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«St.Gallen muss schauen, dass es möglichst bald Teil des Kunstschulsystems wird»

Den Traum einer eigenen Kunsthochschule in St.Gallen haben zahlreiche Kulturschaffende inzwischen begraben. Sie wünschen sich aber einen «Campus für Kreative», um den Austausch unter den Kulturschaffenden zu ermöglichen.
Roger Berhalter
Wunsch-Standort für viele Kulturschaffende: Das Zeughaus auf der Kreuzbleiche. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wunsch-Standort für viele Kulturschaffende: Das Zeughaus auf der Kreuzbleiche. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wie es funktionieren könnte, ist derzeit im ehemaligen italienischen Konsulat an der Frongartenstrasse zu sehen. Kulturkonsulat heisst es heute, und es vereinigt in einer Zwischennutzung Künstlerateliers und Kulturbüros unter einem Dach, ebenso Institutionen wie die Galerie Nextex und das Kulturmagazin «Saiten».

Einen solchen Ort, wo sich Kulturschaffende verschiedenster Sparten in den Gängen begegnen, wünscht sich die städtische Kulturszene dauerhaft. Dies wurde am vergangenen Forum zum neuen St. Galler Kulturkonzept einmal mehr deutlich. Es brauche einen «Kristallisationspunkt für kulturelle Aktivitäten», ein «Haus der Künste», einen «Campus für Kreative», war in der Lokremise zu hören.

In St. Gallen der Praxisteil, in Zürich die Theorie

«Das Kulturkonsulat zeigt anschaulich, wie belebend ein solcher Ort ist», sagt Josef Felix Müller, Präsident des Künstlerverbands Visarte Schweiz. Auch er sorgt sich wegen der Tatsache, dass viele Junge St. Gallen verlassen, um anderswo Kunst zu studieren. Eine eigene Kunsthochschule zu fordern, davon ist Müller aber inzwischen abgekommen: «Dieser Zug ist abgefahren.»

Visarte-Präsident und Künstler Josef Felix Müller. (Bild: Hanspeter Schiess)

Visarte-Präsident und Künstler Josef Felix Müller. (Bild: Hanspeter Schiess)

Eine neue Schule wäre teuer, langwierig aufzubauen, und Müller bezweifelt auch, ob die Nachfrage genügend gross wäre: «Die Kunsthochschulen in Zürich und Luzern müssen in gewissen Lehrgängen schon jetzt um Studenten kämpfen.»

Statt einer weiteren Kunsthochschule schwebt Müller vielmehr eine Kooperation mit den bestehenden Schulen in Zürich und Luzern vor – verbunden mit einem Atelierhaus in St. Gallen. Die Idee: Die Kunststudenten würden weiterhin in Luzern oder Zürich Vorlesungen besuchen, den Praxisteil könnten sie aber in Ateliers in St. Gallen absolvieren. «Wir müssen nicht alles neu erfinden, die Schulen sind ja schon vorhanden. St. Gallen muss aber schauen, dass es möglichst schnell Teil dieses Schulsystems wird.»

Er spricht von einem «radikal neuen Modell», das «enorm attraktiv» wäre und die Abwanderung der jungen Kreativen aus St. Gallen verhindern könnte. Zwar sei es erst eine Idee, doch mit dem Zeughaus auf der Kreuzbleiche haben Müller und andere Kulturschaffende schon jetzt einen Standort im Auge.

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