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St.Galler Bildungstag: «Ich habe gemerkt, wie wichtig die emotionale Intelligenz ist»

Am Samstag fand zum ersten Mal der Bildungstag für die Berufsfachschulen und die Kantonsschulen statt. Besonders im Fokus standen die Digitalisierung – und die emotionale Intelligenz.
Laura Widmer
Regierungsrat Stefan Kölliker im Gespräch mit einer Maturandin und einem Lehrling. Moderiert wird das Gespräch von Karin Frei. (Bild: Hanspeter Schiess)

Regierungsrat Stefan Kölliker im Gespräch mit einer Maturandin und einem Lehrling. Moderiert wird das Gespräch von Karin Frei. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der gemeinsame Teil des Bildungstages begann mit einer Ansprache von Regierungsrat Stefan Kölliker. In seinem Grusswort an die rund 1400 Lehrer stellt der Vorsteher des Bildungsdepartements die Jugend ins Zentrum. Er betonte, dass alle in diesem Bereich, ob Lehrer, Ausbildungsverantwortliche oder im Bildungsdepartement Tätige, ihre Arbeit an den Lernenden ausrichten sollten. Neben den digitalen Werten seien die Soft Skills immer noch zentral.

Die Jugendlichen kamen an diesem Samstag selbst zu Wort. Stefan Kölliker wurde von zwei Schülern interviewt. Die Maturandin Margreth Steger befasste sich in ihrer Maturaarbeit mit überfachlichen Kompetenzen, Gesellschaftsreife und den verschiedenen Arten von Intelligenzen. Die Schülerin hat sich bei St.Galler Kantonsschulen informiert, wie diese Punkte dort jeweils gewichtet werden. Sie kam zum Schluss:

«Ich habe gemerkt, wie wichtig die emotionale Intelligenz ist. Es reicht nicht, wenn zukünftige Führungskräfte nur Sechser in Mathe schreiben, aber nicht mit Menschen umgehen können.»

Gleich ihre erste Frage zur Wichtigkeit der emotionalen Intelligenz erwies sich als knifflig und verleitete Stefan Kölliker zur Aussage: «Ich habe mir die Fragen nicht vorher schicken lassen, weil ich möglichst spontan reagieren wollte. Jetzt wünschte ich, ich hätte das getan.» Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite und versprach, das Thema bei der nächsten Sitzung anzusprechen.

Manuel Rusch ist im dritten Lehrjahr als als Anlagen- und Apparatebauer. Seine Frage an den Regierungsrat zielte darauf ab, wie man die Digitalen Strategien effektiv an die Berufsfachschulen bringen wolle. Einmal ein kurzer Schub reiche nicht, es müsse ein fortwährender Effort sein.

Mit seiner zweiten Frage wechselt Manuel Rusch das Thema und erntet spontanen Applaus: Ob Stefan Kölliker sich je gewünscht habe, nicht Mitglied der SVP zu sein? Als Beispiel nennt er das umstrittene Plakat mit dem von Würmern zerfressenen Apfel. «Nein, ich bin sehr auf einer Linie mit der Partei.»

Der Kantonale Bildungstag

Das Format des Bildungstags wurde für die Volksschule 2014 ins Leben gerufen und wird seither alle zwei Jahre durchgeführt. Es gibt einen für die Mittel- und Oberstufe, und ­einen für Unterstufe, Kindergarten, Heilpädagogik, Legasthenie-Therapie sowie Handarbeit und Hauswirtschaft. Der Bildungstag diente der Information über den Stand aktueller Projekte, insbesondere aber den Austausch der Lehrpersonen untereinander.

Am Samstag wurde er erstmals für Berufsfachschulen und Kantonsschulen durchgeführt. «Für diese Stufe ist das fast noch wichtiger als für die Volksschule», sagt Stefan Kölliker.

Vieles kommt noch von der Industrialisierung

Die Digitalisierung betrifft jeden Lebensbereich, und war Thema des ersten Blocks für die Berufslehrpersonen. Wie können Lehrer und Schüler mit den Möglichkeiten umgehen, die die neuen Medien und technischen Errungenschaften mit sich bringen? Der Referent Dominik Petko, Professor für Allgemeine Didaktik und Mediendidaktik an der Universität Zürich, plädierte in seinem Vortrag für eine grundlegende Änderung der Schul-DNA.

Vieles, was in der Schule als selbstverständlich angesehen werde, wie die Tischordnung oder die Pausenglocke, rührten noch von der Industrialisierung her. Auch die Digitalisierung sei nicht nur ein Heilsbringer, sondern müsse auf sinnvolle Weise eingesetzt werden.

Im gleichen Block wurde auch über den Stand der IT-Bildungsoffensive des Kantons informiert. Im Kanton gibt es rund 6500 Lehrbetriebe, die 20’000 Lehrlinge ausbilden. Unter der Bezeichnung Fit4Future soll eine digitale Plattform für kompetenzbasierte, individualisierte Ausbildungsverläufe geschaffen werden. Beteiligt sind Betriebe, Schulen und Branchenverbände.

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