St.Gallen
«Lebensqualität statt Durchgangsverkehr»: Anwohnerinnen und Anwohner der Demutstrasse reichen Petition ein

Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner der Demutstrasse haben am Montag eine Petition mit 620 Unterschriften bei der Stadtkanzlei eingereicht. Sie verlangen, dass der überregionale Arbeits- und Ausflugsverkehr entlang der Strasse in St.Georgen reguliert wird.

Siri Würzer
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Die Mitinitianten Wendelin Reinhardt, Yolanda Fries, Marc Ammann und Karin Annoni (von links nach rechts) übergeben die Petition im Geschenkspäckli der Stadtkanzlei.

Die Mitinitianten Wendelin Reinhardt, Yolanda Fries, Marc Ammann und Karin Annoni (von links nach rechts) übergeben die Petition im Geschenkspäckli der Stadtkanzlei.

Bild: Siri Würzer (21. Dezember 2020)

Es sei ein altes Thema, sagt Mitinitiant Marc Ammann. Gemeint ist der Pendlerverkehr auf der Demutstrasse in St.Georgen. Karin Annoni und drei weitere Anwohnerinnen und Anwohner haben am Montag ihre Petition «Demutstrasse beruhigen - Lebensqualität statt Durchgangsverkehr» bei der Stadtkanzlei eingereicht. Sie wollen erreichen, dass die Wohnquartiere rund um die Demutstrasse vor «überregionalem und nicht quartierrelevantem Verkehr» geschützt werden.

Innerhalb von 16 Tagen kamen 620 Unterschriften zusammen. Diese seien nicht via einer Petitionsplattform im Internet, sondern persönlich vor Ort gesammelt worden, sagt Ammann. Ursprünglich hätten sie sich ein Ziel von 150 Unterschriften gesetzt. Dass es schliesslich so viele mehr sein würden, habe alle überrascht. Die Unterschriften seien ihnen geradezu «reingeflattert», sagt Mitinitiant Wendelin Reinhardt. Er ergänzt:

«Wir haben nicht erwartet, in dieser kurzen Zeit so viele Unterschriften sammeln zu können. Es zeigt, dass unsere Petition ein dringliches Anliegen ist.»

Arbeits- und Ausflugsverkehr belastet die Quartierstrasse

Vor allem der Pendlerverkehr macht den Anwohnerinnen und Anwohnern laut den Petitionären zu schaffen. Nicht nur während der Rushhour nähmen viele Pendler den Weg durch das Tal der Demut und anschliessend über die Wildeggstrasse, um dem Stau auf der Stadtautobahn auszuweichen. Weiter habe man festgestellt, dass Navigationsdienste wie etwa Google Maps die Route über St.Georgen bevorzugen und als kürzeste Variante anzeigen. Dies verstärke den Verkehrsfluss zusätzlich.

Aber nicht nur unter der Woche werde das Quartier von einer «Blechlawine überschüttet». An den Wochenenden sei die Demutstrasse ebenfalls stark befahren. Dies stelle auch eine Gefahr für Kinder und Betagte dar. Viele Spaziergängerinnen und Spaziergängern würden das Tal der Demut wegen des Strassenlärms mittlerweile sogar schon meiden, heisst es in einer Mitteilung der Petitionäre. Mitinitiantin Yolanda Fries sagt:

«Es besteht Handlungsbedarf.»
Trotz Tempo-30-Zone nutzen viele Pendler die Demutstrasse.

Trotz Tempo-30-Zone nutzen viele Pendler die Demutstrasse.

Bild: Siri Würzer (18. Dezember 2020

Die Anwohnerinnen und Anwohner hinter der Petition fordern, dass der «nicht quartierrelevante Verkehr» auf der Achse Demutstrasse-Wildeggstrasse reguliert wird. Der überregionale Verkehr soll über die dafür vorgesehenen Strassen geleitet werden. Unter Zusammenarbeit der umliegenden Gemeinden soll eine Lösung gefunden. Pendlerinnen und Pendler sollen zudem dazu ermutigt werden, den ÖV zu benutzen.

Das Verkehrsaufkommen ist in den letzten Jahren stärker geworden

Unter den Anwohnerinnen und Anwohnern sei das Thema schon lange aktuell. Obwohl entlang der Demutstrasse vor 22 Jahren Tempo-30 eingeführt worden sei, sei der Verkehr dort nicht abgeflacht. Im Gegenteil: In den letzten Jahren habe der Verkehr sogar zugenommen. Die Wohnqualität sei dadurch inzwischen unattraktiv geworden. Auch die grosse Lärmbelastung sei störend. Ehemals attraktiver Wohnraum verliere so an Wert. Junge Familien zögen weg. Deshalb sei das Anliegen momentan dringlicher denn je, sagen die Mitinitianten.

Laut den Initianten gab es in der Vergangenheit bereits einige Versuche, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Meistens seien es jedoch Einzelpersonen gewesen, die sich bei unterschiedlichen Anlaufstellen gemeldet hätten. Folglich habe sich wenig verändert. «Der politische Wille hat bis anhin gefehlt», sagen die Initianten. Deshalb hätten sie sich entschieden, diese Petition zu lancieren.