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Umstrittener Steinacher Gemeindepräsident Brändli: «Rücktritt war keine spontane Entscheidung»

Der Steinacher Gemeindepräsident Roland Brändli (FDP) wird sich im Sommer 2020 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Künftig will er mehr Zeit seiner Familie widmen.
Martin Rechsteiner
Während seinem langen Familienurlaub hat sich Roland Brändli Gedanken über die Zukunft gemacht. (Bild: Rudolf Hirtl)

Während seinem langen Familienurlaub hat sich Roland Brändli Gedanken über die Zukunft gemacht. (Bild: Rudolf Hirtl)

Es ist die zweite Rücktrittserklärung in der Region innert kurzer Zeit: Nachdem der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller (SVP) im August seinen Abgang angekündigt hat, tut dies nun auch sein Steinacher Kollege, Gemeindepräsident Roland Brändli (FDP). Am Freitagnachmittag, kurz vor 16 Uhr, verschickte er ein entsprechendes Schreiben an verschiedene Medienhäuser.

«Ich informiere, dass ich mein Amt als Gemeindepräsident auf Ende Amtsdauer 2017/20 niederlegen und mich im Sommer 2020 nicht mehr zur Wiederwahl für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung stellen werde», schreibt er. Demnach wird er seine Funktion noch bis am 31. Dezember 2020 innehaben, dann wird ein Nachfolger übernehmen. Für Brändli ergibt das eine Amtszeit von 13 Jahren.

Vor allem familiäre Gründe

«Es war keine spontane Entscheidung», sagt Roland Brändli am Telefon. «Sie ist eine Weile in mir gereift.» Dies sei vor allem in diesem Sommer geschehen. Brändli nahm sich eine Auszeit von elf Wochen. Gemeinsam mit seiner Familie reiste er mit dem Zirkus Knie durchs Land.

«Das war einmalig und hat mir und meiner Familie sehr gut getan. Diese Zeit nutzte ich auch, um mir intensiv Gedanken über meine berufliche Zukunft zu machen.» So sei er zum Schluss gekommen, dass er sein Präsidentenamt abgeben wolle. Denn die Entbehrungen, welche seine Familie durch seine vielen Abwesenheiten hinnehmen müsse, seien nicht zu unterschätzen. Dazu komme die Tatsache, dass er, und damit auch ein Stück weit seine Familie, ständig der Öffentlichkeit ausgesetzt seien. Das sei auf Dauer eine Belastung.

«Der Rücktrittswunsch an sich ist deshalb schon älter. Meine Frau und ich haben einmal abgemacht, dass ich als Gemeindepräsident aufhöre, wenn unsere Kinder in die Schule kommen», sagt Brändli. Bei der ältesten Tochter werde dies im Jahr 2020 der Fall sein. Damit genügend Zeit für die Regelung seiner Nachfolge bleibe, habe er jetzt schon bekannt machen wollen, beim nächsten Mal nicht mehr zu kandidieren. Brändli sagt:

«Bis 2020 kann ich auch noch die Projekte zum Abschluss bringen, die mir am Herzen liegen.»

Das sei zum Beispiel die Erweiterung des Pflegeheims Gartenhof. «Und auch auf die Jubiläumsfeier der Gemeinde Steinach 2019 freue ich mich sehr.»

Viele Zweifler vor zwei Jahren

In seiner Erklärung schreibt Brändli zudem: «Ich bin sehr dankbar für die spannende, lehrreiche, wenn auch nicht immer einfache Zeit als Gemeindepräsident von Steinach.» Bei diesem Satz weckt er Erinnerungen an eine Zeit vor zwei Jahren, als eine Interessengemeinschaft im Dorf versucht hatte, Brändlis Wiederwahl zu verhindern. Die Angelegenheit entwickelte sich zu einem wüsten Streit mit verhärteten Fronten. Weshalb er nicht schon damals zurückgetreten sei? «Das liegt doch auf der Hand. Ich wollte meinem Nachfolger ein sauberes Erbe hinterlassen», sagt Brändli. Jetzt könne er neuen Menschen die Führung der Gemeinde übergeben, um so neuen Ideen Raum zu geben, damit sich die Gemeinde weiterhin gut entwickeln könne.

In seinem Schreiben bedankt sich Brändli weiter bei «allen, die mich in meinem Amt unterstützt und weitergebracht haben.» Der Dank gelte insbesondere den Mitarbeitenden der Verwaltung, mit denen er tagtäglich gerne zusammenarbeite, der FDP Steinach, die «mich durch dick und dünn getragen hat», sowie dem Gemeinderat, mit welchem er gemeinsam und erfolgreich die strategischen Leitplanken für Steinach habe setzen dürfen.

Erst mal nach Australien

Was er nach 2020 machen will, weiss Brändli nicht. «Ich bin wirklich für alles offen, auch für einen totalen Richtungswechsel», betont er. Ob er sich vorstellen könne, in seinem vorherigen Beruf als Sportlehrer wieder Fuss zu fassen, könne er nicht sagen. «Ich werde die ersten paar Monate nach der Abgabe meines Amts bestimmt mit meiner Familie verbringen», ist er sich sicher. Eine Reise nach Australien schwebe ihm vor.

Über potenzielle Nachfolger sprechen will der Steinacher Noch-Gemeindepräsident nicht. «Das ist nicht meine Sache, sondern jene meiner Partei.»

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