St.Galler Feuerwehr hatte 2019 weniger zu tun als im Jahr davor

Die St.Galler Berufsfeuerwehr hat 2019 rund 940 Einsätze geleistet – 347 weniger als im Vorjahr.

Melissa Müller
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 Ein brennender Tannenbaum steht während einer Vorführung der Feuerwehr in einem nachgebauten Wohnzimmer.

 Ein brennender Tannenbaum steht während einer Vorführung der Feuerwehr in einem nachgebauten Wohnzimmer. 

Daniel Bockwoldt, dpa

Ende September brach im Westen der Stadt an der Vonwilstrasse ein Feuer aus. Als die Feuerwehr eintraf, war das Treppenhaus voller Rauch. Die Rettungskräfte fanden einen 41-Jährigen mit schweren Brandverletzungen. «Wären wir kurz später eingetroffen, wäre der Mann gestorben», sagt Kommandant Christian Isler.

Die Feuerwehr hat 2019 in elf Einsätzen Menschen aus Gefahrensituationen gerettet, in 15 Fällen Tiere. Dies geht aus der neuen Einsatzstatistik hervor. «Das Jahr 2019 war für Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen ein unterdurchschnittliches Jahr», heisst es. Sie hat 940 Einsätze geleistet – das sind 347 Einsätze weniger als im Vorjahr (1287). «In den vergangenen Jahren hat es allgemein weniger häufig und weniger intensiv gebrannt», sagt Kommandant Isler. Er führt dies auf die Technik zurück: Die modernen Sicherungskästen unterbrechen einen Kurzschluss sofort. Bei Stromkästen mit alten Porzellansicherungen ist die Gefahr grösser, dass ein Funken gezündet wird. Im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr St.Gallen bei mehreren kritischen Wohnungsbränden ausrücken. «Wenn es irgendwo brannte, wurden wir frühzeitig alarmiert und konnten den Brand stoppen, bevor das Haus lichterloh in Flammen stand.»

Von einem verheerenden Brand wie in Sax, bei dem kürzlich 400 Schweine verendeten, wurde St.Gallen verschont. Doch Christian Isler weiss: Der nächste Grossbrand kommt bestimmt. «Es kann jederzeit auch bei uns wieder passieren.»

Die Feuerwehr löscht nicht nur Brände. 2019 sammelte sie 69 Bienenvölker ein, entfernte 133 Wespennester, leistete 38 Wasserwehreinsätze in Gebäuden und 204 Sicherheitswachen. Seit über einem Jahr übernimmt die Berufsfeuerwehr St.Gallen zudem alle Notarzttransporte für die Rettung St.Gallen ab dem Standort Kantonsspital. 2019 rückte 1320-mal ein Angehöriger der Berufsfeuerwehr aus, um die Notärztinnen und Notärzte an den Ereignisort zu bringen.