St.Gallen: Auch Sinfoniker können open air

Klassik als Publikumsrenner: Das Sinfonieorchester St. Gallen startet die neue Saison mit dem Gratis-Open-Air.

Julia Nehmiz
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Stimmungsvoll: Das Open Air des St. Galler Sinfonieorchesters. (Bild: Hanspeter Schiess (30. August 2019))

Stimmungsvoll: Das Open Air des St. Galler Sinfonieorchesters. (Bild: Hanspeter Schiess (30. August 2019))

Blauer Himmel, milde Abendluft, übervolle Zuschauerreihen: Das 19. Klassik-Open-Air-Konzert des Sinfonieorchesters St. Gallen startete am Freitagabend unter besten Bedingungen. Was braucht man einen Konzertsaal, wenn es die Wiese vor der Tonhalle gibt. Die ersten hatten schon zwei Stunden vor Beginn ihre Plätze reserviert. Hinter den vielen Festbänken zwei Bierstände, auch Klassik-Fans haben Durst. Zwanglos, mehr Volksfest als steifes Klassikgebaren, Kinder springen umher, kein Anzug oder Abendkleid, dafür gemütlich auf einer Picknickdecke lümmelnd den Klängen lauschen. So unkompliziert und niederschwellig kann Klassik sein.

Und das kommt an: Dreimal so viel Publikum wie in der Tonhalle Platz findet, sei auf der Wiese, schätzt jemand vom Theater; das wären dann gut 2500 Leute. Vielleicht sind es sogar mehr. Bis auf die Strasse stehen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Bei epochalen Klängen fühlt man sich wie im Kino
Chefdirigent Modestas Pitrenas hat ein schmissiges, stimmungsvolles, festliches Programm zusammengestellt. Mit dem Trommelwirbel und den Fanfarenklängen der Ouverture aus Rossinis «La gazza ladra» eröffneten seine Musikerinnen und Musiker das Konzert. Beim Redaktionsschluss dieser Zeitung spielte sein Orchester Charles V. Stanfords «Irish Rhapsody Nr. 1 in d-Moll» in den sich eindunkelnden Himmel, und inmitten der epochalen Klänge fühlte man sich wie im Kino. So ein Konzert wünschte man sich öfters.