Wer ist schuld?
Spektakulärer Crash beim St.Galler Hauptbahnhof: Halterin sass vermutlich nicht selber im Unfall-Mercedes

Nach dem spektakulären Unfall beim St.Galler Hauptbahnhof versucht die St.Galler Stadtpolizei nach wie vor zu klären, wer am Steuer des Mercedes sass. Eventuell wurde das Fahrzeug unberechtigt verwendet.

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Unfall beim Hauptbahnhof: Wer am Steuer des weissen Mercedes sass, ist nach wie vor nicht restlos geklärt.

Unfall beim Hauptbahnhof: Wer am Steuer des weissen Mercedes sass, ist nach wie vor nicht restlos geklärt.

Bild: BRK News

(sae/vre/rar/dwa) Wer sass am Steuer des weissen Mercedes mit Thurgauer Kennzeichen, der am frühen Montagmorgen an der Rosenbergstrasse in St.Gallen verunfallt und in den Mast der Eisenbahn-Oberleitung gekracht ist? Diese Frage beschäftigt die St.Galler Stadtpolizei auch mehr als 24 Stunden nach dem Crash, nach dem Fahrerflucht begangen wurde. Mediensprecher Dionys Widmer erklärt am Dienstagmorgen auf Anfrage, man habe ziemlich konkrete Hinweise, um wen es sich handle – «es laufen aber noch Befragungen diverser Personen», so Widmer.

Dionys Widmer, Sprecher St.Galler Stadtpolizei.

Dionys Widmer, Sprecher St.Galler Stadtpolizei.

Bild: PD

Was sich zum jetzigen Zeitpunkt laut dem Polizeisprecher sagen lässt:

«Es deutet nichts darauf hin, dass die Halterin des Fahrzeugs selber im Auto sass.»

Davon, dass das Fahrzeug vor der Unfallfahrt gestohlen worden sei, sei nicht auszugehen, so Dionys Widmer auf eine entsprechende Frage. Wenn, dann handle es sich um ein unberechtigtes Verwenden des Autos.

Beim Selbstunfall wurde ein Mercedes zu Schrott gefahren.

Video: Raphael Rohner

Türgriff am Boden

Beim Unfall wurden mehrere Dutzend Teile des Sportwagens auf die Strasse geschleudert. Diese wurden von der Polizei markiert und sichergestellt. Eine Velofahrerin begutachtet die Trümmer: «Kaum vorstellbar, wie schnell der gekommen sein muss! Da liegt sogar ein Türgriff am Boden.» Sie zückt ihr Smartphone und macht einige Bilder.

Ein Türgriff wurde mehrere Meter weit geschleudert.

Ein Türgriff wurde mehrere Meter weit geschleudert.

Bild: Raphael Rohner

Gemäss Stadtpolizei ist beim Zwischenfall viel Sachschaden entstanden; die Rede ist von über 100'000 Franken. Dies, weil gemäss Stapo-Sprecher Dionys Widmer beim Zwischenfall auch Bahnanlagen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zu Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs kam es gemäss einem Sprecher der SBB durch den Unfall hingegen nicht. Das Auto landete nicht auf den Gleisen, sondern wurde durch den Mast der Oberleitung gestoppt. Gemäss jetzigen Erkenntnissen wurde beim Vorfall laut Polizei niemand verletzt.

In St.Gallen kam es am frühen Montagmorgen beim Hauptbahnhof zu einem spektakulärem Unfall.
11 Bilder
Ein A-Klasse-Mercedes mit Thurgauer Kennzeichen durchbrach die Abschrankung zum Gleis und blieb stecken.
Der Fahrer oder die Fahrerin des Personenautos konnte sich selber aus dem Auto befreien und entfernte sich von der Unfallstelle.
Die Polizei ist aktuell auf der Suche nach dieser Person.
Das Auto sei massiv zu schnell unterwegs gewesen, heisst es seitens der Polizei.
Es wäre nicht der erste Zwischenfall an dieser Stelle, bei dem zu hohes Tempo eine Rolle gespielt hat.
Die Polizei ruft Zeuginnen und Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, auf sich unter 071'224'60'00 zu melden.
Auch Personen die durch das Auto gefährdet wurden sollen sich melden.
Die Bergung des Unfallautos gestaltet sich zeitaufwendig.
Während der Bergung des Unfallautos kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.
Die Bergungsarbeiten sollten gegen 10 Uhr abgeschlossen und die Rosenbergstrasse wieder ohne Wartezeiten passierbar sein.

In St.Gallen kam es am frühen Montagmorgen beim Hauptbahnhof zu einem spektakulärem Unfall.

Bild: BRK News
Das Auto durchbrach den Zaun gegen das Gleisfeld des Hauptbahnhofs und krachte in einen Mast der Eisenbahn-Oberleitung.

Das Auto durchbrach den Zaun gegen das Gleisfeld des Hauptbahnhofs und krachte in einen Mast der Eisenbahn-Oberleitung.

Bild: Leserreporter
(7. Juni 2021)

Auto war massiv zu schnell unterwegs

Die Bergung des Unfallautos gestaltete sich zeitaufwendig, wurde aber gegen 10 Uhr abgeschlossen. Die Rosenbergstrasse musste für den stadteinwärts fahrenden Verkehr für rund fünf Stunden gesperrt und umgeleitet werden. Ursache für den spektakulären Unfall könnte überhöhte Geschwindigkeit gewesen sein: Das Auto sei massiv zu schnell unterwegs gewesen, heisst es seitens der Polizei. Es wäre nicht der erste Zwischenfall an dieser Stelle, bei dem zu hohes Tempo eine Rolle gespielt hat.

Die Rosenbergstrasse hinter dem Hauptbahnhof: Während der Bergung des Unfallautos kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.

Die Rosenbergstrasse hinter dem Hauptbahnhof: Während der Bergung des Unfallautos kam es zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.

Bild: Leserreporter

Ende 2019 hat fast an der gleichen Stelle wie nun ein 22-jähriger Autofahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit die Herrschaft über seinen Wagen verloren. Er war ins Schleudern und auf den Veloweg auf der Südseite der Rosenbergstrasse geraten. Hier hatte das Auto einen 29-jährigen Velofahrer erfasst und war durch den Zaun auf Gleisfeld gestürzt. Dort touchierte es einen abgestellten Zug. Damals wurde der Unfallfahrer im Auto eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.