Startschuss

«Wir denken nicht daran, aufzugeben»: Startschuss für die Schneesportschule Heiden – dank der Schneekanone

Auf dem Bischofsberg ob Heiden ist der Skilift am Mittwoch das erste Mal in diesem Winter gelaufen. Nur wenige Skifahrer haben das genutzt. Betreiber Johannes Solenthaler kommt das aber nicht ungelegen. Die Gäste und auch er haben so mehr Zeit, sich an die coronabedingten Einschränkungen zu gewöhnen.

Rudolf Hirtl
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Johannes Solenthaler, Betreiber des Skiliftes auf dem Bischofsberg, hofft auf einen guten, schneereichen Winter.

Johannes Solenthaler, Betreiber des Skiliftes auf dem Bischofsberg, hofft auf einen guten, schneereichen Winter.

Bild: Mareycke Frehner (Januar 2019)

Ein Wasserspeicher, eine Schneekanone, ein Pistenbully und etwas Neuschnee machten es möglich – auf dem Bischofsberg über Heiden war die Piste gestern Mittwoch zum Ski- und Snowboardfahren bereit. Die erste Möglichkeit in diesem Winter, Spuren in den Schnee zu ziehen haben aber nur eine Hand voll Wintersportler genutzt. «Wir haben den Ball bewusst flach gehalten und nicht darauf aufmerksam gemacht, um einen Ansturm zu vermeiden», sagt Johannes Solenthaler.

Bewusst keine Werbung gemacht

Er habe bewusst auf ein sanftes Saisonopening gesetzt. So könne er beobachten, wie sich die Gäste bezüglich des Schutzkonzeptes verhalten und selbst Erfahrung mit den coronabedingten Anpassungen machen. Selbstverständlich stünden Desinfektionsmittel zur Verfügung und es werde auf die nötige Distanz geachtet. In der vor fünf Jahren eröffneten Skihütte habe das Team ausserdem die meisten Tische herausgenommen.

Dafür wurde die Terrasse draussen vergrössert, um mehr Platz für konsumierende Besucherinnen und Besucher zu haben. «Wir freuen uns, wenn die Leute kommen. Am liebsten gestaffelt und nicht alle auf einmal», so Johannes Solenthaler.

Künstlicher Schnee ohne Chemie

Weil in den kommenden Tagen Föhnwetter angesagt ist, muss der umtriebige Landwirt den Betrieb des Kinderskiliftes aber bereits wieder einstellen. Johannes Solenthaler sagt:

«Wir konnten nicht genug Schnee produzieren, und die acht Zentimeter, die vom Himmel, gefallen sind, reichen auch noch nicht aus, um eine stabile Piste präparieren zu können.»

Sobald es die Temperaturen zuliessen, würde jedoch wieder Kunstschnee produziert. Das Wasser dafür kommt übrigens nicht aus dem Netz der öffentlichen Wasserversorgung, sondern vom eigenen Wasserspeicherbecken. Und zudem kommt keinerlei Chemie ins Wasser.

Nur wenige Wochen Zeit, um einen Gewinn zu erwirtschaften

Vergangenen Winter lief der Übungslift am Bischofsberg an 40 Tagen. Solenthaler hätte nichts gegen einen Winter mit vielen Schneetagen einzuwenden, denn schliesslich muss er die Löhne seiner Angestellten in der Skihütte und auch jene der Skilehrerinnen und Skilehrer bezahlen. «Wir brauchen eine gut laufende Sportwoche und ein paar starke Wochenenden, damit die Rechnung aufgeht», sagt der 47-Jährige. Corona hat die Situation nicht einfacher gemacht, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Trotzdem ist für Solenthaler klar:

«Wir denken nicht daran, aufzugeben.»