Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Wolfgangkapelle im Westen St.Gallen ist seit einem Monat stumm – bald läutet sie wieder.

Seit einem Monat schweigen die Glocken die Kapelle St.Wolfgang in Haggen. Sie waren in der Restauration. Jetzt sind sie zurückgekehrt.
David Gadze
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
(Bild: Benjamin Manser)(Bild: Benjamin Manser)
10 Bilder

Die Wolfgangkapelle im Westen St.Gallen

Es ist eng im Türmchen der Kapelle St.Wolfgang, die auf einem Hügel oberhalb des Schlössli Haggen thront. Sehr eng. Auf einer Leiter zwängen sich Sandro Fraefel und Max Bretscher zum Glockenstuhl. Sie arbeiten für die Firma Muribaer, die auf Restaurationen von Kirchentechnik spezialisiert ist. Und sie montieren die beiden Glocken, die seit dem 12. Juni am Hauptsitz in Büron in der Innerschweiz restauriert wurden und nun zurückgekehrt sind.

Die Glocken der Kapelle, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde, sind über 200-jährig. Die kleinere wiegt etwa 25 Kilogramm und stammt aus dem Jahr 1779, die grössere ist doppelt so schwer und wurde 1792 gegossen. An den Glocken selbst sei nichts gemacht worden, sagt Sandro Fraefel, Leiter der Zweigstelle Ostschweiz.

«Ihr Klang lässt sich durch eine Restauration nicht verschönern. Auch nicht durch Putzen.»

Glocken bestünden aus Bronze und sollten bis zu 600 Jahre lang halten. Problematisch werde es erst, wenn sich in der Glocke Risse bildeten. Dann müsse man sie ersetzen. Die kleinen Beschädigungen an der Schärfe – dem unteren Teil der Glocke – seien hingegen unproblematisch.

Die Glocken hätten 
hinunter fallen können

Bei beiden Glocken der Wolfgangkapelle waren jedoch die Joche – die Holzkonstruktionen, an denen die Glocken mit Eisenbändern befestigt sind – in schlechtem Zustand. Wenn das Holz mit der Zeit weicher werde, könne man in der Regel die Eisenbänder nachziehen, sagt Fraefel. Das Holz der alten Joche sei beim Entfernen in der Werkstatt jedoch stellenweise richtiggehend zerbröselt.

«Wir versuchen immer, von der Originalsubstanz so viel wie möglich zu erhalten. Bei den beiden Jochen war das schlicht nicht möglich.»

Die ursprünglichen Eisenbänder habe man jedoch bewahren können und habe sie neu lackiert. Auch das Lager, an dem das Joch mit der Glocke schwingt, haben die Spezialisten neu konstruiert. Bisher hingen die Lagerzäpfen im Glockenstuhl in V-förmigen Vertiefungen aus Metall, die oben abgedeckt waren.

Durch das jahrelange Schwingen «tanzten» die Glocken aber in den Vertiefungen. Es habe sogar die Gefahr bestanden, dass sie sich aus der Verankerung lösten und hinunter fielen, sagt Fraefel. Deshalb habe die Kapelle schon vor dem 12. Juni seltener geläutet. Neu sind sie in einem Kugellager befestigt, was sie auch einfacher schwingen lassen dürfte.

Einzig die neuen Klöppel der Glocken seien noch nicht fertig, sagt Fraefel. Die alten sollten aber in den kommenden Tagen ersetzt werden können. Bis dann bleiben die Glocken noch stumm.

Am Klang wird sich 
kaum etwas ändern

Wird sich die Restauration auf den Klang der Glocken der Wolfgangkapelle auswirken? Das sei schwierig zu beantworten, sagt Sandro Fraefel. Das Metall neuer Klöppel sei weicher, die Schlagpunkte verhärteten mit der Zeit aber wieder. Beides könne sich auf den Klang auswirken. «Ob man das registriert, ist eine andere Frage.»

Sandro Fraefel, Leiter Zweigstelle Ostschweiz der Muribaer AG.

Sandro Fraefel, Leiter Zweigstelle Ostschweiz der Muribaer AG.

Auch eine Elektrifizierung der Glocken würde den Klang beeinflussen, sagt Fraefel. Jetzt habe man bewusst darauf verzichtet. Und doch seien erste Vorkehrungen getroffen worden, falls es für die heutige Mesmerin und Glöcknerin Esther Mathis eines Tages keine Nachfolge geben sollte. Die Glocken seien in Büron genau vermessen worden, um für den Einbau eines Motors gewappnet zu sein. «Wir hoffen, dass sie nun weitere Jahrhunderte in der Wolfgangkapelle überstehen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.