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Ein Geschäft für die nächste Generation: Stadt und Ortsbürger tauschen Bauland

Die Stadt und die Ortsbürger tauschen Land. Es geht um insgesamt 87000 Quadratmeter. Geld fliesst keines.
Daniel Wirth
Zwischen Eisbahnstrasse und Schulsportanlage Schönau enthält die Stadt 55000 Quadratmeter zusammenhängendes Land entlang der Zürcher Strasse. Es handelt sich dabei gemäss Baudirektorin Maria Pappa um wertvolles Entwicklungsgebiet. (Bilder: Ralph Ribi)

Zwischen Eisbahnstrasse und Schulsportanlage Schönau enthält die Stadt 55000 Quadratmeter zusammenhängendes Land entlang der Zürcher Strasse. Es handelt sich dabei gemäss Baudirektorin Maria Pappa um wertvolles Entwicklungsgebiet. (Bilder: Ralph Ribi)

Die Stadt St.Gallen und die Ortsbürgergemeinde haben sich auf einen Tausch von Grundstücken geeinigt. Das gaben Stadträtin Maria Pappa, Vorsteherin der Direktion Planung und Bau, ihr Stabschef Matthias Fuchs und Arno Noger, Präsident der Ortsbürgergemeinde, gestern an einer Medienorientierung bekannt. Stadtrat und Ortsbürgerrat haben den Tauschvertrag bereits unterzeichnet – nach Verhandlungen, die vor rund drei Jahren aufgenommen wurden, wie Fuchs sagte.

Die Stadt erhält von der Ortsbürgergemeinde sechs Grundstücke: die Schulsportanlage Schönau, das Fussballstadion Lerchenfeld des FC St.Otmar, den daneben liegenden Tennisplatz, den Parkplatz der Sportanlage Lerchenfeld sowie den Sport- und den Spielplatz Kreuzbühl.

Die Übersicht:

Die Sportanlage Schönau.

Die Sportanlage Schönau.

Sportanlage Schönau
An die Stadt geht das Areal mit Turnhalle fürs Oberstufenzentrum Schönaum, einer Truppenunterkunft sowie je einem Hart- und Wiesenplatz. Die Stadt nutzt das Areal im Baurecht; der Vertrag dafür mit der Ortsbürgergemeinde endet am 31. März 2020.

Fläche: 17 535 Quadratmeter
Schätzwert: 3,47 Millionen
Zonenplan: Zone für Bauten und öffentliche Anlagen (ZöBA)
Nutzung: langfristig keine Veränderung geplant

Der Tennisplatz St. Otmar.

Der Tennisplatz St. Otmar.

Tennisplatz St. Otmar

Von den Ortsbürgern an die Stadt geht der Tennisplatz St. Otmar. Der Tennisclub nutzt ihn im Baurecht. Dieser Vertrag läuft am 30. April 2021 aus, der Club möchte ihn verlängern und danach seinen Platz sanieren und modernisieren.

Fläche: 3143 Quadratmeter
Schätzwert: 460 000 Franken
Zonenplan: Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA)
Nutzung: langfristig keine Veränderung geplant

Der Fussballplatz St. Otmar.

Der Fussballplatz St. Otmar.

Fussballplatz St. Otmar
An die Stadt geht der Sportplatz des FC St. Otmar. Bisher lag das Baurecht bei der Lerchenfeld Sport AG; es läuft am 30. April 2021 aus. Die AG will es aufgeben, investiert aber noch 30000 Franken. Kein grosser Unterhalt in nächsten zehn Jahren nötig.

Fläche: 24 886 Quadratmeter
Schätzwert: 1,755 Millionen
Zonenplan: Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA)
Nutzung: langfristig keine Veränderung geplant

Der Parkplatz Lerchenfeld.

Der Parkplatz Lerchenfeld.

Parkplatz Lerchenfeld
Auf dem Grundstück an der Eisbahnstrasse betreibt die Stadt provisorisch Parkplätze für Eishalle und Schwimmbad Lerchenfeld. Das ist sicher bis 2023 möglich. Wird die Wiese mittelfristig überbaut, wandern die Parkplätze in die Tiefgarage.

Fläche: 9212 Quadratmeter
Schätzwert: 11,05 Millionen
Zonenplan: Wohn- und Gewerbezone (WG4)
Nutzung: langfristig keine Veränderung geplant

Der Sportplatz des Schulhauses Kreuzbühl.

Der Sportplatz des Schulhauses Kreuzbühl.

Kreuzbühl
Die Stadt übernimmt weiter den Sport- und den danebenliegenden Spielplatz neben dem Schulhaus Kreuzbühl in Winkeln. Die Pachtverträge der Stadt mit der Ortsbürgergemeinde dafür würden erst am 1. Mai 2025 auslaufen.

Fläche:
10 288 Quadratmeter
Schätzwert: 1,475 Millionen
Zonenplan: Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA)
Nutzung: langfristig keine Veränderung geplant

Mit Ausnahme des Parkplatzes an der Zürcher Strasse, der in der Wohn- und Gewerbezone für viergeschossige Bauten (WG4) liegt, befinden sich die Areale in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA). Die gesamte Fläche der fünf Grundstücke: rund 65000 Quadratmeter.

An der Zürcher Strasse kommt die Stadt auf einen Schlag in den Besitz von einer zusammenhängenden Fläche von 55000 Quadratmetern. Die Sportanlagen sollen längerfristig in der aktuellen Nutzung belassen werden, wie Matthias Fuchs erläuterte. Maria Pappa sagte, es sei das Bestreben der Stadt, dass sich alle Schulanlagen, die selber betrieben werden, sich im Eigentum der Stadt befänden. Die Stadt strebe auch danach, für den Breitensport über eigene Anlagen zu verfügen. Mit dem Landabtausch könne beides erreicht werden.

Ortsbürgergemeinde erhält Schlössli Haggen

Die Ortsbürgergemeinde erhält von der Stadt im Gegenzug drei Grundstücke, die in der Wohn-, der Kernzone oder in der ZöBA liegen: Ein Grundstück an der Stephanshornstrasse mit einer Gesamtfläche von 16647 Quadratmetern (wovon 8824 in der Wohnzone W3 liegen und 7823 in der ZöBA); ein Baulandgrundstück an der Ecke Haggenstrasse/Oberstrasse mit einer Fläche von 2419 Quadratmetern (Kernzone K4) und das Schlössli Haggen mit einer Grundstücksfläche von 2582 Quadratmetern (Kernzone K4). Die drei Grundstücke haben zusammen eine Grösse von 21648 Quadratmetern.

Mit dem Schlössli Haggen kommt die Ortsbürgergemeinde in den Besitz eines weiteren Ausflugsrestaurants. «Damit haben wir Erfahrung», sagte Noger und erwähnte das Wildparkrestaurant Peter und Paul, das Restaurant Linsebühl, den «Scheitlinsbüchel», den «Unteren Brand» und die «Falkenburg». Noger sagte, die Ortsbürgergemeinde erbringe Leistungen im öffentlichen Interesse. Da sie über keine Steuereinnahmen verfüge, müsse sie ihre Aufwände durch selbst erwirtschaftete Erträge sichern. Aus diesem Grund möchte die Ortsbürgergemeinde das Areal an der Stephanshornstrasse in der Nähe des Botanischen Gartens einer Überbauung zuführen. Im Vordergrund stehe die Abgabe des Landes im Baurecht.

Das Land wurde von Experten geschätzt

Abgetauscht wird Land mit einem Wert von jeweils 18,26 Millionen Franken. Dieser Wert basiert auf zwei unabhängigen Schätzungen von Immobilienexperten der Hugo Steiner AG und der Immobrain GmbH. Sollte die Stadt oder die Ortsbürgergemeinde in den nächsten 25 Jahren eines der Areale einer wertvermehrenden Nutzung zuführen, müsste sie die andere Vertragspartnerin anteilsmässig am Mehrwert beteiligen, erklärte Fuchs. Das sei vertraglich so vereinbart worden. Ab 2046 sind die Parteien frei in der Nutzung der Areale.

Ein ehrgeiziger Fahrplan

Die Bürgerversammlung der Ortsbürgergemeinde entscheidet am 9. Dezember über den Tauschvertrag. Eine Woche vorher, am 2. Dezember, führt der Ortsbürgerrat unter Präsident Arno Noger eine Informationsveranstaltung durch.
Bei der Stadt ist der Prozess ein wenig komplizierter. Zuerst kommt das Geschäft in die Liegenschaften- und Baukommission (LBK). Matthias Fuchs, Stabschef der Direktion Planung und Bau und bei diesem Geschäft der Unterhändler der Stadt, hofft, dass die LBK mit einer einzigen Lesung durchkommt. Falls dies der Fall sein wird, kommt der Tauschvertrag bereits am 19. November ins Stadtparlament. Sagt die Legislative Ja zum Handel, untersteht der Parlamentsentscheid dem fakultativen Referendum. Wird dieses nicht ergriffen, könnte der Tauschvertrag Anfang 2020 wirksam werden. (dwi)

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