüssig beantworten. Einiges spricht jedoch dafür. Als Sieger geht er allemal hervor.

Das Scheitern der Tiefgarage am Schibenertor – ob durch sein eigenes Projekt mitbeeinflusst oder nicht, sei dahingestellt – spielte Senn zweifellos einen Trumpf in die Hände. Mit der Forderung nach zusätzlichen öffentlichen Parkplätzen, ohne die das Parkhaus kaum finanzierbar sei, setzte er ihn dann gnadenlos ein. Dem Stadtrat blieb am Ende praktisch keine andere Wahl, als die Parkplätze rund um die Bahnhofstrasse dem UG 25 zuzuweisen. Denn ohne das Parkhaus gäbe es für die Parkplätze am Marktplatz keinen Ersatz – und für alle anderen keine unterirdische Alternative.

Dennoch: Mit diesem Entscheid beweist der Stadtrat auch Mut. Es hätte wohl auch sanftere Wege gegeben als die nun vorliegende «Gesamtlösung», die einige Parteien und Verbände nicht goutieren dürften. Und letztlich ist der Stadtrat konsequent. Er hält an seiner Politik fest, oberirdische Parkplätze in den Untergrund zu verschieben – auch wenn dies bedeutet, ältere Entscheide zu revidieren.