Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Steuerfüsse am Bodensee sind auf Talfahrt

Steuerzahler in der Region am See dürfen sich freuen: Rorschach, Rorschacherberg, Thal und Rheineck beantragen eine Senkung des Steuerfusses. Horn hat bereits entschieden.
Jolanda Riedener
Besserung ist zwar in Sicht, dennoch zahlen Rorschacher Steuerpflichtige am meisten. (Bild: Urs Bucher)

Besserung ist zwar in Sicht, dennoch zahlen Rorschacher Steuerpflichtige am meisten. (Bild: Urs Bucher)

«Erfreulicher Steuerertrag» oder «Besserer Abschluss gegenüber dem Budget» – so und ähnlich lauten die Mitteilungen aus den Gemeinden der Region Rorschach, zu Budget und Steuerabrechnungen vom vergangenen Jahr. Den Steuerzahlen kommen die Besserabschlüsse zu gute: In einigen Gemeinden werden sie 2019 weniger berappen müssen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Oft ist das bessere Ergebnis aber auf Mehrerträge von Steuern zurückzuführen. Zum Beispiel Tübach verbucht mehr Einnahmen aus Steuern natürlicher und juristischer Personen. Das 1447-Einwohner-Dorf mischt bei den steuergünstigen Gemeinden im Kanton St. Gallen bereits ganz vorne mit. Bei einem Steuerfuss von 82 Prozent sieht Gemeindepräsident Michael Götte aktuell keinen Handlungsbedarf: «So wie wir jetzt aufgestellt sind, passt es gut.» Die Steuerabrechnung 2018 schliesst mit Mehreinnahmen von 150000 leicht über den Erwartungen, heisst es im aktuellen Gemeindeblatt.

Thal ist Spitzenreiter der Steuersenkung

Besonders stark reduziert Thal den Steuerfuss, ganze zehn Prozent purzelt er. Grund dafür sind Besserstellungen in allen Bereichen, stark ins Gewicht fallen aber Steuern von juristischen Personen. Gemeindepräsident Robert Raths hält einen attraktiven Steuerfuss für wichtig, jedoch könne man die Gemeinden nicht darauf reduzieren. In den vergangenen 15 Jahren hat Raths den Steuerfuss von 160 Prozent auf 94 Prozent reduzieren können. Hilfreich seien grosse Firmen wie Stadler in Altenrhein, aber man müsse auch die Ausgaben gut im Auge behalten.

«Unser Jahresabschluss ist erfreulich ausgefallen», das teilt auch Rorschacherberg mit. Eine Steuerfusssenkung ist gemäss Beat Hirs vorgesehen. Die genauen Zahlen will der Rat aber noch nicht verraten.

Goldach geht drei Prozent runter

Der Goldacher Gemeinderat hat fürs kommende Jahr eine Steuersenkung geplant. Im vergangenen Jahr beschloss ein Antrag an der Bürgerversammlung eine Reduktion auf heute 104 Prozent. Der Jahresabschluss sei nun dennoch positiv ausgefallen. Trotz höherer Abschreibungskosten kann Goldach runter mit den Steuern: Die Gemeinde beantragt den Bürgern eine Reduktion um drei Prozent auf neu 101 Prozent.

Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach, kündigte bereits Anfang Jahr an, die Steuern um sieben Prozent zu senken und lässt am Stadtapéro durchblicken, er hätte den Steuerfuss am liebsten sogar noch weiter gedrückt. Dies obwohl in Rorschach einige Investitionen anstehen: Die Umgestaltung des Hafenareals, Sanierung des Kornhauses und Stadtbahnhofunterführung sind nur einige davon.

In Rheineck, Rorschach und Untereggen kostet es

Im regionalen Vergleich müssen die Rorschacher Steuerzahler trotzdem am meisten abgeben: Mit 139 Prozent bleibt Rorschach die unbeliebte Nummer Eins. Vom Finanzausgleich profitiert die Hafenstadt dafür mit Beiträgen von rund 5,5 Millionen Franken jährlich. Thal oder Rorschacherberg dagegen erhalten keine Beiträge, Goldach, Untereggen und Rheineck voraussichtlich deutlich weniger. Nach Rorschach ist der Steuerfuss in Rheineck am höchsten. Doch auch das Städtli will die Steuern senken: Von 129 auf 124 Prozent. Hier fallen steuerliche Mehreinnahmen ins Gewicht und bescheren 1,1 Millionen Franken mehr.

Ebenfalls tief in die Tasche greifen müssen Bürger von Untereggen: Zwar will die Gemeinde den Steuerfuss um drei Prozent auf 122 Prozent senken, es künden sich in den kommenden Jahren jedoch Mehrkosten im Bereich Schule an, wie der Gemeinderat mit Besorgnis zur Kenntnis nimmt. Untereggen verfügt über keine Oberstufe. Durch Veränderungen im städtischen Schulkonzept kostet zum Beispiel die St. Galler Flade künftig mehr.

Kaum einen Vergleich lässt die Gemeinde Horn zu: Die Thurgauer Enklave gilt zum achten Mal in Folge als steuergünstigste Gemeinde im Kanton. Ausserdem werden die Finanzen der Politischen- und Schulgemeinde getrennt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.