St.Gallen
Wer an Silvester auswärts in guter Gesellschaft anstossen will, muss in die Trickkiste greifen

Den Jahreswechsel bei einem Glas Wein und einem feinen Essen zu verbringen, ist dieses Jahr fast unmöglich. Restaurants und Bars sind wegen der Coronapandemie geschlossen. Feiern ist ausschliesslich in Hotelrestaurants möglich – aber nur mit einer Übernachtung dazu.

Sandro Büchler
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Im Hotel Einstein sind für den Silvesterabend noch Plätze im Bistro frei.

Im Hotel Einstein sind für den Silvesterabend noch Plätze im Bistro frei.

Bild: Raphael Rohner (23. November 2020)

Wer in diesem Jahr in Gesellschaft auf das neue Jahr anstossen will, muss in die Trickkiste greifen – und ins Portemonnaie. Da Restaurants und Bars landesweit geschlossen sind, bieten einzig einige Hotels in der Region entsprechende Arrangements an. Denn nur als Hotelgast kann man sich auch im hoteleigenen Restaurant verköstigen lassen.

Beispielsweise im Hotel Einstein: Dort ist zwar das Gourmetrestaurant für den Silvesterabend bereits ausgebucht, aber im Bistro sind noch Plätze frei. Serviert wird Fondue chinoise. Die Übernachtung im Doppelzimmer plus Essen kostet 124 Franken pro Person. Interessierte können das Arrangement auf der Hotelwebsite buchen.

Michael Vogt, General Manager des Hotels Einstein

Michael Vogt, General Manager des Hotels Einstein

Bild: PD

«In unserem Hotel sind zum Jahreswechsel aktuell 30 Zimmer gebucht – es dürfen gerne noch mehr Gäste kommen», sagt Michael Vogt, General Manager des Hotels Einstein. Allerdings sei der Wellnessbereich weiterhin geschlossen.

Den traditionellen Silvesterball hat er schon im November abgesagt, als der Kanton ein Tanzverbot beschlossen hatte. Anstossen mit Champagner, Sekt oder Wein müssen die Hotelgäste im Sitzen. Das sei immerhin möglich, sagt Vogt.

«Wir versuchen, die Normalität so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.»
Roland Rhyner, Direktor des Hotels Säntispark

Roland Rhyner, Direktor des Hotels Säntispark

Bild: Ralph Ribi (5. Februar 2018)

Ein ähnliches Angebot wie im «Einstein» hat auch das Hotel Säntispark. Im Restaurant Schnabelweid wird für Hotelgäste ein Vier-Gänge-Menu inklusive Apéritif serviert. Das Doppelzimmer plus erweitertes Frühstücksbuffet am Neujahrsmorgen kommt auf 420 Franken zu stehen – Parking inklusive. «Noch gibt es freie Plätze», sagt Hoteldirektor Roland Rhyner. Er betont, dass es keine Party gebe. «Einfach ein gemütliches, feierliches Nachtessen.» Geschlossen bleibt auch im Säntispark die gesamte Bäderwelt.

Bad Horn mit ironischem Motto

Eine ruhige, kulinarische Silvesternacht verspricht Bernadette Hinny vom Hotel und Restaurant Bad Horn. «Wir sind praktisch ausgebucht», sagt Hinny, die das Hotel zusammen mit ihrem Ehemann führt. Das Galadinner im Restaurant Al Porto gibt es für 155 Franken, inklusive Apéro, Abendessen und Mitternachtsimbiss. Das «kulinarische Feuerwerk» im Restaurant Wave schlägt mit 175 Franken zu Buche.

Bernadette und Stephan Hinny, die Gastgeber im «Bad Horn»

Bernadette und Stephan Hinny, die Gastgeber im «Bad Horn»

Bild: PD

Auch in Horn hat man aufgrund der Coronamassnahmen einiges für die Silvesternacht anpassen müssen. «Den Festsaal öffnen wir nicht, denn eine Party im Stehen ist nicht erlaubt», sagt Hinny. Auch auf die Mitternachtskreuzfahrt auf dem Bodensee müssen die Gäste heuer verzichten – «es wäre zu eng auf der hoteleigenen Yacht Emily».

Humor beweist das Hotelier-Ehepaar beim Motto des Abends. Es lautet «Maskenball». Die Silvestergala habe jedes Jahr ein Motto, die Mitarbeitenden seien jeweils kostümiert, die Tische entsprechend dekoriert, erklärt Hinny. Anfang November haben die Hoteliers das angedachte Motto über Bord geworfen und sind auf die Aktualität umgeschwenkt.

«Aufgrund der Maskenpflicht lag das nahe.»

Wie sie das ironisch zu verstehende Motto umsetzen, sei aber eine Überraschung.

Beim Kurhotel und Klinik Oberwaid wollte man auf Anfrage keine Auskunft geben zum Silvesterabend.