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St.Gallen testet umstrittene E-Trottinette: In Kürze startet ein Pilotprojekt

E-Scooter erobern in diesem Sommer europäische Städte. Die Fahrzeuge sind jedoch umstritten. Trotzdem plant St.Gallen ein Pilotprojekt.
Christoph Renn
E-Trottinette erobern europäische Städte. Ein schwedischer Anbieter will sie nun in St. Gallen vermieten. (Bild: Getty)

E-Trottinette erobern europäische Städte. Ein schwedischer Anbieter will sie nun in St. Gallen vermieten. (Bild: Getty)

Elektronisch betriebe Scooter boomen in Schweizer und europäischen Städten. Verschiedene Hersteller versuchen, sich im schnell wachsenden Markt zu etablieren. Doch nicht alle sind von den Stadtflitzern begeistert. In Zürich häufen sich die Klagen. In Paris hat die Bürgermeisterin Anne Hidalgo nach einem tödlichen Unfall mit einem E-Scooter gar ein Fahrverbot auf Trottoirs verfügt. In Tel Aviv hat die Polizei schon über 13'000 Strafzettel an Fahrer von E-Trottinetten verteilt.

Trotz der negativen Schlagzeilen sollen die E-Fahrzeuge bald auch in der Stadt St. Gallen vermietet werden. Der schwedische E-Scooter-Anbieter Voi plant zusammen mit der Stadt ein Pilotprojekt. Wann dieses startet, steht noch nicht fest. Es dürfte jedoch nicht mehr allzu lange dauern. «Wir befinden uns mit der Stadt St. Gallen in den letzten Verhandlungen», heisst es auf Anfrage beim schwedischen Anbieter. Mit welchen Modellen und mit wie vielen Fahrzeugen das Pilotprojekt durchgeführt wird, bleibt vorerst unbeantwortet.

Verhandlungen stehen
kurz vor dem Abschluss

Maja Bretscher, Medienverantwortliche der städtischen Dienststelle Umwelt und Energie, bestätigt den Kontakt mit dem Anbieter Voi. «Wir befinden uns in den letzten Zügen der Planung», sagt sie. Die Idee, das Potenzial von E-Trottinetten in St. Gallen mit einem Pilotprojekt zu testen, ist bei der Stadt auf offene Ohren gestossen.

«Es ist im Sinne des Mobilitäts- und Energiekonzeptes, einen cleveren Verkehrsmix zu ermöglichen.»

Sie wollen jedoch nichts überstürzen und mit dem Pilotprojekt erste Erfahrungen sammeln. Wie es nach der Pilotphase weitergehe, könne sie im Moment nicht abschätzen. Bretscher betont aber, dass die Stadt St.Gallen im Bezug auf die E-Fahrzeuge nicht selber aktiv war. «Es sind mehrere Anbieter auf uns zugekommen.» Mit «Voi» habe man den geeigneten Partner gefunden. «Der Anbieter ist schon in anderen etwa gleich grossen Städten aktiv.»

Ins Pilotprojekt mit den elektronischen Stadtflitzern ist auch die St.Galler Stadtpolizei involviert. Sie erteilt die nötige Bewilligung zur Nutzung des öffentlichen Raumes. «Wir werden das Pilotprojekt genau beobachten», sagt Polizeisprecher Dionys Widmer. Vorerst seien keine speziellen Massnahmen deswegen geplant. Dies könnte sich nach dem Versuch ändern: «Danach beurteilen wir die Situation mit den gewonnen Erfahrungen neu.»

Es gelten dieselben Regeln wie für Velofahrer

Für Dionys Widmer ist klar: «Halten sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln, sollte es theoretisch keine Probleme mit den E-Trottinetten in St.Gallen geben.»

Dabei müssen die Benützer der Geräte jedoch einige Regeln beachten. So sind Trottoirs beispielsweise absolut tabu.

«E-Trottinette sind bezüglich Verkehrsregeln den Fahrrädern gleichgestellt.»

Das Fahren der Trendfahrzeuge ist also, falls vorhanden, auf Radwege oder Radstreifen begrenzt. Sonst müssen die E-Scooter-Fahrer auf die Strasse ausweichen. Fussgängerzonen in der Stadt dürfen nur dann befahren werden, wenn sie auch für Velos offen sind. Widmer ergänzt: «Sind mehr Verkehrsteilnehmer auf den Strassen unterwegs, erhöht sich natürlich auch die Gefahr für Zwischenfälle.»

Nicht nur wegen der Sicherheit sollten sich die E-Scooter-Fahrer an die Vorschriften halten. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem droht eine Busse. Der Bussenkatalog gleicht dem für Velofahrer. Auch das Fahren in angetrunkenem Zustand ist verboten. Der Alkoholwert darf die Grenze von 0,5 Promille nicht überschreiten. «Wer dagegen verstösst, wird angezeigt», sagt Widmer. «Zudem empfehlen wir, einen Helm zu tragen.» Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) geht sogar noch einen Schritt weiter: «Tragen Sie Schutzausrüstung bestehend aus Helm, Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschutz, um den Folgen von Stürzen vorzubeugen», heisst es auf der Internetseite.

Mindestalter für E-Scooter liegt bei 16 Jahren

Wo die E-Trottinette dereinst aufgeladen werden, bleibt vorerst offen. Es ist jedoch bereits jetzt klar, wo sie abgestellt werden dürfen: «Die Scooter können auf den Zweiradparkplätzen oder dem Trottoir parkiert werden und dürfen niemanden behindern», sagt Dionys Widmer. Wer einen Stadtflitzer auf dem Trottoir abstellen möchte, der müsse beachten, dass mindestens anderthalb Meter für Fussgänger freibleiben.

Über die neuen E-Fahrzeuge in der Stadt St. Gallen dürfen sich jedoch nicht alle freuen: «Das Mindestalter liegt rechtlich gesehen bei 16 Jahren, ab 14 Jahren für diejenigen, welche die Töffliprüfung bestanden haben», sagt Widmer.

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