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St.Galler Kanuclub fischt 530 Kilo Abfall aus der Sitter

Einen Tag lang sammelten zwölf Freiwillige des Kanuclubs St.Gallen Abfall an der Sitter. Am Ufer, aber auch im Wasser. Was zusammenkam, dürfte teilweise schon Jahre vor sich her gegammelt haben.
Seraina Hess
Nicht nur Abfall von Ausflüglern gibt’s an der Sitter: Die Helfer haben viel Baumaterial und Altmetall gefunden. (Bild: Benjamin Manser)

Nicht nur Abfall von Ausflüglern gibt’s an der Sitter: Die Helfer haben viel Baumaterial und Altmetall gefunden. (Bild: Benjamin Manser)

Cervelat-Verpackungen, Bierflaschen und Red-Bull-Dosen am Ufer, Pneus, Bauplastik und Armierungseisen im Wasser. Insgesamt machen das 170 Kilogramm Altmetall und gut 260 Kilo Abfall, die zwölf Mitglieder des Kanuclubs St. Gallen am Samstag an der Sitter zusammengetragen haben. Die Bilanz einer freiwilligen Sammelaktion, die offenbar längst nötig gewesen wäre.
Zustande gekommen ist sie, weil dem Verein aufgefallen war, wie stark verschmutzt die Sitter im Vergleich zu anderen Flüssen ist. Und der Kanuclub hat immerhin Vergleichsmöglichkeiten, etwa mit dem Vorderrhein, wo die Sportler ebenfalls häufig anzutreffen sind.

Der Kanuclub St.Gallen bei einer sogenannten 'Bachputzete', bei der das Ufer der Sitter von liegengelassenen Abfall gereinigt wird. (Bild: Benjamin Manser)
Mit dem Kajak erreichten die Helfer auch Stellen, die zu Fuss nicht erreichbar sind. (Bild: Benjamin Manser)
Die Freiwilligen waren gründlich: Einen ganzen Tag investierten sie für die Abfallsammlung. (Bild: Benjamin Manser)
Im Kajak unterwegs waren zwei der zwölf Helfer. (Bild: Benjamin Manser)
Altmetall fischten sie zuhauf aus dem Wasser: 170 Kilogramm insgesamt. (Bild: PD)
Die Entsorgung St.Gallen kümmerte sich um den gesammelten Abfall. (Bild: PD)
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St.Galler Kanuclub fischt 430 Kilo Güsel aus der Sitter

Open-Air-Überbleibsel im Wasser

Der Sitter entlang unterwegs waren die Freiwilligen zwischen 9 und 17 Uhr im Abschnitt Kubel bis Spisegg – also auf einer Strecke von fünf Kilometern. Während sich zehn Personen auf das Ufer konzentrierten, befanden sich zwei Mitglieder des Vereins mit dem Kajak auf dem Fluss, wo sie im Gebüsch versteckten Unrat ausmachen und Abfall aus dem Wasser ziehen konnten.
Erstaunt war Club-Präsident Matthias Staege vor allem ob des vielen Bauabfalls: «Vermutlich wurde das meiste vom Wind ins Wasser getragen oder von Seitenzuflüssen angespült.» Das Material sei teilweise sehr alt und dürfte schon eine ganze Weile dort gelegen haben. Anders auf dem Open-Air-Gelände, wo sich das Sittertobel zwar sauber präsentierte, im Fluss aber allerhand Open-Air-Überbleibsel wie Campingstühle, Pavillons oder sogar ein Einkaufswagen zu finden waren. «Vor allem an schwer zugänglichen Stellen im Wald, wo das Ufer steil abfällt, ist einiges liegen geblieben», sagt Staege.

Keine Abfallkübel am Ufer

«Viele Ausflügler sind offenbar zu bequem, den Abfall auch nur zehn Meter weit zum nächsten Kübel zu tragen», spielt Staege ausserdem auf die inoffiziellen Grillstellen abseits der Sitter-strasse an, wo sich keine Abfallkübel befinden und deshalb viel Unrat lag. Abgesehen von den Grillstellen offenbarte sich den Freiwilligen das Gebiet um die Kräzeren-Brücke südlich der Fürstenlandbrücke als Abfall-Hotspot: Getränkedosen, Zigarettenstummel und -schachteln, die auf der Brücke wohl achtlos aus dem Auto geworfen wurden, häuften sich.
Den gesammelten Abfall deponierten die zwölf Helfer zunächst auf dem Weg, sammelten ihn am Abend mit einem Kleinbus ein und brachten ihn zur Kehrichtverbrennung, wo die Entsorgung St. Gallen eine Mulde bereitgestellt hatte. Der Kanuclub ist gewillt, die Aktion in den nächsten Jahren zu wiederholen – vielleicht auf einem anderen Teilstück der Sitter, zumal gerade Altmetall nicht so schnell wieder in den gesäuberten Abschnitt des Flusses gelangen sollte.

Eine von vielen Altmetall-Lieferungen, die der Kanuclub bei der Kehrichtverbrennung deponiert hat. (Bild: PD)

Eine von vielen Altmetall-Lieferungen, die der Kanuclub bei der Kehrichtverbrennung deponiert hat. (Bild: PD)

Stadt-Mitarbeiter sammeln am Clean-Up-Day

Aktionen wie die des Kanuclubs gebe es gelegentlich, sagt Larissa Schöb von der Entsorgung St. Gallen. Beispielsweise durch Schulklassen mit engagierten Lehrpersonen oder Anhänger der «Trash Hero»-Bewegung. Ob langfristige Massnahmen gegen das Littering-Problem an der Sitter ergriffen werden, etwa durch weitere oder näher am Ufer gelegene Abfallkübel, ist noch unklar: Für eine Stellungnahme war das Strasseninspektorat gestern nicht erreichbar. Larissa Schöb teilt aber mit, dass Mitarbeiter der Stadt demnächst Güsel sammeln: Am 14. September, wenn in der Schweiz einer der beiden Clean-Up-Days stattfindet, wird in St. Gallen fleissig «gefetzelt». Vorgezogen würden Stellen, die vermehrt durch starke Abfallverschmutzung aufgefallen sind.

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