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ST.GALLEN HISTORISCH: Als der Bahnhof und der Platz davor noch kein «Gesamtkunstwerk» sein musste

Alte Fotografien und Ansichtskarten sind zum einen wertvolle Belege für Historiker. Zum anderen stossen Bilder, die die Stadt in der guten und teils auch nicht so guten alten Zeit zeigen, bei heutigen Städterinnen und Städtern aus nostalgischen Gründen auf viel Interesse. Diese Sammlung stellt alten Fotos die passende heutige Ansicht gegenüber. Sie wird regelmässig um neue Bilder ergänzt.
Reto Voneschen
Bahnhof St.Gallen - um 1909

Der erste St.Galler Hauptbahnhof: Langlebig und schliesslich durchs neue Rathaus ersetzt

Der St.Galler Bahnhof auf einer Ansichtskarte, die am 13. Mai 1909 nach La Sarraz in der Waadt gelaufen ist. Links ist der erste St.Galler Hauptbahnhof, in der Bildmitte hinter der Trogenerbahn und einem städtischen Tram das Bahnhofpärklein und rechts eine Ecke des Hotel Walhalla. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

Der St.Galler Bahnhof auf einer Ansichtskarte, die am 13. Mai 1909 nach La Sarraz in der Waadt gelaufen ist. Links ist der erste St.Galler Hauptbahnhof, in der Bildmitte hinter der Trogenerbahn und einem städtischen Tram das Bahnhofpärklein und rechts eine Ecke des Hotel Walhalla. (Bild: Sammlung Reto Voneschen)

Die gleiche Stelle auf dem heutigen Bahnhofplatz. Dort, wo einst der erst St.Galler Hauptbahnhof stand, erhebt sich heute das Rathaus. (Bild: Reto Voneschen - 12. März 2019)

Die gleiche Stelle auf dem heutigen Bahnhofplatz. Dort, wo einst der erst St.Galler Hauptbahnhof stand, erhebt sich heute das Rathaus. (Bild: Reto Voneschen - 12. März 2019)

Die Eisenbahn, die für die weitere Entwicklung St.Gallens zur Textilmetropole zentral war, erreichte die Gallusstadt am 24. März 1856. An jenem Ostermontag hielt der erste Zug von Winterthur und Wil her gemäss dem Büchlein «St.Gallen wie es nicht mehr steht» vor dem erst im Rohbau vollendeten Bahnhof. Die Pläne fürs Stationsgebäude hatte der Verwaltungsrat der St.Gallisch-Appenzellischen Eisenbahngesellschaft am 27. Dezember 1853 genehmigt.

1911 bis 1913 wurde westlich des alten Bahnhofs das neue Bahnhofsgebäude erstellt; es fiel der boomenden Textilmetropole würdig ziemlich monumental aus und wird heute von Fachleuten auch als bauliche Antwort der reformierten Textilstadt auf die katholische Kathedrale interpretiert. Das alte Aufnahmegebäude wurde 1912/13 umgebaut und diente dem Bahndienst, bis es 1972 abgebrochen wurde. An seiner Stelle entstand von 1972 bis 1977 das neue Rathaus der Stadt St.Gallen.

Brühltor - vor 1960

Vom Café Weisshaar zur Post Brühltor

Das Café Weisshaar war näher ans Waaghaus gebaut als es heute die Post Brühltor ist. Darum hat's vor der Post Platz für einen kleinen Baum. (Bilder: Stadtarchiv der OG St.Gallen/Reto Voneschen)

Das Café Weisshaar war näher ans Waaghaus gebaut als es heute die Post Brühltor ist. Darum hat's vor der Post Platz für einen kleinen Baum. (Bilder: Stadtarchiv der OG St.Gallen/Reto Voneschen)

(vre) Eine Schönheit ist der Neubau Brühlgasse 1, in dem die Post Brühltor untergebracht ist, nicht wirklich. Allerdings wurde auch das hier zuvor stehende Haus in dieser Hinsicht kritisiert, etwa von Stadtarchivar Alfred Schmid, der 1935 schrieb: «Auch in ästhetischer Beziehung kann es uns nicht besonders entflammen.» Im alten Haus wurde bis 1959 die Speisewirtschaft Weisshaar, die auch Café Weisshaar hiess, geführt. Es war wohl nach seiner ersten Wirtin so benannt: 1880 wurde das Lokal von Bertha Weisshaar-Reisch geführt. Sie war die Witwe von Fritz Weisshaar, der noch 1875 im Stein am Bohl eine «Nürnberger-Bierwirthschaft» mit Café betrieben hatte.

Brühltor-Durchgang - vor 1959

Auch ein schöner Rücken kann entzücken

Die Hinterseite der Häuser Brühlgasse 1 bis 9 (Nummerierung von rechts nach links). Das Strässchen von hier zum Bohl hiess damals Kaufhausweg, weil das Waaghaus damals Kaufhaus hiess, weil es - neben einer Poststelle und einem Polizeiposten - so eine Einrichtung beherbergte. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Die Hinterseite der Häuser Brühlgasse 1 bis 9 (Nummerierung von rechts nach links). Das Strässchen von hier zum Bohl hiess damals Kaufhausweg, weil das Waaghaus damals Kaufhaus hiess, weil es - neben einer Poststelle und einem Polizeiposten - so eine Einrichtung beherbergte. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Die Rückseite der Post Brühltor heute. Oben im Haus sind Büros der Sozialen Dienste der Stadt St.Gallen untergebracht. (Bild: Reto Voneschen - 13. März 2019)

Die Rückseite der Post Brühltor heute. Oben im Haus sind Büros der Sozialen Dienste der Stadt St.Gallen untergebracht. (Bild: Reto Voneschen - 13. März 2019)

Hinterhöfe und die Rückseite von Häuserzeilen haben ihren ganz speziellen Charme. Allerdings werden sie oft nicht für Wert befunden, fotografiert und so der Nachwelt überliefert zu werden. Umso interessanter ist das Bild des Fotohauses Zumbühl, das die Rückseite der Häuser Brühlgasse 1 bis 9 (von rechts nach links) zwischen Bohl und Brühltor-Durchgang zeigt. Im Haus Brühlgasse 1 rechts war bis 1959 das Café Weisshaar untergebracht. Beim Häuschen in der Bildmitte dürfte es sich um eine WC-Anlage handeln.

Schibenertor - 1897

Der «Kreml»: Von der Lotterbude zum Hotel St.Gallerhof und dann zum Kino

(Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

(Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

(Bild: Reto Voneschen - 13. März 2019)

(Bild: Reto Voneschen - 13. März 2019)

(vre) Das Schibenertor um 1897 auf einem Bild des renommierten St.Galler Fotohauses Zumbühl. Links ist die reich bemalte Tramhaltestelle Schibenertor zu sehen, rechts steht ennet dem Verkehrsknoten das Haus Unterer Graben 1, dahinter ist das Ecktürmchen des 1882 erstellten, heute noch existierenden Hauses Unterer Graben 5 knapp zu erkennen.

Das alte Haus Unterer Graben 1 gehörte zu einer Häuserzeile, die westlich am Stadtgraben vor der Stadtmauer entstanden war. Ende des 19. Jahrhunderts waren die kleinen Häuser verlottert und wurden nacheinander abgebrochen. Das Haus Unterer Graben 5 entstand 1882, das neue Haus Unterer Graben 1 1899 als Hotel St.Gallerhof. Es wurde als solches bis 1910 betrieben. 1913 bis vermutlich 1925 befanden sich im Haus die Union-Licht-Spiele, ein Kino. Der Ziegelbau wurde im Volksmund wegen seiner Zwiebeltürmchen auch «Kreml» genannt.

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