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Der Poststelle in Steinach droht das Aus

Die Post hat bekannt gegeben, dass sie ihre Filiale in Steinach zumachen will. Zuerst möchte sie aber Alternativen finden, gemeinsam mit der Gemeinde und den Bürgern. Diese sind skeptisch.
Fritz Heinze, Martin Rechsteiner
Die Post hat die Steinacher am Dienstag zum «Dialogabend» eingeladen. Viele wollen verhindern, dass die Poststelle schliesst. (Bild: Fritz Heinze)

Die Post hat die Steinacher am Dienstag zum «Dialogabend» eingeladen. Viele wollen verhindern, dass die Poststelle schliesst. (Bild: Fritz Heinze)

Der Steinacher Gemeindesaal ist zu drei viertel gefüllt, das Interesse der Anwesenden ist gross. Zahlreiche Herren in hellgelben Hemden sind erschienen. Die Belegschaft der Postfiliale Steinach ist vollständig präsent, denn die Post hat zu einem Dialogabend geladen. Thema: die Zukunft des Angebots in der Gemeinde.

René Wildhaber, Leiter des Postnetzes Region St. Gallen-Appenzell, betont gleich zu Beginn des Abends, dass noch kein abschliessender Entscheid gefallen sei. Allerdings beabsichtige die Post derzeit, die Filiale in Steinach zu schliessen. Ob diese aber tatsächlich zumache und wann, sei noch nicht definitiv entschieden. Zuerst wolle man mit der Gemeinde die möglichen Alternativen besprechen und prüfen.

"Kaum ein Leistungsabbau"

Die Post wolle auch in den Jahren 2020 und 2025 stark sein und mit keinem Franken den Steuerzahler belasten, sagt Wildhaber. Er führt aus, wie Mobiltelefone, Whatsapp, Kartenzahlung und Onlineangebote das Geschäft des Gelben Riesen beeinflussen. Deshalb müsse sich die Post weiterentwickeln. Veränderungen seien nötig. Diese «Veränderungen», unter anderem also die Schliessung von Postfilialen, hätten aber kaum einen Leistungsabbau zur Folge, versichert er: «Unser Angebot in den Filialen mit Partnern beträgt 97 Prozent der Leistungen, die wir heute in den eigenbetriebenen Stellen erbringen. Und von den besseren Öffnungszeiten profitiert die Kundschaft ebenfalls.» Als Partner in Steinach kommt etwa der Volg in Frage, möglich wären zum Beispiel auch Bäckereien oder die Gemeinde.

Eine weitere Alternative zur Postfiliale in der Gemeinde sei der Hausservice. Dabei können Kunden Dienstleistungen wie das Versenden von Paketen oder das Einzahlen von Rechnungen mit dem Pöstler an der Haustür in Anspruch nehmen.

Kritische Fragen und Emotionen

Im Rahmen des Umfrageteils kamen die Steinacher Bevölkerung und die Gemeindevertreter zu Wort. Es kamen vermehrt kritische Fragen auf. Was passiert, wenn der Volg schliessen sollte? Was geschieht mit dem Gemeindehaus, das im Besitz der Post ist? Und weshalb wird eine Postfiliale geschlossen, wenn über die Rentabilität keine Zahlen vorliegen? Neben aller Sachlichkeit schwangen auch Emotionen mit. Viele Votanten tun sich mit dem veränderten Umfeld, in dem sich die Post befindet, schwer. Nicht zu übersehen war im Kreis der Besucher das Fehlen der Altersklasse der 20- bis 35-Jährigen. Dies lässt den Schluss zu, dass die Poststellenschliessungen ein Generationenproblem sind. Nicht von der Hand zu weisen ist die Aussage von Votant Eugen Halter, der das Vorgehen der Post eine Rasenmähertaktik nannte.

"Gemeinde hat einiges für die Postfiliale getan"

Gemeindepräsident Roland Brändli bemängelte in seinem Votum, dass keine Zahlen vorhanden seien, die über das Geschäftsergebnis der hiesigen Poststelle Auskunft geben. Ebenso regte er an, dass die vorhandene Parkplatzsituation beim Volg im Falle einer Schliessung der Poststelle überprüft werden müsse. «Wir bei der Gemeinde sind der Meinung, dass die Postfiliale Steinach erhaltenswert ist. Sie ist die optimale Lösung für Steinach. Deshalb wird sie auch so gut frequentiert», sagt er später. «Darum hat die Gemeinde in der Vergangenheit auch einiges dafür getan, die Filiale zu erhalten, wie zum Beispiel die Parkplatzregelung vor dem Gebäude.»

Im Laufe der Diskussion am Dienstagabend erhielten auch die Postangestellten für den guten Service und die Freundlichkeit einen Applaus. Die Emotionen gingen hoch, geändert hat sich aber nichts. Referent René Wildhaber stand gelegentlich etwas im Gegenwind, doch war das für ihn ein Routineabend, wie er sagte. «Wir erleben das an anderen Dialogabenden auch, mal ist es weniger, mal mehr. Wir müssen uns aber einerseits auf die Zukunft einrichten und gleichzeitig den Kunden gerecht werden.»

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