Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

St.Galler Naturschützer wehren sich gegen Pferdesportzentrum

Der Naturschutzverein St.Gallen und Umgebung will mit aller Kraft ein Pferdesportzentrum auf dem Breitfeld verhindern. Deshalb hat er eine Resolution beschlossen, noch bevor es überhaupt konkrete Pläne gibt.
Seraina Hess
Auf dem Breitfeld hinter dem Kybunpark könnte in wenigen Jahren ein Pferdesportzentrum entstehen. Der Naturschutzverein geht allerdings schon jetzt dagegen vor. (Bild: Urs Bucher, 3. Juni 2018)

Auf dem Breitfeld hinter dem Kybunpark könnte in wenigen Jahren ein Pferdesportzentrum entstehen. Der Naturschutzverein geht allerdings schon jetzt dagegen vor. (Bild: Urs Bucher, 3. Juni 2018)

Der Verband Ostschweizerischer Kavallerie- und Reitvereine (OKV) plant ein Nationales Pferdezentrum Ostschweiz im St.Galler Breitfeld. Der Standort ist allerdings noch nicht definitiv: Er steht in Konkurrenz zu Dielsdorf und Frauenfeld. Erst im Jahr 2020 will der Verband entscheiden, welcher Standort den Zuschlag bekommt. Doch St. Galler Projektgegner reagieren frühzeitig: Allein die Skizze des angedachten Pferdesportzentrums hat den Naturschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung (NVS) zum Handlen veranlasst.

An seiner Hauptversammlung am Freitag hat der NVS deshalb die Resolution «Das Breitfeld muss leben» beschlossen. Sie richtet sich gegen die Planung des Projekts, das eine Reithalle mit Aussenplatz, einen Übungsplatz für Vierspänner und einen 10000 Quadratmeter grossen Platz für Lastwagen vorsieht. Zum Vergleich: Die Spielfläche des Kybunparks entspricht 7140 Quadratmetern. Dazu kämen zwei Stallungen mit je 24 Pferdeboxen. Sie sollen in die östliche Hälfte der grossen Breitfeld-Wiese angesiedelt werden. Die Infrastruktur würde auch während des CSIO genutzt.

Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung

Wie die Naturschützer schreiben, bestehe ein Stadtratsbeschluss, solche Ausbaupläne nicht zu bewilligen. Dem NVS wurde Anfang der 2000er-Jahre zugesichert, das Gelände nur während der Grossveranstaltungen Olma, CSIO und Open Air temporär zur Verfügung zu stellen, da es sich um ein Naherholungsgebiet regionaler Bedeutung handelt. «Bauten im beabsichtigten Ausmass sind keinesfalls zu tolerieren», heisst es deshalb in der Resolution. Das Breitfeld sei ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und als solches im Bundesinventar aufgeführt. Weil der Artenschwund dramatisch und das Breitfeld auch für zahlreiche andere Tiere wichtig sei, will der NVS keine Kompromisse mehr eingehen. Nur ein konsequenter Vollzug der Eidgenössischen Bundesverordnung über den Schutz der Amphibienlaichgebiete könne das Artensterben stoppen. Massnahmen zur ökologischen Aufwertung des ganzen Schutzgebiets sind gemäss Resolution dringend nötig:

«Im Breitfeld ist nicht der einzelne Frosch entscheidend, sondern der Erhalt des ganzen Ökosystems.»

Der NVS fordert vom Stadtrat, im Verlauf der neuen Legislatur Massnahmen zur Sicherung und ökologischen Aufwertung des Schutzgebiets zu treffen. «Der NVS ist bereit, dabei seien Beitrag zu leisten.»

«Das Projekt im Keim ersticken»

Obschon es sich beim Ostschweizer Reitsportzentrum erst um eine Vorstudie handelt, sieht sich NVS-Präsident Robert Schmid gezwungen, schon jetzt zu handeln. «Vielleicht schiessen wir mit Kanonen auf Spatzen. Aber wir ersticken das Projekt lieber im Keim, damit auf keinen Fall eine derart grosse Fläche Naherholungsgebiet für einen mehrheitlich elitären Sport geopfert wird.»

Derweil ist im Stadtparlament ein Vorstoss von Doris Königer hängig. Die SP-Parlamentarierin hat eine Interpellation mit kritischen Fragen zum Pferdesportzentrum eingereicht. Sie will wissen, weshalb der Stadtrat überhaupt dazu bereit wäre, das Reitsportzentrum zu bewilligen

Wildvögel lieber in der Voliere pflegen

Auch der Naturschutzverein Stadt St.Gallen und Umgebung (NVS) treibt sich derzeit intensiv mit Fragen zur Wildvogelpflege um. Denn während die ungenutzten Räume im Naturmuseum zu gegebener Zeit wieder der Wildvogelpflege dienen sollen, ist nach wie vor offen, wo die Auswilderungsgehege des Museumsparks zu stehen kommen. Sie müssen gezügelt werden, weil der ursprüngliche Standort nicht den kantonalen Richtlinien entspricht. NVS-Präsident Robert Schmid hat die Wünsche der Naturschützer inzwischen bei der Stadt deponiert: Der NVS will die gesamte Wildvogelpflege inklusive Auswilderungsgehege bei der Voliere im Stadtpark ansiedeln. Dies, weil die Voliere 2022 ohnehin saniert werde und sich die gleichzeitige Angliederung der Wildvogelpflege anbiete. Robert Schmid nennt diese Lösung ein «Juwel für die Stadt» und spricht vom «Non plus ultra». Nicht nur, weil Synergien genutzt würden und sich die Anlaufstelle rasch etablierte. «Es wäre eine grossartige Aufwertung des Stadtparks. Ich bin überzeugt, die Bevölkerung stünde hinter dieser Lösung.»

Die Stadt will die Variante prüfen

Unterschiedliche Standorte für Innen- und Aussengehege, wie sie derzeit von der Stadt angedacht sind, erachtet der Präsident des Naturschutzvereins als wenig sinnvoll – und wenn, dann höchstens als Übergangslösung. Auch die Voliere-Gesellschaft stehe der Variante der Naturschützer offen gegenüber. Weniger begeistert sei hingegen die Stadt. Gemäss Schmid sind die Zuständigen aber dennoch bereit, die Voliere als Standort zu prüfen, sollten sich die Räume im Naturmuseum als ungeeignet erweisen. Der NVS werde Ende April über den Planungsstand informiert – bis dahin will der Verein «weiterhin Druck ausüben, natürlich mit allem Anstand». (seh)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.