St.Gallen
Keine Verlängerung im Bermuda-Dreieck – Wirte sind verärgert

Das St.Galler Bermuda-Dreieck sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten für Bars an der Partymeile hat die Stadtpolizei für dieses Wochenende abgelehnt. Brisant: Die Bestimmung gilt nicht für Gastro-Betriebe aus der restlichen Innenstadt.

Nico Conzett/FM1Today
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Party-Hotspot Bermuda-Dreieck: Jetzt sorgen die Öffnungszeiten für Ärger.

Party-Hotspot Bermuda-Dreieck: Jetzt sorgen die Öffnungszeiten für Ärger.

Archivbild: Michel Canonica

Das Bermuda-Dreieck kommt nicht zur Ruhe: Am letzten Wochenende sorgten die morgendlichen Müllberge und die Eskapaden der zahlreichen Partygäste für Unmut bei den Anwohnenden, im Verlaufe der Woche diskutierte und beschloss die Stadtpolizei Massnahmen, um den Partyexzessen Einhalt zu gebieten und jetzt geht es um die Öffnungszeiten: Ein Wirt beantragte eine Verlängerung der Öffnungszeiten für dieses Wochenende, diese wurde jedoch abgelehnt.

So weit nichts Ungewöhnliches, brisant ist jedoch, dass die Regelung nur für das Bermuda-Dreieck gilt. Für die restliche Innenstadt gibt es keine vorsorgliche Ablehnung einer Verlängerung. Das stösst Thomas Peter, Inhaber der Rock Story in der Augustinergasse, sauer auf: «Ich finde, das geht überhaupt nicht. Es ist eine Wettbewerbsverfälschung.»

Stadtpolizei rechtfertigt Nichtgenehmigung

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, bestätigt auf Anfrage von «FM1Today», dass für dieses Wochenende im Raum Bermuda-Dreieck keine Verlängerungsbewilligungen ausgestellt werden. «Gestützt auf das Gastwirtschaftsgesetz werden aufgrund der aktuellen Gesamtsituation beim Bermuda-Dreieck für dieses Wochenende keine Bewilligungen erteilt.»

Vermutlich will die Stadtpolizei beobachten, wie die unter der Woche getroffenen Präventivmassnahmen wirken. Widmer versichert: «Die Entscheidung bezüglich Bewilligungen gilt nur für dieses Wochenende.» Es werde jeweils von Lokal zu Lokal und Zeitpunkt zu Zeitpunkt individuell geprüft, ob Verlängerungen der Öffnungszeiten gewährt werden oder nicht.

«Ich hätte mir mehr Unterstützung gewünscht»

Bei den Beizern stösst der Entschluss für dieses Wochenende dennoch auf wenig Verständnis. Nicht nachvollziehen kann die Regelung auch Martin Tinner, Inhaber der August-Bar an der Augustinergasse. Zwar sei seine Bar von der Regelung nicht betroffen, da er keine Verlängerung der Öffnungszeiten beantragt habe, er versteht aber den Ärger seiner Nachbarn: «Es ist schade, eigentlich sollten die Regeln für alle gleich sein. Ich denke, man kann durchaus von Wettbewerbsverzerrung sprechen.»

Nur bedingt zufrieden ist Tinner auch mit den getroffenen Massnahmen der Stadtpolizei, um die Partyeskapaden in den Griff zu bekommen. «Es ging schon ein wenig lange, bis überhaupt etwas geschehen ist und nun gibt es nur einige Plakate und Kübel, für die wir selbst bezahlen müssen. Ich hätte mir schon etwas mehr Unterstützung gewünscht.» Der Grossteil des Abfalls in der Engel- und Augustinergasse stamme nämlich nicht aus den Gastronomiebetrieben, sondern werde von den Festfreudigen selbst mitgebracht.

Toi-Tois wären kein Seich

Eines der grössten Probleme sei zudem nicht adressiert, geschweige denn gelöst mit den beschlossenen Massnahmen: Die WC-Problematik beim Bermuda-Dreieck. Weil es in der Nähe keine öffentlichen Toiletten gibt, werden meistens Hauswände für das kleine Geschäft missbraucht.

Für Tinner ist unverständlich, dass nicht einfach in einer angrenzenden Gasse einige Toi-Tois mit entsprechenden Signalisationen aufgestellt werden. Mediensprecher Widmer von der Stadtpolizei sagt dazu: «Sollten wir feststellen, dass es vermehrt Reklamationen deswegen gibt, werden wir ebenfalls über Massnahmen sprechen.» Für die Einrichtung von Toi-Tois wäre jedoch ohnehin nicht die Polizei verantwortlich, das wäre Sache des zuständigen städtischen Amts.

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