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Das Los bestimmt, wer an die St.Galler Oberstufe Flade darf

Erstmals können sich alle städtischen Sechstklässler für die Katholische Kantonssekundarschule St.Gallen anmelden – unabhängig von Konfession und Leistung. Kommt es zu einem Andrang, entscheidet das Los, wer Flade-Schüler wird.
Seraina Hess
Schon bald können auch Reformierte, Moslems oder Konfessionslose im Klosterschulhaus kostenlos in den Unterricht. (Bild: Thomas Hary)

Schon bald können auch Reformierte, Moslems oder Konfessionslose im Klosterschulhaus kostenlos in den Unterricht. (Bild: Thomas Hary)

Sechstklässler und ihre Eltern haben neuerdings die Wahl: Ab diesem Schuljahr können sich alle Schülerinnen und Schüler der Stadt für die katholisch geprägte Sekundarschule Flade anmelden, sofern sie diese einer städtischen Oberstufe vorziehen. Die Flade hat auf das Schuljahr 2019/2020 hin eine Vereinbarung mit der Stadt St.Gallen abgeschlossen und steht Schülern kostenlos offen – auch Nichtkatholiken. Die Deckung der Schulkosten übernimmt die Stadt.

Margrit Stadler, Flade-Schulratspräsidentin. (Bild: Ralph Ribi)

Margrit Stadler, Flade-Schulratspräsidentin. (Bild: Ralph Ribi)

Bisher war die Schule katholischen Schülern vorbehalten. Wer die Flade dennoch besuchen wollte, hatte ein Schulgeld von 8000 Franken jährlich zu berappen. «Für eine Familie ein Betrag, der zu Buche schlägt. Deshalb mussten bisher viele Interessierte auf die Flade verzichten», sagt Schulratspräsidentin Margrit Stadler. Derzeit würden die zahlenden Schüler acht bis zehn Prozent der gesamten Schülerschaft ausmachen.

Die Flade führt im Sommer Realklassen ein

Der Öffnung der Flade für alle Konfessionen sind mehrjährige Verhandlungen vorausgegangen. Nachdem der Kanton 2013 in seinem Entlastungsprogramm den Beitrag an die Schule gestrichen hatte, musste die Stellung der Flade innerhalb der St.Galler Oberstufe neu definiert werden.

Der Wegfall des Katholikenvorrangs ist nicht das einzige Novum in der Geschichte der Schule. Die Flade führt Realklassen mit darin enthaltenen Plätzen für Jugendliche der Kleinklasse in allen drei Schulhäusern ein: in der Buebe-, Meitle- und gemischten Flade. Je nach Anmeldestand soll es über die Standorte verteilt drei bis vier Realklassen geben – in diesem Sommer nur im ersten Jahrgang, später in allen. Damit tut es die Flade der städtischen Schule gleich, die seit 2017 keine reinen Sekundar- oder Realschulen mehr führt, sondern die verschiedenen Klassen im Sinne der integrativen Oberstufe in den Schulhäusern vereint.

Die Obergrenze liegt bei 30 Prozent

Ob Reformierten oder Moslems, ob Real- oder Sekundarschülern: Die Flade steht also bald allen offen – «sofern die Schüler denn auch wirklich hier zur Schule gehen wollen», ergänzt die Schulratspräsidentin. Doch der Wille allein genügt vielleicht nicht in jedem Fall: Je nach Andrang kann nicht jeder Schüler, der sich anmeldet, an der Flade seine letzten obligatorischen Schuljahre absolvieren. Die Schülerzahlen unterliegen einer Obergrenze.

Im Moment besuchen 560 Schüler die drei Fladen-Standorte. 320 stammen aus der Stadt St.Gallen. Platz hätte die Schule für bis zu 750 Jugendliche.

Die Flade berücksichtigt gemäss Vereinbarung aber eine weitere Zahl: Sie wird maximal 30 Prozent aller städtischen Oberstufenschüler unterrichten, was aktuell knapp 400 Schülern entspricht. Gibt es mehr Anmeldungen, als dass die Schule Jugendliche aufnehmen kann, entscheidet das Los darüber, wer die Flade besuchen darf. Gut möglich, dass von diesem Verfahren Gebrauch gemacht werden muss, sagt Stadler.

«Der Losentscheid gewährleistet, dass niemand bevorzugt wird. Wir gehen fest davon aus, dass all unsere Plätze belegt sein werden.»

Das komme nicht von ungefähr: Als christlich geprägte Sekundarschule geniesse die Flade seit jeher einen guten Ruf. «Auch Familien, denen wenig am Glauben liegt, schätzen die Werte, die wir den Schülern vermitteln», sagt die Schulratspräsidentin.

Stadtrat Markus Buschor, Direktion Bildung und Freizeit. (Bild: Daniel Ammann)

Stadtrat Markus Buschor, Direktion Bildung und Freizeit. (Bild: Daniel Ammann)

Obschon die Öffnung der Schule einigen Eltern gelegen kommen dürfte, ist Stadtrat Markus Buschor bisher kein spürbar gesteigertes Interesse an der Flade aufgefallen. «Wissend um die Qualitäten der städtischen Schule erwarte ich keinen Ansturm auf die Flade. Das kommende Schuljahr wird es aber zeigen», sagt der Schuldirektor.

Jugendliche werden dem Schulhaus zugeteilt

In den Primarschulen wird in diesen Wochen über den Übertritt an die Oberstufe informiert. Auch über jenen an die Flade. Das Anmeldeverfahren läuft bis Ende Februar – dann beginnt die Planung. Abhängig ist die Anzahl Schüler neben der Obergrenze von weiteren Faktoren. So soll das Verhältnis zwischen Sekundar- und Realschülern jenem der städtischen Oberstufe entsprechen, genauso die soziale Durchmischung und die Klassengrösse. Während Eltern bei der städtischen Oberstufe einen Schulhauswunsch anbringen dürfen, werden Flade-Schüler nach Wohnort respektive Geschlecht einem der drei Standorte zugeteilt.

Einfluss darauf, ob sie in einer gemischten oder geschlechtergetrennten Klasse unterrichtet werden, haben die jungen Bewerber nur im Ausnahmefall. Bis sie erfahren, wo sie zur Schule gehen werden, müssen sie sich ohnehin noch etwas gedulden: Die Nachricht erreicht die Primarschüler erst Anfang Mai.

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