St.Gallen
In der Lachen wird wieder gebacken: Mörschwils Bäckerdynastie eröffnet ihre neue Filiale «Füger Handmade» mitten im Quartier

Erlebnisgastronomie ist das Stichwort: Mit neuen Konzepten will Familie Füger den Kundinnen und Kunden in ihrer St.Galler Bäckerei-Filiale einiges bieten – unter anderem einen neuen Treffpunkt für das Quartier. Für die Lachen hat man sich aus mehreren Gründen entschieden.

Sebastian Rutishauser
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Simone (links), Fabian (Mitte) und Raphael Füger (rechts) sind guter Dinge, was die Zukunft der neuen Filiale in der Lachen angeht.

Simone (links), Fabian (Mitte) und Raphael Füger (rechts) sind guter Dinge, was die Zukunft der neuen Filiale in der Lachen angeht.

Bild: Sebastian Rutishauser

Simone, Fabian und Raphael Füger sitzen in der leeren Lounge ihrer frisch eröffneten Bäckerei im St.Galler Lachen-Quartier. Während Fabian das neue Konzept erklärt, begrüssen Ehefrau Simone und Bruder Raphael die eintretenden Kundinnen und Kunden – nicht selten mit Namen. Es scheint, als hätten sich die drei bereits ihre ersten Stammkunden im Quartier gesichert. Dabei haben sie die Filiale gerade einmal vor einer Woche eröffnet – zumindest für Take-away und ohne grosse Feier, wie Fabian bedauernd anfügt. Dafür wolle man das Fest im Frühling nachholen.

Mit St.Gallen eröffnet das Familienunternehmen nach Mörschwil, Rorschach und Steinach die vierte Bäckerei in der Region. Seit 2018 bilden Fabian, Raphael und Simone die Geschäftsleitung – damit führen sie das Geschäft bereits in sechster Generation. Unterstützt werden sie von 82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Brotsäcke für 10'000 Briefkästen

Laut Fabian sei der Startschuss trotz Corona geglückt. Dies liege sicherlich auch an der gross angelegten Werbeaktion der letzten Woche. Per Post wurden 10'000 leere Brotsäcke in die Briefkästen der umliegenden Quartiere verteilt. Diese konnten die Leute am vergangen Wochenende in die neue Filiale mitbringen und mit Gebäck füllen lassen.

Dazu sagt Fabian: «Trotz des Ansturms gab es glücklicherweise keine Komplikationen. Das Team hat super funktioniert und in den neuen Öfen ist nichts verbrannt.» Am Sonntagabend habe man die Woche müde aber glücklich beendet.

Wellness für den Teig, Transparenz für die Kundschaft

Für die neue Filiale wollten die Fügers die Philosophie aus den bestehenden Standorten grösstenteils übernehmen. Laut Fabian hat sich vor allem das Konzept der Erlebnisgastronomie bewährt.

Die Verkaufstheke wird nachts und in den frühen Morgenstunden zum Auswallen der Teige genutzt.

Die Verkaufstheke wird nachts und in den frühen Morgenstunden zum Auswallen der Teige genutzt.

Bild: Sebastian Rutishauser

Dazu gehört beispielsweise die offene Bäckerei. Nachts eine Backstube, in der Teige geknetet, ausgewallt und gebacken werden, dient sie tagsüber als Verkaufslokal. Gleich nebenan befindet sich der sogenannte Wellnessraum. Durch eine Scheibe können Kunden sehen, wie die noch ungebackenen Teige in Eichholzfässern gelagert werden. Raphael erklärt:

«Je länger die Teige reifen, desto bekömmlicher wird das Brot.»

Ein Stockwerk über der Backstube befindet sich die sogenannte Sichtconfisserie, wo Interessierte beobachten können, wie Schokospezialitäten entstehen. Für Fabian ist klar: «Wir wollen ein Erlebnis bieten. Dazu gehört auch die Transparenz in der Herstellung unserer Produkte.»

Damit die Teige optimal reifen können, werden sie bei 12 Grad Celsius in speziellen Holz-Barriquefässern gelagert.

Damit die Teige optimal reifen können, werden sie bei 12 Grad Celsius in speziellen Holz-Barriquefässern gelagert.

Bild: PD

Ein gut gewählter Standort

Mit «Füger Handmade» – zu Deutsch «Füger Handgemacht» – backt neben der Schwyter-Filiale nun eine weitere Bäckerei in der Lachen. Die Wahl des Standorts hat laut Fabian mehrere Gründe:

«Das Quartier bietet viele positive Aspekte und wird sich in den kommenden Jahren sicherlich weiterentwickeln.»

Hinzu komme, dass der Vermieter des neu gebauten Hauses an der Metallstrasse 18 frühzeitig den Kontakt mit den Fügers gesucht habe. Deshalb sei es möglich gewesen, den Innenausbau nach eigenem Gutdünken zu beeinflussen.

Fabian wünscht sich, dass die Bäckerei zum Quartiertreffpunkt für Jung und Alt wird. «Die Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner können auf unserer Dachterrasse ihr Glacé, Feierabendbier oder die atemberaubende Aussicht geniessen».

Bisher habe man schon einige positive Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten. Auch eine städtische Behörde habe sich gemeldet, sagt Raphael:

«Die Standortförderung St.Gallen hatte eine Wahnsinns-Freude, dass wir im Lachen-Quartier eröffnen.»
Die massiven Znünitische und gemütlichen Stühle im Gastrobereich können ihren Zweck vorerst nicht erfüllen.

Die massiven Znünitische und gemütlichen Stühle im Gastrobereich können ihren Zweck vorerst nicht erfüllen.

Bild: PD