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Alte Ansichtskarten aus St.Gallen: Worauf die Textilmetropole stolz war

In Zeiten der Social Media sind gedruckte Grusskarten, die auf der Vorderseite eine Ortsansicht zeigen, ein Auslaufmodell. Für Historiker aber sind alte Ansichtskarten eine wichtige Informationsquelle. Von 1900 bis 1914 gibt es aus St.Gallen Hunderte Motive.
Reto Voneschen
Blick vom «Neuhof» an der St.-Leonhard-Strasse über die Lokremise aufs Areal des «neuen» St.Galler Hauptbahnhofs. Das Ensemble aus Empfangsgebäude, Hauptpost und Gaiserbahnhof entstand von 1911 bis 1915. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

Blick vom «Neuhof» an der St.-Leonhard-Strasse über die Lokremise aufs Areal des «neuen» St.Galler Hauptbahnhofs. Das Ensemble aus Empfangsgebäude, Hauptpost und Gaiserbahnhof entstand von 1911 bis 1915. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

In St.Gallen gab es vor dem Ersten Weltkrieg vieles, auf das Bürgerinnen und Bürger stolz sein konnten. Motor jener Boomjahre war die Stickerei-Industrie, die der Stadt einen Höhenflug bescherte wie niemals zuvor und lange Jahrzehnte auch nicht mehr danach. Sichtbar wurde der wirtschaftliche Erfolg unter anderem in einer regen Bautätigkeit. Dabei wurden neben vielen Zweck- auch Repräsentationsbauten hochgezogen. Die städtische Textilwirtschaft war nicht nur eng mit der Region verflochten, sie war aufgrund von Handelsbeziehungen weltweit gut vernetzt. Was dazu führte, dass sich in der Gallusstadt viele ausländische Arbeitskräfte niederliessen, sich aber auch ständig viele Gäste aus dem nahen und fernen Ausland hier aufhielten.

Farbige Ansichtskarten gab es von Anfang an

Aufgrund dieser Konstellation begann sich auch in St.Gallen ab den 1890er-Jahren ein vielfältiges Angebot an Ansichtskarten zu entwickeln. Erste Gehversuche mit schwarz-weissen Fotokarten fielen oft nicht überzeugend aus, während farbige Lithografien, denen oft echte Fotos als Vorlagen dienten, einen ersten Höhepunkt erreichten. Danach verlief die Entwicklung rasant, und zwar im Gleichschritt mit dem allgemeinen Fortschritt der Drucktechnik. Der Markt für Ansichtskarten über die Textilstadt war so lukrativ, dass sogar Verlage aus Deutschland begannen, Ansichtskarten mit St.Galler Motiven zu produzieren.

Die 1896/97 gebaute Frauenbadanstalt am östlichen Ende des Chrüzweiers auf Dreilinden. Auf der 1902 gelaufenen Ansichtskarte ist links dahinter der in den 1920er-Jahren aufgefüllte Nellusweier zu erkennen. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Ein ungewöhnliches Winterbild mit dem oft auf Ansichtskarten verewigten Broderbrunnen von 1896 sowie dem 1889 bis 1891 erstellten Gebäude der Schweizerischen Unionbank (heute UBS) und der Stickereibörse. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Blick vom «Neuhof» an der St.-Leonhard-Strasse über die Lokremise aufs Areal des «neuen» St.Galler Hauptbahnhofs. Das Ensemble aus Empfangsgebäude, Hauptpost und Gaiserbahnhof entstand von 1911 bis 1915. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Die katholische Pfarrkirche St. Otmar wurde zwischen November 1905 und April 1908 von August Hardegger erbaut. Davor die Vonwil-Brücke mit dem rege benutzten Güterbahnhof. Ansichtskarte verschickt 1913. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Das Sitterviadukt der Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT, heute SOB) entstand von 1907 bis 1910. Es war damals die höchste Brücke der Schweiz und galt als technische Meisterleistung. Darunter liegt das Kraftwerk Kubel. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
Die Tonhalle auf dem Unteren Brühl auf einer 1911 gelaufenen Ansichtskarte. Der Bau wurde nach über 20 Jahren Planungszeit von 1906 bis 1909 erstellt. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)
6 Bilder

St.Gallen auf Ansichtskarten

Aus den Jahren zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg sind auf Ansichtskarten Hunderte von Bildmotiven zur Gallusstadt erhalten. Was für Archive und Historiker darum von Interesse ist, weil die Originalbilder und Negative – damals waren das hauptsächlich Glasplatten – der allermeisten Fotografen, die damals aktiv waren, im Laufe des folgenden Jahrhunderts untergegangen sind. Schon damals wiederholten sich auf Ansichtskarten natürlich die Motive. Jeder Verlag, so hat man heute beim Sichten der alten Karten den Eindruck, musste beispielsweise Karten mit dem neuen Hauptbahnhof, der 1911 bis 1913 hochgezogen wurde, im Sortiment haben. Und auch die Kathedrale, die Stiftsbibliothek oder das 1904 aufgestellte Vadian-Denkmal kommen in allen möglichen Variationen vor. Sehr beliebt als Motive waren damals neue Repräsentationsbauten. Schliesslich wollte man der Welt zeigen, was man hatte. Auf viel Interesse stiessen dabei auch Anlagen in Zusammenhang mit der Eisenbahn, da diese als Symbol des Fortschritts galt.

Die meisten der vor 100 bis 120 Jahren am häufigsten auf Ansichtskarten abgebildeten Gebäude und Anlagen existieren immer noch. Und man muss auch bei der auf dieser Seite versammelten kleinen Auswahl an Motiven genau hinschauen, um Veränderungen zu entdecken.

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