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«Es macht keine Falle»: Gewerbler wollen während St.Galler Fest kein WC-Häuschen vor dem Schaufenster

In zwei Wochen erwartet die Stadt gut 100'000 Gäste. Das freut auch die Ladenbesitzer – weniger jedoch, wenn mobile WC-Häuschen vor dem Schaufenster abgestellt werden, wie ein Beispiel aus der Metzgergasse zeigt.
Seraina Hess
Am St.Galler Fest stehen etwa 90 WC-Häuschen im Einsatz. (Bild: PD)

Am St.Galler Fest stehen etwa 90 WC-Häuschen im Einsatz. (Bild: PD)

Jedes Jahr aufs Neue ein Theater. So beschreibt der Inhaber des Musikgeschäfts Musicelectronics die Diskussion um das mobile WC-Häuschen, das jeweils während des St. Galler Fests vor seinem und dem Schaufenster seines Partners, dem Musikhaus Blue Wonder, abgestellt wird. Und in zwei Wochen wieder abgestellt werden soll. Grund genug für Kopp, der Stadtverwaltung über den öffentlich einsehbaren Stadtmelder sein Anliegen zu übermitteln: Sie möge die Organisatoren darauf hinweisen, auf die Toilette vor dem Geschäft an der Metzgergasse 9 zu verzichten.

Es fehlt dem Laden an Licht

Die Abneigung gegen das WC, das zwei bis drei Tage in der Nische vor dem Geschäft stehen soll, rührt nicht etwa vom Gestank. Die mobilen Toiletten sind aufgrund der enthaltenen Chemie für Passanten geruchlos. «Uns fehlt aber das Licht im Laden», sagt Ruedi Kopp. «Es macht keine Falle, wenn ein WC vor dem Geschäft steht.» Vor allem, wenn es gleich gegenüber eine Wand gäbe, an der das Häuschen problemlos abgestellt werden könnte.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kopp wegen der mobilen Toilette beschwert. Im vergangenen Jahr habe er die WC-Installation vor seinem Musikgeschäft am frühen Morgen gerade noch verhindern können – stattdessen sei sie in die Kirchgasse verlegt worden.
Den Organisatoren des St. Galler Fests ist das Problem durchaus bekannt, nicht nur wegen des Hinweises der Stadtverwaltung, die Kopps Wunsch nachgekommen ist. Wenn Gewerbetreibende klagen, sei das WC ein oft gewähltes Thema. Vizepräsident und Geschäftsleiter Bruno Bischof sagt: «Jeder will am Festwochenende genug WCs in der Stadt, doch niemand will eines vor dem eigenen Laden.» Ein Dilemma: Steht das WC nicht vor dem Musikgeschäft, steht es eben vor einem anderen Schaufenster. Als Grundregel gelte, Eingänge frei zu halten.
WC-Kabinen-Vermieter am St. Galler Fest ist seit Jahren die ASA-Service AG. Sie stellt in der Stadt um die 90 Toiletten-Häuschen an etwa 20 Standorten auf. Letztere würden stets neu beurteilt, sagt Geschäftsinhaber Jürg Brunner. Seine Firma unterbreitet dem St. Galler Fest jeweils einen Vorschlag, gestützt auf den Situationsplan der Veranstaltung. «Wir werweissen jedes Jahr vor dem Fest, wo sich die meistfrequentierten Plätze befinden und schliesslich auch die Toiletten stationiert werden», sagt Brunner.
Reklamationen von Gewerbetreibenden gebe es ab und zu, weiss der Unternehmer. Als Fachmann sieht er aber auch den technischen Aspekt, gerade in Bezug auf das Beispiel in der Metzgergasse: «Wir müssen zusehen, dass die Toiletten an die Nordseite eines Gebäudes gestellt werden. Bekommen sie zu viel Sonne ab, könnte die Chemie im WC kippen.» Das Ergebnis wäre Gestank. Die Nische vor dem Musikgeschäft, die als Standort dienen soll, werde auch vorbeugend mit der Toilette versehen. «Wie der Name schon sagt: Eine Nische wird leider auch als solche gebraucht. Wenn es dunkel ist, bleibt öffentliches Urinieren keine Seltenheit.»

Jürg Brunner, Inhaber der ASA-Service AG. (Bild: Benjamin Manser)

Jürg Brunner, Inhaber der ASA-Service AG. (Bild: Benjamin Manser)

Mit den Organisatoren ist gut reden

Jürg Brunner spricht von einem Spagat, geht es um die Wünsche der Gewerbler und den idealen WC-Standort. «Doch es soll ein friedliches Fest werden, das auch die Ladenbesitzer zufriedenstellt.» Deshalb seien das Unternehmen und die Organisatoren bemüht, eine Lösung zu finden.
Auch Ruedi Kopp gibt sich versöhnlich. Er sagt: «Man könnte ja durchaus ein Auge zudrücken bei einem Fest, das zwei Tage dauert. Deshalb habe ich versucht, mein Anliegen über den Stadtmelder auf sanfte Art zu deponieren.» Grundsätzlich seien die Gewerbetreibenden froh über die Veranstaltung, die stets Menschenmengen ins Zentrum lockt, sagt Eveline Frischknecht, Vizepräsidentin von Pro City. Mobile Toiletten oder Abfallkübel vor den Geschäften seien unter Detaillisten zwar immer wieder Thema. «Bisher hat sich mit dem OK aber immer gut reden lassen.»

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