St.Gallen
Wind und Wetter haben ihm zugesetzt: Bald kehrt der Frosch auf seine Insel im Mannenweier zurück

Der Frosch fehlt an seinem Stammplatz im Mannenweier – und dies nicht zum ersten Mal. Gerade einmal fünf Jahre ist es her, dass die farbige Holzskulptur ersetzt werden musste. Nun müssen bereits wieder erste Alterserscheinungen ausgemerzt werden.

Christina Weder
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Etwas fehlt am Mannenweier: Der Frosch sitzt nicht mehr auf seinem angestammten Platz.

Etwas fehlt am Mannenweier: Der Frosch sitzt nicht mehr auf seinem angestammten Platz.

Bild: Christina Weder

Der Frosch thront auf seiner Insel im Mannenweier und überblickt die Badenden – normalerweise. Doch derzeit ist sein Platz leer, die farbige Holzskulptur ist verschwunden. Wie eine Nachfrage bei Roland Hofer, Leiter Bad- und Eisanlagen bei der Stadt, ergibt, musste sich der Frosch in Behandlung begeben. Wind und Wetter hatten seinem hölzernen Körper zugesetzt. Spannungsrisse waren die Folge. Nun werde er in der Kunstgiesserei im Sittertobel fachmännisch restauriert und aufgefrischt, sagt Hofer.

Das Problem: Die Feuchtigkeit

Die Arbeiten an der Holzskulptur befinden sich in den letzten Zügen. Die Risse wurden geschliffen, aufgefüllt und retuschiert, wie Cathrine Heeb, Kommunikationsverantwortliche der Kunstgiesserei, sagt. Das Problem sei die Feuchtigkeit, welcher der Frosch an seinem Standort über dem Wasser tagtäglich ausgesetzt sei. Wenn die Nässe ins Holz eindringt, gefriert und sich ausdehnt, spaltet sich das Holz. Mit solchen Schäden müsse man rechnen, sagt Heeb. Wollte man sie verhindern, gebe es nur eine Lösung: Der Frosch müsste seine Insel im Herbst verlassen und an einem trockenen Platz überwintern.

Bereits zweimal war der Frosch nicht mehr zu retten

Tatsächlich war der Zustand des Frosches schon prekärer. So fehlt er nicht zum ersten Mal auf seiner Insel im Mannenweier, auf der er seit 1988 hockt. Damals war er von einem Künstlerehepaar aus Trogen als Wettbewerbsbeitrag geschaffen worden. Zweimal musste er seither ersetzt werden. 2002 verfaulte er innerlich, 2016 war sein Kopf morsch und nicht mehr zu retten. Fast ein ganzes Jahr blieb er seiner Insel fern.

Damals wurde er in der Kunstgiesserei nach dem Vorbild des ursprünglichen Frosches eingescannt, digitalisiert, ausgesägt und mit Kunstharz bemalt. Um ihn möglichst wetterfest zu machen, entschied man sich damals für zähes Eichenholz.

Im August vor fünf Jahren brachten die Bademeister den neuen Frosch zu seiner Insel zurück. Am kommenden Freitag kommen die Bademeister wieder mit dem gleichen Auftrag zum Einsatz.

Im August vor fünf Jahren brachten die Bademeister den neuen Frosch zu seiner Insel zurück. Am kommenden Freitag kommen die Bademeister wieder mit dem gleichen Auftrag zum Einsatz.

Bild: Benjamin Manser (22.8.2016)

Die neusten Alterserscheinungen sind bald ausgemerzt. Der Frosch wird wieder wie neu aussehen. «Es ist uns ein Anliegen, dass er in einem anständigen Kleid daherkommt», sagt Roland Hofer. Läuft alles nach Plan, kann der Frosch am Freitag im Sittertobel abgeholt werden. Die Bademeister werden ihn anschliessend auf seinen angestammten Platz zurücksetzen. Und er wird wieder auf seiner Insel im Mannenweier hocken, als wäre nichts gewesen.