Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Pro Tag sind 5000 Velos unterwegs: Ist St.Gallen doch eine Velostadt?

Die Zählstationen haben 2018 täglich 5000 Velos erfasst. Das sind 500 mehr als im Vorjahr. Ein paar Zahlen zur Velostadt St.Gallen.
Roger Berhalter

«Velostadt St.Gallen»: Für manche klingt das wie ein Widerspruch in sich. Denn noch immer ist St.Gallen eher eine Autostadt. Bei Strecken bis drei Kilometer Länge – wo das Verkehrsmittel Velo eigentlich stark sein müsste – ist in St.Gallen der Autoanteil hoch. Und nur vier Prozent aller Wege legen Städterinnen und Städter mit dem Velo zurück. Damit liegt St.Gallen im Schweizer «Städtevergleich Mobilität» mit Abstand am Schluss der Rangliste, hinter Luzern und Zürich mit jeweils zwölf Prozent.

Doch Politiker und Verkehrsplaner versprechen Besserung, insbesondere seit das Schweizer Stimmvolk im vergangenen Jahr den Gegenvorschlag zur Velo-Initiative angenommen hat. Jetzt ist die Förderung von Velowegen in der Verfassung festgeschrieben, was auch dem Nahverkehr in der Stadt St.Gallen zugutekommen soll. «Wir sind daran, die Lücken in der Infrastruktur zu schliessen», sagte Baudirektorin Maria Pappa in einem Interview mit dieser Zeitung und wies dabei auf die Verbesserungen für Velofahrerinnen und Velofahrer hin. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren viele Einbahnstrassen und Busspuren für Velos geöffnet, Fahrverbote für Velofahrer aufgehoben und die Radstreifen auf der Ost-West-Achse verlängert.

Aktuell gibt es nach Auskunft von Stefan Pfiffner vom städtischen Tiefbauamt insgesamt 27 Kilometer Velostreifen auf Stadtgebiet. Man werte das Routennetz jeweils im Rahmen des «Städtevergleich Mobilität» aus, der bisher zweimal durchgeführt wurde. Im ersten Bericht 2012 kamen die Velorouten noch gar nicht vor. Beim zweiten, 2015, waren die meisten Städte schon erfasst. Die nächste Auswertung dürfte das Tiefbauamt 2020 durchführen.

Die Messstationen erfassen immer mehr Velos

Wie viele Velos durch die Stadt St.Gallen fahren, ist schwer zu beantworten. Seit Velos nicht mehr gelöst werden müssen und somit nicht mehr registriert sind, lässt sich die genaue Zahl der Fahrräder nicht mehr bestimmen. Weder die Stadtpolizei noch das Tiefbauamt führen hierzu eine Statistik.

Jedoch erfasst das Tiefbauamt seit einigen Jahren die (fahrenden) Velos an eigenen Zählstellen. Am 7. Juli 2011 wurde an der Museumstrasse beim Theater die erste solche automatische Velozählstelle in Betrieb genommen; seither kommen ständig neue hinzu (die obige Infografik zeigt eine Auswahl). Die neusten Zahlen aus dem Jahr 2018 belegen einen klaren Trend: Fast alle Zählstellen haben mehr Velos registriert. In der Stadt sind deutlich mehr Velofahrer unterwegs, während die Zahl der erfassten Autos leicht gesunken ist (Ausgabe vom 13. Juli). Gut 5000 Velos fahren heute täglich durch die Stadt. Dieser Wert ergibt sich, wenn man die Daten aller Messstationen zusammenzählt. 2017 wurden erst knapp 4500 Velos pro Tag gezählt.

An manchen Messpunkten ist die Zahl der Velos nur leicht gestiegen. So wie an der Gottfried-Keller-Strasse in St.Georgen, wo im vergangenen Jahr 20 Velos mehr pro Tag erfasst wurden als 2017 (170 statt 150). Andernorts ist die Veränderung deutlicher. Den Kreuzbleicheweg befuhren 2017 pro Tag noch 520 Velos, 2018 waren es schon 600.

An der Oberstrasse 149 fuhren 2017 noch 520 Velos pro Tag vorbei, 2018 waren es mit 620 schon 100 mehr.

Am meisten Velos mehr pro Tag, nämlich 120, zählte die Station an der Vadianstrasse 8 in der Nähe des Bleicheli. Dort waren im vergangenen Jahr 920 Velos täglich unterwegs, während es 2017 erst 800 gewesen waren.

Zwei neue Passerellen und mehr als 3800 Abstellplätze

Ist St.Gallen also doch eine Velostadt? Die Infrastruktur jedenfalls nimmt Fahrt auf. Zum Beispiel baut die Stadt beim Bahnhof Bruggen und auf der St.Leonhardbrücke neue Passerellen für Velofahrer. Dazu kommen ständig neue Veloabstellplätze, wie eine aktuelle Statistik des Tiefbauamtes zeigt. Während die oberirdischen Autoparkplätze nach und nach in Parkgaragen verlagert werden, bekommen die markierten Veloparkplätze und Veloständer mehr Platz. 2014 gab es in der Stadt erst 3300 Abstellplätze für Velos. 2017 waren es schon 3811.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.