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Sternenküche in St.Gallen: Ein Dreigänger für Migranten

Im Solidaritätshaus haben am Donnerstag die Sterneköche Sebastian Zier und Moses Ceylan vom Restaurant Einstein für 45 Migrantinnen und Migranten gekocht. Das Menu war anders als die üblichen «Einstein»-Gerichte.
Emma-Emily Wolf
Solihaus St. Gallen: die Hotel Einstein Köche kochen im Solihaus für Flüchtlinge und Migranten © Urs Bucher/TAGBLATT

Solihaus St. Gallen: die Hotel Einstein Köche kochen im Solihaus für Flüchtlinge und Migranten © Urs Bucher/TAGBLATT

Etwas aufgeregt und doch begeistert sitzen sich Afghanen, Somalier, Eritreer, Syrier, Iraner und Tibeter an den Tischen im Solidaritätshaus gegenüber. Normalerweise sind sie es, die dort für Mittagstisch-Gäste kochen. Gestern haben aber die Sterneköche Sebastian Zier und Moses Ceylan vom Restaurant Einstein den Spiess umgedreht: Ihr fünfköpfiges Kochteam füllte bei drei verschiedenen Gängen die Teller von 45 Migrantinnen und Migranten.

Als Erstes servierten die Kellner des «Einsteins» eine Brühe mit Tafelspitz und Kichererbsen. Darauf folgte der Hauptgang aus geschmortem Kalbfleisch «von der Schulter» mit geröstetem Couscous und Gemüseragout. Abgerundet wird das Menu von einer Beerenvariation mit leichtem Joghurtschaum, bedeckt von Schokoladen-Butter-Crumbles.

Anders als das gewohnte Menu

«Das Gericht hat nicht viel mit dem zu tun, was wir im ‹Einstein› normalerweise kochen», sagt Zier. Aus Platzgründen wäre das in der Küche des Solihauses gar nicht möglich gewesen. 90 Prozent der Arbeit wie zum Beispiel das 18-stündige Schmoren des Kalbfleisches wurden in der «Einstein»-Küche vorgeholt.

«Gestern wollten wir vor allem so kochen, dass es den Leuten richtig schmeckt. So, wie wir es zu Hause auch für uns tun», erklärt Zier. Ceylan, der selbst aus einer Flüchtlingsfamilie kommt, ergänzt: «Vor allem sollte es etwas sein, zu dem die Migranten einen Bezug haben, bei dem durch Wiedererkennung vielleicht auch ein gewisses Heimatgefühl aufkommt. Es gibt nämlich nichts Schlimmeres, als am Gast vorbei zu kochen.»

Das Solihaus will sich revanchieren

Letztes Jahr haben die beiden bereits für Suchtabhängige in der St.Galler Gassenküche gekocht. Diese hätte sie auch auf das Solihaus aufmerksam gemacht. «Ich war total baff, als uns das ‹Einstein› anfragte, ob sie für die Flüchtlinge im Solihaus kochen dürften», sagt Miriam Rutz, die Leiterin des Solihauses.

Auch der Migrant Mukktar Jafari aus Afghanistan hat den Anlass zu schätzen gewusst: «Das Essen hat mir so gut geschmeckt, dass ich grad noch ein zweites Mal nachschöpfen musste. Vor allem hat mich aber auch beeindruckt, dass alles so edel aufgetischt war. In so einer Szenerie habe ich vorher noch nie gegessen.» Geschirr, Tischtücher und Dekoration hat das «Einstein» selbst ins Solihaus mitgebracht. Dieses möchte sich demnächst mit einer Gegeneinladung beim «Einstein» revanchieren. «Wir haben nämlich auch ganz tolle Köche von überall her», sagt Rutz.

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