Für 9 Millionen: Steinach will seine sanierungsbedürftigen Turnhallen ersetzen

Anstatt die Sporthallen beim Primarschulhaus zu renovieren, will die Gemeinde einen Neubau. Das kostet fast doppelt so viel, laut einer Machbarkeitsstudie lohnt sich das aber.

Martin Rechsteiner
Drucken
Teilen
Baujahr 1976: Die Gebäudehülle der Steinacher Sporthalle erfüllt moderne Energiestandards nicht mehr. Die Anlage müsste saniert werden. (Bild: Martin Rechsteiner)

Baujahr 1976: Die Gebäudehülle der Steinacher Sporthalle erfüllt moderne Energiestandards nicht mehr. Die Anlage müsste saniert werden. (Bild: Martin Rechsteiner)

Zu klein und sanierungsbedürftig. So bezeichnet der Gemeinderat Steinach die beiden Sporthallen im Dorf. Schon bald soll es deshalb einen Neubau geben.

«Die grössere Sporthalle wurde 1976 gebaut», sagt Steinachs Gemeindepräsident-Stellvertreter Andreas Popp. «Sie müsste energetisch saniert werden, die Standards von damals sind heute ungenügend. Zudem stehen im Innern Modernisierungen in Sachen Sicherheit und Unfallverhütung an.» Bei der kleinen Halle, die ebenfalls auf dem Schulgelände steht und in den 50er-Jahren erbaut wurde, steht die Gemeinde vor ähnlichen Herausforderungen. «Um die Hallen zu sanieren und die kommenden 40 Jahre zu betreiben, rechnen wir mit Kosten von etwa 4 Millionen Franken», sagt Popp.

Luftschutzanlage bleibt

Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass am Standort der grösseren Halle ein Neubau sinnvoll ist. «Das alte Gebäude wird abgerissen, die Luftschutzanlage darunter bleibt bestehen. Darauf soll eine neue, dreifach unterteilbare Doppelturnhalle entstehen», sagt Popp. Die Gemeinde rechnet mit Kosten von 8 bis 9 Millionen Franken – fast doppelt so viel, wie für die Sanierung.

Schule und Vereine profitieren

Die Ausgaben lohnen sich aber, wenn es nach einer Machbarkeitsstudie geht, welche die Gemeinde 2018 dem Planungsbüro Buffoni Bühler in St. Gallen in Auftrag gegeben hat. «Unter dem Aspekt, dass die Gemeinde in den kommenden 40 Jahren weiterwachsen wird und die kleine Turnhalle den Anforderungen seit Jahren nicht genügt, ist es strategisch sinnvoll, sich auf einen Ersatzbau mit einer Doppelturnhalle zu konzentrieren», kommt die Studie zum Schluss. Der freiwerdende Raum der kleinen Turnhalle gebe der Schule die Möglichkeit, für künftige Anforderungen freien Raum zur Verfügung zu haben.

«Der Bedarf der Schule ist gegeben, und auch die Vereine profitieren von einer Doppelturnhalle», sagt Andreas Popp. Eine Umfrage habe ergeben, dass die Hallen für den Vereinssport schon lange an ihre Kapazitätsgrenzen stossen und deshalb eine neue Lösung schon länger ein Bedürfnis sei.

Projekt kommt an die Urne

Die 8 bis 9 Millionen Franken für den Neubau würde den Steuerfuss mit rund 5 Prozent belasten, wie die Gemeinde mitteilt. «Laut aktuellem Finanzplan der Gemeinde, der bis 2023 reicht, sind die Kosten tragbar, ohne dass eine Steuererhöhung nötig würde», sagt Popp.

An der Bürgerversammlung wird die Gemeinde den Antrag auf einen Planungskredit über 320000 Franken beantragen. «Ziel ist noch dieses Jahr eine Ausschreibung.» Über das Siegerprojekt und den Kredit sollen die Stimmbürger 2020 oder 2021 an der Urne befinden. Bei einem «Ja» erfolgt zwischen 2022 und 2024 der Spatenstich. Bereit zur Benutzung solle die Halle 2024 oder 2025 sein.