Steinach plant mit dem Siegerprojekt «Tom & Jerry» eine Dreifachturnhalle: Bürger sollen 2021 knapp zehn Millionen Franken sprechen

Das Siegerprojekt zur Steinacher Sporthalle steht: Das Volk stimmt 2021 über den 9,2-Millionen-Franken-Kredit ab. Die Dreifachturnhalle soll die sanierungsbedürftige Turnhalle aus dem Jahr 1977 ersetzen.

Fritz Heinze
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Tom & Jerry heisst das Siegerprojekt: Der Name unterstreicht die dynamische Nutzung des Gebäudes.

Tom & Jerry heisst das Siegerprojekt: Der Name unterstreicht die dynamische Nutzung des Gebäudes.

Visualisierung: PD

«Tom & Jerry» heisst das Siegerprojekt für die neue Steinacher Dreifachsporthalle. Entworfen haben es die Zürcher Architekten von Kit Architects. Den Stein­acherinnen und Stein­ach­ern bot sich die Gelegenheit, die Pläne näher anzuschauen. Damit ist die erste Hürde genommen, was das Projekt anbelangt.

In einem aufwendigen Auswahlverfahren erfolgte die Selektion der 67 Bewerbungen, von denen acht Hallenprojekte ausgewählt wurden. Im Vorfeld lag es an der Baukommission, die sich zusammensetzte aus Vertretern der politischen Gemeinde, der Primarschulgemeinde und Vertretern der Sportvereine. Sie erarbeitete die Kriterien für das Projekt Dreifachsporthalle. Das Siegerprojekt «Tom & Jerry» gliedert das Gebäudevolumen in zwei Teile: Turnhalle (gross) und Garderobe (klein). Der Projektname spiele so einerseits auf das Grössenverhältnis der beiden Gebäudekomponenten an, verweise andererseits auf die dynamische Nutzung.

So soll die Turnhalle von Aussen aussehen: Das Gebäude besteht aus zwei Teilen.

So soll die Turnhalle von Aussen aussehen: Das Gebäude besteht aus zwei Teilen.

Visualisierung: PD

Abbruch der alten Halle kostet weitere Millionen

Pascal Bollhalder, Gemeinderat und Vorstand STV Steinach.

Pascal Bollhalder, Gemeinderat und Vorstand STV Steinach.

Bild: jor

Für Pascal Bollhalder, Gemeinderat und Vorstandsmitglied des STV Steinach, rückt mit der Präsentation der Sporthalle die Erfüllung eines Traumes näher. Gleiches gilt auch für Toni Langone, Vertreter der Vereine und Präsident des örtlichen Volleyballclubs. Die neue Sporthalle ist als Dreifachhalle nutzbar und hat die offiziellen Massen für Wettkämpfe. Die Anlage soll auch das anhaltende Platzproblem lösen.

Mit dabei sind nicht nur die Vereine, sondern auch die Primarschule Steinach. Geplant ist die Realisierung des Siegerprojektes unter Einbezug des bestehenden Schutzraumes mit einer Dreifachsporthalle und Zuschauergalerie, Multifunktionsraum, Garderoben und Geräteraum. Die Sporthalle ist in massiver Bauweise erstellt und verfügt über einen Abschluss mit einem Holzaufbau.

Gemeindepräsident von Steinach, Michael Aebisegger.

Gemeindepräsident von Steinach, Michael Aebisegger.

Bild: Ralph Ribi

Bereits am ersten Abend kamen interessierte Bürger in den Gemeindesaal, um sich über das nächsten Grossprojekt der Gemeinde Steinach zu informieren. Laut Gemeindepräsident Michael Aebisegger wollte der Gemeinderat den Bürgern bewusst an mehreren Daten die Möglichkeit geben, die Pläne zu studieren.

Abbruchkosten der alten Halle schlagen zu Buche

Über den finanziellen Aspekt ist indes im Wettbewerbsbeschrieb mehr zu erfahren. Diese Angaben dienten den Wettbewerbsteilnehmenden als diesbezügliche Richtlinie.

Eine Machbarkeitsstudie sieht Kosten von 9,2 Millionen Franken mit einer Kostenungenauigkeit von plus/minus 25 Prozent vor. Finanziell wird aber auch der Abbruch der alten Turnhalle zu Buche schlagen. Gemeindepräsident Aebisegger ist sich der Tatsache bewusst, dass die Realisierung dieses Projektes für Steinach kein kleiner Posten ist, insbesondere in Coronazeiten, die sich voraussichtlich im Steueraufkommen der Gemeinde bemerkbar machen werden. Die Situation der Steinacher Niederlassung der Firma TE Connectivity, dessen Werk vor der Schliessung steht, habe erste Zeichen gesetzt.

Im Herbst 2021 sollen die Bürger entscheiden

Der Umstand der bisher noch fehlenden Transparenz bezüglich der Kosten der Turnhalle hat bei den Besuchern Fragen aufgeworfen. Michael Aebisegger sieht Kosten im Bereich von elf bis zwölf Millionen Franken inklusive dem Abbruch der alten Halle.

Er erwähnt aber auch im Zusammenhang mit der im Jahr 1977 erbauten Sporthalle die Mängel der jetzigen Anlage: die zu kleinen Dimensionen, die grossen Belegungszahlen und anstehende Renovationsarbeiten, die trotz hoher Kosten die Mängel nicht eliminieren würden. An der Gemeindeversammlung vom kommenden Jahr wird das Projekt zur Diskussion gestellt und zirka im Herbst 2021 an der Urne darüber befunden. Aebisegger sagt:

«Wir werden mit dem Geld arbeiten, das in der Kasse ist. Die Möglichkeit besteht, dass wir bezüglich der noch anstehenden Projekte neue Prioritäten setzen.»