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St.Galler Katholiken knüpfen Kontakte mit Touristen

Die «Living Stones»-Bewegung ist in St.Gallen angekommen: Gläubige nehmen Touristen mit auf eine kostenlose, persönlich gefärbte Kathedralen-Führung, die sich von kommerziellen Touren unterscheidet.
Seraina Hess
Die Details sind den «Living Stones» wichtig: Etwa die Geschichte hinter der Beichtstuhl-Ausschmückung. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Details sind den «Living Stones» wichtig: Etwa die Geschichte hinter der Beichtstuhl-Ausschmückung. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die neu geschaffene Stelle des mobilen Cityseelsorgers zeigt beispielhaft die Bemühungen der katholischen Kirche, sich unters Volk zu mischen. Auf der Strasse ebenso wie in der Badi oder im Einkaufszentrum. Besetzt wird die Stelle seit vergangenem Jahr von Benjamin Ackermann. Sein Auftrag: die Kirche im öffentlichen Raum in möglichst einfallsreichen Formen zu präsentieren. Der 27-jährige angehende Pastoralassistent ist es auch, der die in anderen Städten Europas und in Luzern bereits bekannte «Living Stones»-Bewegung nach St. Gallen gebracht hat. «Living Stones» bedeutet so viel wie «lebendige Steine». Dahinter verbirgt sich die Philosophie der Bewegung. Vorwiegend jüngere Personen wollen Besuchern kirchliche Bauwerke als «Schatz des Glaubens» näherbringen: «Viele Menschen knipsen nur noch darauf los und sehen zwar das prunkvolle Gebäude, nicht aber über die kunsthistorische Dimension hinaus», sagt Ackermann. «Die Kirche ist aber nicht nur ein Gebäude – die lebendigen Steine, das sind wir Christen.»

Der mobile City-Seelsorger Benjamin Ackermann (Bild: pd).

Der mobile City-Seelsorger Benjamin Ackermann (Bild: pd).

Studenten zu finden, ist
nicht leicht

Gestartet ist die Aktion in St. Gallen diesen Frühling. Den ersten beiden Kathedralen-Führungsnachmittagen im Juni sind Schulungen vorausgegangen. Auch Gespräche über den Glauben fanden dort Platz. Während die Kollegen in Luzern auf ein ansehnliches Guide-Trüppchen zurückgreifen können, sind in St. Gallen erst vier Leute verpflichtet – und es sind keine Studenten, wie es das Projekt vorsieht, sondern bereits in der Kirche engagierte Personen. «In der Prüfungsphase ist es schwierig, Leute von der Uni zu gewinnen. Zudem ist die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit allgemein gesunken», sagt Ackermann. Allerdings hätten einige für die Zeit nach den Ferien Interesse angemeldet. Fachwissen über die Kathedrale ist erwünscht und wird im Vorfeld vermittelt. Sinn der Tour sei aber, diese mit einer persönlichen Note zu gestalten, weshalb die «Living Stones» keine Konkurrenz zu kommerziellen Angeboten darstellten. «Erinnert sich einer der Guides beim Taufstein an sein persönliches Tauferlebnis, soll er davon erzählen. Ist einer der Beichtstühle mit einer Lieblingsszene geschmückt, soll er darauf eingehen», erklärt Ackermann das Konzept.

Englischkenntnisse sind nötig

Begonnen haben die St. Galler «Living Stones», indem sie Touristen vor der Kathedrale angesprochen haben. Das erwies sich als mässig erfolgreich. «Waren die Besucher erst einmal in der Kirche und haben sich umgesehen, standen sie der Aktion offener gegenüber.» Ob die Skepsis am kirchlichen Hintergrund der Aktion liegt, bezweifelt der Seelsorger: «Wir missionieren auf unseren Führungen nicht.» Der interreligiöse Dialog stehe im Vordergrund. Fremdsprachen bleiben ein wichtiges Thema der Guides: «Während einer Aktion sind wir ziemlich aufgelaufen: Weil am selben Tag die peruanische Fussball-Nationalmannschaft spielte, waren viele spanisch sprechende Touristen unterwegs.» Wichtig sei aber vor allem Englisch. Das Grüppchen hat sich inzwischen das nötigste Vokabular der sakralen Architektur beigebracht, was die Arbeit nach den Ferien erleichtern wird. Dann geht die Aktion in die zweite Runde: Die nächsten Kathedralen-Touren finden am 19. August statt.

Bewegung aus Rom

Die von Jesuiten gegründeten «Living Stones» sind bislang in dreissig Städten Europas aktiv, vorwiegend im Gründungsland Italien. Auch in Südamerika ist die Bewegung inzwischen angekommen. Junge Christen, vorwiegend Studentinnen und Studenten, möchten das Evangelium mit Hilfe der architektonischen Schönheit verbreiten, die in Gotteshäusern wie der St. Galler Kathedrale zu finden ist. Gegründet wurden die «Living Stones» 2008 während eines internationalen Camps in Rom.
Informationen zu den St. Galler «Living Stones» gibt es online unter www.bistum-stgallen.ch.

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