Kommentar
Der Teufel steckt im Detail

Dass das Theater den Klosterplatz nutzen darf, ist ein Privileg. Sich Interessierten gegenüber etwas offener zu zeigen, ist ein guter Gedanke, doch es braucht mehr.

Sandro Büchler
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Sandro Büchler, Redaktor Stadtredaktion.

Sandro Büchler, Redaktor Stadtredaktion.

Bild: Ralph Ribi

Wenn ab dem 26. Juni Giuseppe Verdis Oper «Stiffelio» auf der Festspielbühne aufgeführt wird, werden wieder einige ungläubig vor der grossen Tribüne stehen und nörgeln. Viel zu gigantisch das Stahlgerüst, viel zu teuer die Billettpreise und überhaupt – ein solcher Klotz gehört doch gar nicht vor den Dom gestellt. Und auf den Rängen wird sich das Publikum zurücklehnen und im schwindenden Tageslicht die Untertitel zum in die Länge gezogenen italienischen Gesang mitlesen.

Dass das Theater den Klosterplatz nutzen darf, ist ein Privileg. Das setzt Rücksicht auf die Anliegen von Anwohnern und Touristen voraus. Denn die Opulenz, mit der die Theaterproduzenten an den Festspielen anrichten können, wirkt seit jeher etwas abgehoben.

Eine ansprechende Aussenbemalung der Bühnen- und Tribünenelemente anstatt schwarze Blachen sind ein Anfang. Interessierten zudem einen Blick ins Innere des Kolosses zu zeigen, statt diesen mit Sicherheitspersonal vor neugierigen Blicken zu schützen, ist ebenfalls ein guter Gedanke. Denn mit einer einmaligen öffentlichen Führung zwei Wochen vor der Premiere ist es noch nicht getan. Die Details machen es aus.

Ein protziger Sportwagen von Sponsoren neben der sakralen Kulisse ist da aber fehl am Platz. Genauso in den falschen Hals geraten kann der Stadtbevölkerung, wenn man ihre Bedenken nicht ernst nimmt.