St.Gallen
«Es ging wild zu und her, aber ist nicht mehr so ausgeartet»: Wirte und Stadtpolizei ziehen Bilanz nach Partywochenende im Bermudadreieck

Dicht drängte sich das Partyvolk am Wochenende wieder im Bermudadreieck, einer Ausgehmeile in der Stadt St.Gallen. Nachdem die Lärm- und Abfallprobleme in den Wochen zuvor stark zugenommen hatten, war die Stadtpolizei mit verstärktem Aufgebot und neuen Massnahmen vor Ort.

Christina Weder
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Auch am vergangenen Freitag drängten sich die Nachtschwärmer im Bermudadreieck.

Auch am vergangenen Freitag drängten sich die Nachtschwärmer im Bermudadreieck.

Bild: Sandro Büchler

Littering und Lärm haben im Bermudadreieck, einer der Ausgehmeilen in der Stadt, zu reden gegeben. Nachtschwärmer haben an den vergangenen Wochenenden mit privaten Lautsprechern Partys veranstaltet, mitgebrachten Alkohol konsumiert und Abfall hinterlassen. Anwohnerinnen und Anwohner berichteten, es sei noch nie so schlimm gewesen.

Die Stadtpolizei hat reagiert und präventive Massnahmen ergriffen. Absperrgitter, Präventionsplakate und zusätzliche Abfallkübel wurden aufgestellt. Vergangene Woche fand zudem eine Aussprache statt. Am Wochenende war die Polizei im Gebiet Augustiner- und Engelgasse mit einem verstärkten Aufgebot präsent. Zudem wurde erstmals die Augustinergasse teilweise gesperrt, um den Lärm für Anwohnerinnen und Anwohner zu minimieren.

Weniger Littering, sensibilisiertere Nachtschwärmer

Nach dem Wochenende sagt Martin Tinner, Inhaber der August Bar, auf Anfrage, er habe positive Erfahrungen mit den getroffenen Massnahmen gemacht. «Ich habe die Situation angenehmer empfunden als an den vorangegangenen Wochenenden.» So habe es weniger Littering gegeben, das Partyvolk sei sensibilisierter gewesen, die Polizei habe mit ihrem verstärkten Aufgebot einiges abfedern können. Dennoch sei es am Samstag nach 23 Uhr, als der Italien-Match zu Ende war und in den Gassen Gedränge herrschte, wild zu- und hergegangen. «Aber es ist nicht mehr so ausgeartet wie auch schon.»

Andrea Bonetta, Inhaber Lunaris Bar.

Andrea Bonetta, Inhaber Lunaris Bar.

Bild: Basil Schnellmann

Auch Andrea Bonetta, Inhaber der Lunaris Bar am Bermudadreieck, sagt, die Situation sei «ein bisschen besser» gewesen als an den Wochenenden zuvor. Die Polizei sei präsent gewesen und diskret geblieben. Das gebe Sicherheit und habe dazu geführt, dass auch wieder ältere Stammgäste gekommen seien, was er begrüsst. Er sagt:

«Wir wollen, dass das Bermudadreieck voll ist, aber es soll trotzdem friedlich zu- und hergehen.»

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei, zieht nach dem Wochenende eine positive Bilanz. Die Massnahmen hätten sich bewährt. Obwohl bei gutem Wetter viele Leute in den Gassen unterwegs waren und die Clubs am Samstag zum ersten Mal seit langem wieder öffnen durften, habe die Polizei keine grösseren Einsätze in der Ausgehmeile leisten müssen. «Es sind kaum Reklamationen eingegangen», sagt Widmer.

Dionys Widmer, Sprecher der St.Galler Stadtpolizei.

Dionys Widmer, Sprecher der St.Galler Stadtpolizei.

Bild: PD

Bewährt habe sich auch die Sperrung der Augustinergasse. Abgesehen von einem kurzen Zwischenfall, als sich 50 bis 60 Personen in der Gasse aufhielten und Lärm machten, habe sich die Situation beruhigt. Allerdings sei die verstärkte Präsenz eine Herausforderung für die Stadtpolizei. Je nachdem, was sonst noch in der Stadt los sei, müssten andere Einsätze als dringender gewertet werden.

Nun will die Stadtpolizei gemäss Widmer in Erfahrung bringen, wie Anwohnerinnen, Anwohner und Beizer am Bermudadreieck das Wochenende erlebt haben. «Danach werden wir entscheiden, wie es am kommenden Wochenende weitergeht.»