St.Gallen

Erstes Kriterium ist die Wohnadresse: Die Stadt passt die Zuteilungspraxis für die Oberstufe an

Sechstklässlerinnen und Sechstklässler können einen Wunsch für ein städtisches Schulhaus äussern. Ausschlaggebend für die Zuteilung ist aber die Wohnadresse. Die Dienststelle Schule und Musik passt die drei Einzugsgebiete für die städtischen Oberstufenschulhäuser an. Ziel ist mehr Flexibilität.

Christina Weder
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Das Schulhaus Blumenau gehört zum Einzugsgebiet der Oberstufe Centrum.

Das Schulhaus Blumenau gehört zum Einzugsgebiet der Oberstufe Centrum.

Bild: Urs Bucher (2. Juli 2019)
Martin Annen, Leiter der St.Galler Dienststelle für Schule und Musik.

Martin Annen, Leiter der St.Galler Dienststelle für Schule und Musik.

Bild: Benjamin Manser

Das Übertrittsverfahren in die Oberstufe steht für Sechstklässlerinnen und Sechstklässler vor der Tür. Dabei wird im Vergleich zu den Vorjahren die Zuteilungspraxis geändert. Im vergangenen Jahr konnten Kinder und ihre Eltern zwei Schulhauswünsche für die Oberstufe anbringen. «Das hat teilweise zu Missverständnissen und gefühlten Ungleichbehandlungen geführt», sagt Martin Annen, Leiter der Dienststelle Schule und Musik, auf Anfrage. Es habe auf jeden Fall Klärungsbedarf gegeben. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei die Zuteilungspraxis angepasst worden.

Eltern können im Rahmen des Übertrittsverfahrens nur noch einen Wunsch für ein städtisches Oberstufenschulhaus angeben. Auch Kinder, die sich für einen Übertritt an die Flade entscheiden, aber beim Losverfahren nicht berücksichtigt werden, haben einen Wunsch für ein städtisches Oberstufenschulhaus frei. «Soweit der vorhandene Schulraum es zulässt und die Zuteilungsziele erreicht werden können, werden die angegebenen Wünsche berücksichtigt», heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt. Es bestehe aber kein Anspruch darauf.

Kinder sollen in der Nähe ihres Wohnorts zur Schule gehen

«Wir werden nicht alle Wünsche erfüllen können», sagt Martin Annen. Er stellt klar: «Das erste Kriterium für die Zuteilung in ein Oberstufenschulhaus ist die Wohnadresse.» Bei der neuen Zuteilungspraxis, die ab sofort gilt, werde darauf geachtet, dass Schülerinnen und Schüler ein Schulhaus in der Nähe ihres Wohnorts besuchen können. Je nachdem, ob die Kinder im Einzugsgebiet West, Centrum oder Ost zu Hause sind, werden sie den entsprechenden Schulhäusern zugeteilt.

Die drei Einzugsgebiete sind dabei angepasst worden, wie die städtische Dienststelle Schule und Musik in der Medienmitteilung schreibt. Man habe damit die Einzugsgebiete für die Real- und die Sekundarstufe vereinheitlicht, was sich mit der Oberstufenreform aufgedrängt habe, begründet Martin Annen. Seit der Umsetzung des Projekts «Oberstufe 2020» werden in jedem der fünf städtischen Oberstufenschulhäuser sowohl Sekundar- als auch Realklassen unterrichtet. Die Ära der reinen Sekundar- und Realschulhäuser und der damit verbundenen unterschiedlichen Einzugsgebiete für beide Schultypen ist zu Ende.

Wohngebiete, in denen die Zuteilung in zwei Einzugsgebiete möglich ist

Die einheitlichen Einzugsgebiete kommen erstmals im Hinblick aufs neue Schuljahr zur Anwendung. Die fixen Grenzen zwischen den drei Einzugsgebieten Ost, West und Centrum werden neu durch sogenannte flexible Zuteilungsbereiche ergänzt. Befindet sich eine Wohnadresse in einem solchen Gebiet, kann ein Kind in ein Schulhaus aus dem einen oder anderen Einzugsgebiet eingeteilt werden.

Damit werde die Flexibilität im Zuteilungsverfahren erhöht und Klarheit für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen geschaffen, heisst es in der Mitteilung. Diese Flexibilität ermögliche es, den vorhandenen Schulraum gut zu nutzen und ausgeglichene Klassengrössen zu erreichen. Auf Primarstufe kommen flexible Gebiete bereits seit zehn Jahren zur Anwendung. Sie haben sich gemäss der Medienmitteilung bewährt.

Grösste Veränderung für Rotmonten-Gerhalde

Die grösste Veränderung im Zuge der angepassten Einzugsgebiete erfährt das Quartier Rotmonten-Gerhalde. Während die Realschülerinnen und Realschüler aus dem Gebiet östlich der Gerhaldenstrasse schon seit jeher dem nahe gelegenen Realschulhaus Buchental zugewiesen wurden, besuchten die Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler aus diesem Gebiet die Sekundarschule Blumenau. Seit der Umsetzung des Projekts «Oberstufe 2020» werden im Schulhaus Buchental sowohl Real- als auch Sekundarklassen geführt. Deshalb werden künftig alle Kinder aus dem Gebiet östlich der Gerhaldenstrasse dem Schulhaus Buchental zugeteilt.

Die neuen Einzugsgebiete sind online mit Abfragemöglichkeit der Wohnadresse abrufbar.